Hisbollah gibt bei Finanzierung von Hariri-Tribunal nach

2. Dezember 2011, 09:43

Nach Rücktrittsdrohung von Premier Mikati - Libanesische Regierung überwies 32 Millionen Dollar

Beirut - Die radikale Schiiten-Bewegung Hisbollah hat ihren Widerstand in der libanesischen Regierung gegen die Finanzierung des UNO-Sondertribunals zur Aufklärung des Mordes an Ex-Regierungschef Rafik Hariri aufgegeben. "Obwohl wir dem Tribunal ablehnend gegenüberstehen, wollen wir keine Probleme schaffen, denn für uns hat das nationale Interesse absoluten Vorrang", erklärte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Donnerstagabend in einer Fernsehrede. Er reagierte damit auf eine Rücktrittsdrohung von Ministerpräsident Najib Mikati.

 

Die libanesische Regierung hat bereits 32 Millionen Dollar an das vom UNO-Sicherheitsrat eingesetzte Sondergericht ("Special Tribunal for Lebanon"/STL) in Leidschendam in den Niederlanden überwiesen. Die US-Regierung hatte dem Libanon mit Sanktionen gedroht, falls Beirut seine Beiträge (49 Prozent der Gesamtkosten) für das Gericht nicht zahlen sollte. Das STL war 2007 auf Beschluss des UNO-Sicherheitsrates eingerichtet worden und hatte 2009 die Arbeit aufgenommen. Die Hisbollah, die mit ihren Verbündeten die Regierung in Beirut dominiert, hatte erklärt, das Tribunal sei das "Produkt eines Komplotts" und ein "Fallbeil in den Händen Israels und der USA, um den libanesischen Widerstand zu köpfen" und um Zwietracht zwischen den verschiedenen Konfessionen zu säen. Bei dem Anschlag auf den Konvoi Hariris im Februar 2005 in Beirut kamen der sunnitische Politiker und 22 weitere Personen ums Leben. Von dem Tribunal wurden vier Mitglieder der Hisbollah zur Fahndung ausgeschrieben, deren Aufenthaltsort den libanesischen Behörden nach offiziellen Angaben nicht bekannt ist. (APA)

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