Montag

Sarkozy und Merkel kündigen Rettungsplan an

1. Dezember 2011, 22:15

Paris und Berlin dringen auf zügige Änderungen der EU-Verträge für eine strengere Überwachung der Euro-Stabilitätsregeln

Toulon - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will am Montag in Paris gemeinsam mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel Details eines Rettungsplanes für die Euro-Krise präsentieren. Das gab er am Donnerstagabend in Toulon bekannt. Paris und Berlin dringen auf zügige Änderungen der EU-Verträge für eine strengere Überwachung der Euro-Stabilitätsregeln. Europa müsse neu überdacht werden, betonte Sarkozy in der Grundsatzrede zur Zukunft der EU. Dazu gehöre auch der Schengen-Vertrag über die grenzenlose europäische Mobilität.

Er bekräftigte die Notwendigkeit eines engen Schulterschlusses mit Deutschland. "Deutschland und Frankreich sollen im Zentrum einer Stabilitätsunion in Europa stehen", sagte er am Donnerstagabend in Toulon. An einem starken Euro führe kein Weg vorbei, es müsse aber in Europa eine stärkere Solidarität geben, bei der auch die Europäische Zentralbank (EZB) eine tragende Rolle spielt. "Die EZB ist unabhängig, sie wird es bleiben". Das sei aber nur möglich mit einer stärkeren Haushaltsdisziplin sowie automatischen Sanktionen gegen Defizitsünder. Jedes Euro-Land soll einen ausgeglichenen Haushalt als Verfassungsziel - eine Schuldenbremse - festschreiben. Man dürfe auch keine Angst vor Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit in der Eurozone haben. Faktisch bedeutet dies die Aufgabe nationaler Vetorechte in der Haushaltspolitik.

Differenzen

Indirekt sprach Sarkozy aber auch Differenzen mit Deutschland an. So betonte er zwar wie in der Vorwoche die Unabhängigkeit der EZB. Er fügte aber hinzu, er sei sicher, die Zentralbank wisse, was sie angesichts einer drohenden Deflation in Europa zu tun habe. Er respektiere, dass Deutschland eine andere Sichtweise auf die Zentralbank habe. Zugleich betonte Sarkozy, dass keine "supranationalen Strukturen" gestärkt werden müssten. Dies könnte eine Absage an den Wunsch der deutschen Regierung sein, europäischen Institutionen wie die EU-Kommission und den Europäischen Gerichtshof durch Vertragsreformen zu stärken. Sarkozy bevorzugt eher eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der Eurozone.

Grundsätzlich sucht Frankreich den Ausgleich mit Deutschland. "Wir verändern die Regeln der Globalisierung (...) nicht allein", betonte der Präsident. Auf nationaler und europäischer Ebene gebe es gemeinsame Probleme: "Die Isolierung ist keine Lösung - ein Einigeln wäre tödlich für unsere Wirtschaft". Frankreich und Deutschland hätten nach tragischen Zeiten endlich zueinandergefunden. Ein geeintes deutsch-französisches Paar bedeute ein geeintes Europa - er sei davon überzeugt und werde sich davon nicht abbringen lassen. "Europa ist keine Wahl mehr, sondern eine Notwendigkeit", betonte er vor 5.000 Zuhörern in Toulon, wo er bereits nach dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers 2008 eine Rede gegen das Finanz-Spekulantentum gehalten hatte.

Sarkozy nutzte die Rede, um die Franzosen auf weitere schmerzhafte Reformen einzustimmen. Er sei entschlossen, den Franzosen in aller Deutlichkeit den Ernst der Lage nahezubringen. Die Einführung der 35-Stunden-Woche und die Verkürzung der Lebensarbeitszeit seien schwere Fehler gewesen, deren Konsequenzen Frankreich heute zu zahlen habe. Das Land müsse alle Zweifel zerstreuen, dass es seine Schulden nicht zurückzahlen könne - damit es auch in schwierigen Zeiten weiter sein Schicksal bestimmen könnte. Es habe die Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, betonte Sarkozy in der landesweit im Fernsehen übertragenen Rede.

