Unterwasservulkane

Rätselhafter Ursprung der Weihnachtsinsel entschlüsselt

2. Dezember 2011, 12:02
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    Wie viele Unterwasserberge der Region ist die Weihnachtsinsel vulkanischen Ursprungs. Ihre genaue Entstehung war bisher aber rätselhaft.

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    Eine Karte der Christmas Island Seamount Provinz. Die gelben Markierungen zeigen die Stationen der deutschen Expedition von 2008.

Deutsche Forscher entdecken bisher unbekannten Prozess, bei dem kontinentales Material in obere Bereiche des Erdmantels transportiert wird

Wenn es um die Entstehung von Vulkaninseln wie Hawaii geht, wird zur Erklärung meistens die sogenannte Hotspot-Theorie heran gezogen. Doch es gibt ozeanische Vulkane, die nicht in das Bild passen und bisher rätselhaft geblieben sind. Dazu gehören die erloschenen Unterwasservulkane rund um die Weihnachtsinsel im Indischen Ozean. Deutsche Meeresforscher waren nun in der Lage einen Teil des Rätsels zu lüften.

Wie Perlen auf einer Schnur - so liegen Vulkaninseln oder Unterwasservulkane in den Ozeanen oft nebeneinander. Derartige Vulkanketten, wie beispielsweise das Hawaii Archipel, lassen sich mit dem sogenannten Hotspot-Modell erklären. An einem festen Ort, dem Hotspot, dringt heißes Material aus dem Erdinneren durch die ozeanische Erdkruste und bildet auf ihr einen Vulkan. Da sich die Erdplatten über dem Hotspot bewegen, bewegt sich auch der Vulkankegel irgendwann vom Hotspot fort. Er erhält keinen Lava-Nachschub mehr und erlischt, während sich direkt über dem Hotspot ein neuer Vulkan bildet. Im Laufe der Jahrmillionen entsteht so eine ganze Kette erloschener Vulkankegel, die die Bewegungsrichtung der jeweiligen Erdplatte anzeigt.

Doch dieses einfache und schlüssige Modell lässt sich nicht auf alle Unterwasservulkane anwenden. "Die Entstehung der Christmas Island Seamount Provinz im östlichen Indischen Ozean passt beispielsweise überhaupt nicht ins Bild", sagt Kaj Hoernle vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Die dazu gehörigen Vulkankegel erstrecken sich über ein Gebiet von 1800 mal 600 Kilometern im Seegebiet zwischen Australien und Indonesien. Die Ozeankruste wächst in dieser Region in Nord-Süd Richtung, die Seamounts erstrecken sich jedoch sehr unregelmäßig in Ost-West Richtung.

Bisher unbekannte Prozesse

"Wir wollten die Entstehung dieser rätselhaften Seamounts ergründen, um zu überprüfen, ob es vielleicht Prozesse gibt, die wir noch gar nicht kennen, sagt Hoernle. Deshalb hat ein Forscherteam des IFM-GEOMAR unter Hoernles Leitung im Jahr 2008 mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE den Meeresboden des Seegebiets umfassend kartiert und beprobt. Anschließend wurden die geborgenen Proben und die Vermessungsdaten am IFM-GEOMAR und an der Universität Sydney intensiv analysiert und ausgewertet. Die Ergebnisse erschienen nun in der internationalen Fachzeitschrift "Nature Geoscience".

Wie sich herausstellte, sind die untersuchten Seamounts vor 136 bis 47 Millionen Jahren entstanden, wobei die östlichen tendenziell älter sind. Außerdem sind sie nur wenig jünger als die Ozeankruste, auf der sie stehen. Das deutet darauf hin, dass sie in der Nähe eines mittelozeanischen Rückens entstanden sind, wo auch die Ozeankruste gebildet wird. Die größte Überraschung erlebten die Wissenschafter jedoch bei der geochemischen Analyse der Proben. Sie zeigte, dass die Quelle, aus der die Laven dieser Vulkane stammen, Ähnlichkeiten zu kontinentalem Material besitzt. Das ist für ozeanische Vulkane in diesem Umfang sehr ungewöhnlich.

