Wespe erkennt einzelne Artgenossen am Gesicht

4. Dezember 2011, 12:36
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Talent soll im Nest soziale Beziehungen stabilisieren und Aggressionen reduzieren

Washington - Das Erkennen der Gesichter seiner Artgenossen ist keine Fähigkeit, die auf Menschen und Säugetiere beschränkt ist, auch Insekten sind dazu in der Lage. Zumindest haben dieses Vermögen US-Forscher bei der Papierwespe Polistes fuscatus festgestellt. Wie sich zeigte, unterscheidet sich diese spezielle Fähigkeit der Wespen von jener, Formen und Muster zu erkennen, schreiben die Wissenschafter im Fachmagazin "Science" (Bd. 334, S. 1272).

Michael Sheehan und Elizabeth Tibbetts von der Universität Michigan (Ann Arbor) hatten Wespen der Art Polistes fuscatus in einer Art zweiarmigen Irrgarten fliegen lassen. Den Boden des Irrgartens - mit Ausnahme einer kleinen Sicherheitszone - setzten die Wissenschaftler unter Strom. In dieser Sicherheitszone erschien jeweils ein Bild: zum Beispiel das Gesicht eines Artgenossen, ein leicht manipuliertes Wespengesicht oder ein völlig anderes Foto.

Nahe verwandter Art fehlt die Fähigkeit

Die Wespen lernten nun sehr viel schneller, sich in die Sicherheitszone zu retten, wenn das Bild eines Artgenossen erschien. Die Papierwespe Polistes metricus hingegen machte diesen Unterschied nicht. Bei Polistes fuscatus leben in einem Nest mehrere Königinnen zusammen. Die Arbeiterinnen der verschiedenen Königinnen kooperieren miteinander. Das Erkennen einzelner Artgenossen stabilisiere soziale Beziehungen und reduziere Aggressionen, schreiben die Forscher. P. metricus-Wespen hingegen leben in Nestern mit nur einer Königin. (APA, red)

  • Bei ihrer Fähigkeit, die Gesichter der Artgenossen zu erkennen, kommt Polistes fuscatus sehr entgegen, dass die Wespen unterschiedliche Kopffärbungen aufweisen können.
    foto: michael sheehan

    Bei ihrer Fähigkeit, die Gesichter der Artgenossen zu erkennen, kommt Polistes fuscatus sehr entgegen, dass die Wespen unterschiedliche Kopffärbungen aufweisen können.

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