Mit einer konsequenten Entschuldung kündige sich ein neuer Wirtschaftszyklus an, sagte Sarkozy, der auch erneut ein Festhalten an der Atomkraft im Lande bestätigte. Für Jänner kündigte er zudem einen Gipfel mit allen Sozialpartnern im Land an, um Konjunkturbremsen zu identifizieren und konsequent zu beseitigen. (APA)

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Fipo1
00
5.12.2011, 16:12
Irgendwo .....

.....beschleicht mich da so ein komisches Gefühl, dass Deutschland und Frankreich = Merkel und Sarkozy untereinander ausmachen, was die EU ist und/oder künftig sein soll. Allew anderen stehen am Rand - unsere Marionettenpolitiker inklusive. Ich dachte, wahrscheinlich etwas naiv, wir alle sind EU. Und das nicht nur beim Einzahlen. Unsere sozialen Errungenschaften gehen gerade den EU-Bach runter, weil wir das Geld brauchen, um die PIIGS-Staaten zu retten.

Franz Schwingenschrot
00
2.12.2011, 09:48

Jetzt wollen die beiden Pappnasen schon wieder Europa retten? Die sind ja unermüdlich.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Anhänger der direkten Demokratie
00
2.12.2011, 09:47
Wie soll eine Fiskalunion auf europäischer Ebene funktionieren?

Wenn man das Vorhaben auf EU/Euro Ebene an dem bemißt, was schon auf nationaler Ebene nicht funktioniert. Siehe Beispiel "Verwaltungsreformen in Österreich.
Dann kann das nicht funktionieren!

kamelchen tut immer hoeckerwackeln
00
2.12.2011, 09:43

diese zwei daemlichen gestalten entscheiden die zukunft europas. unpackbar!!!!!!

Sommerwiese
01
2.12.2011, 09:41

gibts eigentlich noch irgendwo sozialdemokraten die international was zu sagen haben oder sagen wollen??

schön langsam kommt mir vor jeder der kann verkriecht sich, will sonst keiner mitreden oder kann keiner mitreden?? tragisch tragisch!!

NONE
11
2.12.2011, 09:35

Ein Vertragsbruch.

Jede Änderung muss zur Abstimmung gebracht werden.

Und die Bevölkerung wird ebenso abstimmen müssen.

Man kann nicht willkürlich geltende Verträge ignorieren und neue Punkte einsetzen ohne gültige Unterschrift.

Und die einzig gültige Unterschrift kommt von der Bevölkerung, nicht von irgendwelchen "Vertretern".

Kursus
00
2.12.2011, 11:33
"...irgendwelchen Vertretern"

lol

Anhänger der direkten Demokratie
00
2.12.2011, 09:52
Keine Demokratie auch national!

Das Schlimme ist ja, dass die Bevölkerung kaum befragt wird. Nicht einmal national. Dabei hätte das durchaus Sinn.

Stellen Sie sich vor: Die Österreicher würden befragt werden, welche Strukturreformen vom Rechnungshof umgesetzt werden sollten! Wahscheinlich wäre die Antwort 599. Aber es fragt sie ja keiner, denn dann könnte man ja die eigene Klientel nicht mehr bedienen.

Roter Baron
00
2.12.2011, 09:34
stabilitätspakt die zweite, klappe

das grundproblem ist damit noch nicht mal erkannt.

Der Chronist
11
2.12.2011, 09:04
Hitler hat den Krieg gewonnen:

Die Alt-68er: Aufbegehren gegen die Nazi-Eltern, von denen sie erzogen wurden. Ebenso in den "guten" alliierten Ländern, wo fast überall tief autoritäre Regime am Werk waren, auch in den USA.

Dann haben sie bemerkt, dass sie wie die Maden im Speck leben werden: Die Alten haben ihnen den Überfluß hinterlassen, und jetzt brauchte man nur mehr dafür zu sorgen, dass die Jungen unten bleiben. Umverteilung von unten nach oben, damit man die unten schön im Griff hat und ausbeuten kann. Auf einmal gleichen sich China, die USA und Deutschland einander an. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Zustände vergleichbar werden. Globaler Raubzug auf Kosten der Jahrgänge ab ca. 1965.

