Verdacht gegen Ex-Spitzen-Banker, durch unverantwortliche, eigennützige Transaktionen den Crash des Bankensektors mitverursacht zu haben
Reykjavik - In Island sind diese Woche weitere ehemalige Bankmanager
festgenommen worden. Über den ehemaligen Geschäftsführer der im Jahr 2008
zusammengebrochenen Glitnir-Bank, Larus Welding, sowie zwei weitere Top-Manager
desselben Instituts wurde am Mittwoch die U-Haft verhängt. Sie stehen im
Verdacht verschiedener schwerer Finanzvergehen.
Im heurigen Jahr wurden in Island bereits auch Ex-Spitzen der beiden anderen
großen Pleitebanken Kaupthing und Landsbanki verhaftet. Gegen sämtliche besteht
der Verdacht, durch unverantwortliche und eigennützige Transaktionen den
Zusammenbruch des gesamten isländischen Bankensektors im Herbst 2008 zumindest
mitverursacht zu haben. Zudem muss sich der damalige Regierungschef Geir Haarde
für seine Rolle beim Banken-Crash vor Gericht verantworten.
Die als die eigentlichen Verursacher und Hauptnutznießer der Krise geltenden
ehemaligen Eigentümer der Banken - ein überschaubarer, aus einer Handvoll
Geschäftemacherfamilien bestehender Clan - schafften es dagegen bisher, der
Justiz in Island, Großbritannien und in anderen Ländern jeweils ein Schnippchen
zu schlagen. Sie betätigen sich heute in Geschäftsbereichen wie dem Bau von
riesigen Serverfarmen für Internetkonzerne. (APA)