Das E-Mail-lose Zeitalter soll schon in 18 Monaten erreicht werden
Gar nicht schnell genug gehen kann es für Thierry Breton, Chef des französischen IT-Dienstleisters Atos, mit dem Aus für unternehmensinterne E-Mails. Der ehemalige französische Finanzminister hatte heuer im Februar angekündigt, den elektronischen Briefverkehr der Mitarbeiter untereinander binnen drei Jahre komplett abschaffen zu wollen. Jetzt wurde der Zeitplan von ihm noch gestrafft, das E-Mail-lose Zeitalter soll schon in 18 Monaten erreicht werden, die Atos-Beschäftigten sich dann mittels Instant Messenger und einer Facebook- und Twitter-ähnlichen Plattform unterhalten.
Nur zehn Prozent nützlich
Nur zehn Prozent der E-Mails, die Büroarbeiter erhielten, seien wirklich nützlich, argumentiert Breton. Fünf bis 20 Stunden beschäftigt sich jeder Mitarbeiter seiner Beobachtung nach mit der Bearbeitung von E-Mails. Damit nicht genug: Das Lesen von E-Mails sei zudem eine Ablenkung, nach der im Durchschnitt 64 Sekunden vergehen würden, bis der Beschäftigte sich wieder voll auf seine Tätigkeit konzentrieren könnte. Ob Breton das anhand eines Selbstversuchs herausgefunden hat, ist nicht überliefert. (red/DER STANDARD Printausgabe, 2. Dezember 2011)