Merkel und Sarkozy sind ja nur Auswüchse eines solchen Systems.

chelene chirsch
00
2.12.2011, 09:39

auch für die 68er waren die eltern oft keine nazis (mehr) - so einfach ist das also nicht.

zum anderen hat der sozialismus wie überall sonst tiefe spuren und schmerzen hinterlassen, die auch heute noch bezahlt werden wollen. und als highlight wird der ruf nach dem staat immer stärker, wo doch staat und EU neben lösung vor allem kern des problems sind...

...and miles to go before I scream
00
2.12.2011, 09:39

der Psychologe deines Vertrauens kann dir sicher helfen.

Seria
10
2.12.2011, 09:00

Merkel wird zwar im eigenen Volk nicht sehr geschätzt, ist aber doch die größte Staatsfrau aller Zeiten und liegt im Ranking auch mit den größten der Männerwelt gleich auf

edurkheim
00
2.12.2011, 09:00
"Die Einführung der 35-Stunden-Woche und die Verkürzung der Lebensarbeitszeit seien schwere Fehler gewesen, deren Konsequenzen Frankreich heute zu zahlen habe"

so Sarkozy

Roter Baron
00
2.12.2011, 09:35

es schaut eh danach aus,
als wird er abgewählt.

wollen wirs hoffen.

roter baron

do ut des!
01
2.12.2011, 08:50

von der humanität durch supranationalität zur bestialität!

Krones
01
2.12.2011, 08:48
Europa ist keine Notwendigkeit, sondern...

Faktum, er selber ist ein notwendiges Übel! Wenn die Finanztailiban nicht in ihrem Aktionismus - Verbot von div. Derivaten, Fin-Konstrukten ohne fundamentale Basis, ... nicht eingeschränkt werden, können sich die beiden M(F)erkel)/Sarkozy noch so oft liebevoll treffen, es wird nichts! Weiters haben die pol.Verantwortlichen für ausgeglichene Budgets zu sorgen, Ansatzpunkte gibt es genug! Die Komplizenschaft Politik/Finanzwirtschaft hat sich von der Realität und den Bürgern entfernt!
An die EU/€-Fanatiker: nützt die Chance, sich am Rettungsschirm zu beteiligen, beste Bonität und Rendite!!!
LOL

bildungsferneschicht
00
2.12.2011, 08:37
im jahr 2011 haben wir,

nano technologie,hybridautos,i phones,tarnkappenbomber,gps..............

und ein geldsystem aus dem 17. jhdt.

chelene chirsch
00
2.12.2011, 09:40

und ein - in unseren breiten selten benutztes - fortpflanzungssystem von vor 2000 jahren* (die grundlegende technik hat sich sogar seit geschätzten 50tsd jahren nicht verändert).

so what.

*damit meine ich die doch recht häufige sectio.

Alles was die Welt nie wissen wollte
00
2.12.2011, 08:34

jetzt bin ich aber beruhigt!

barney
00
2.12.2011, 08:33
Achsenverschiebung

Die Achse hat sich bloß ein bißchen verschoben:aus Rom-Berlin ist Paris-Berlin geworden.

Bergal
01
2.12.2011, 08:26
Eu 2er Gemeinschaft???

Besteht die EU etwa nur noch aus Deutschland und Frankreich?

De Mut
 
00
2.12.2011, 08:25
An einem starken Euro führe kein Weg vorbei?

Wie nennt man diese Krankheitsbild?

Als Derealisation oder besser Derealisationserleben wird eine zeitweilige oder dauerhafte abnorme oder verfremdete Wahrnehmung der Umwelt bezeichnet.

oink
01
2.12.2011, 08:24

die sollen mal aufhören anzukündigen und was handfestes unternehmen!

so ein kasperletheater...

Ferdinand Lachinger
01
2.12.2011, 08:09

Wo ist die Kreativität der Menschen geblieben?
Es ist doch längst an der Zeit über alternative Wirtschafts/Geldsysteme nachzudenken, das Zins Sytem ist wiederholt an die Wand gefahren und Wir intelligenten reagieren immer noch nicht ... was ist nur los mit uns??
Aufwachen !!! das derzeitige Geldsystem ist kein Naturgesetz wir Menschen haben es selbst erfunden.

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