Gondwana bricht auseinander

"Wir haben diese Ergebnisse mit plattentektonischen Rekonstruktionen verbunden und herausgefunden, dass die Christmas Island Seamount Provinz genau an der Stelle entstanden ist, an der sich Australien, Indien und West Burma beim Aufbrechen des Superkontinents Gondwana vor rund 150 Millionen Jahren voneinander getrennt haben", erklärt Hoernle. An der Bruchstelle entstand damals ein neuer Ozean, zwischen den Bruchstücken begann sich ozeanische Erdkruste zu bilden. Möglicherweise ist dabei kontinentales Material in den oberen Erdmantel unter den neu gebildeten Ozeanboden gelangt.

"Kontinentales Material ist leichter zu schmelzen als normaler ozeanischer Mantel. Es kam zu einem Magma-Überschuss, wodurch letztendlich die Seamounts gebildet wurden - inklusive des kontinentalen Materials, das wir jetzt mitten im Ozean finden", erklärt Hoernle. Damit haben die Forscher einen bisher weitgehend unbekannten Prozess gefunden, der kontinentales Material in die oberen Bereiche des ozeanischen Erdmantels transportiert. "Diese Erkenntnis ist ein weiteres wichtiges Puzzlestück, um die Prozesse und Stoffkreisläufe zu verstehen, die tief im Erdinneren ablaufen. Sie formen die Erde, auf der wir leben, entziehen sich aber leider der direkten Beobachtung", erklärt der Meeresgeologe. (red)

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14 Postings
Frohe Weinnächte
 
00
2.12.2011, 14:41
seit wann liegen die weihnachtsinseln südlich von java?

Trurl
01
2.12.2011, 17:56

Dem Artikel nach seit etwa 47-136 Ma ;)

Aber sie haben schon recht; Der Name ist unangenehm häufig. Im Artikel geht's um
http://en.wikipedia.org/wiki/Chri... mas_Island
Sie meinten vermutlich die hier?
http://en.wikipedia.org/wiki/Kiritimati
dann gäbe es da noch
http://en.wikipedia.org/wiki/Chri... ova_Scotia
sowie
http://en.wikipedia.org/wiki/Chri... (Tasmania)
bzw.
http://en.wikipedia.org/wiki/Litt... mas_Island

Nick Tameer
00
3.12.2011, 11:05

Um dieses Durcheinander endlich zu beenden, schlage ich vor, nur eine Weihnachtsinsel im Allgemeinen beizubehalten, ansonsten zwischen Heiligabend, sowie 1. und 2. Weihnachtsfeiertag zu differenzieren und die danach noch verbleibende Insel in "Santa Claus" umzubenennen.

Trurl
00
3.12.2011, 11:25

Ich befürchte 'Santa Claus Island' ist bereits vergeben:
http://digitalgallery.nypl.org/nypldigit... w#_seemore
Zumindest inoffiziell?

Nick Tameer
00
3.12.2011, 11:51
... laughed at him and called him names

Oh Trurl, mir graust vor deinen enzyklopädischen Geographiekenntnissen. Es beschleicht mich überdies der schreckliche Verdacht, du googeltest gar insgeheim!

Na gut, zur Aufrechterhaltung der Ordnung müssen Opfer gebracht werden und dieser lächerliche Felsen wird dann eben zum "Rudolph-the-Rendeer-Island" zurückgestuft (im Falle der Widersetzlichkeit sogar zum "Wichtel-Island" nebst Verballhornungsoption "Pigtail-Island"!). Jetzt sag mir bloß nicht, beides gäbe es ebenfalls schon.

derderbenutzer
00
3.12.2011, 10:06

Hallo Trurl,

neben der geographischen Mehrdeutigkeit ist der Name "Weihnachtsinsel" auch als Gründen der Political Correctness problematisch.

Diese Benennung ist ein abscheulicher Ausdruck einer ignoranten, westlich orientierten Fixation auf eben dort etablierte Glaubensrichtungen.

Jahresende-Schmucknadelbaum-Geschenkfest-Insel (mit Durchnummerierung) wäre als neutrale Bezeichnung anzustreben!

Nick Tameer
01
3.12.2011, 10:50

Von der DDR lernen, heißt political correctness lernen: "Jahresendfest-Insel" wäre deutlich kompakter und handhabbarer.

Seltsamerweise wüsste ich aber kein Analogon für Ostern und folglich für die Osterinseln. Das könnte nun daran liegen, dass man sich auf keinen Fall dem Vorwurf aussetzen wollte, die Ost-Bindung zu schwächen. Doch die Sache mit Pfingsten bleibt dann immer noch inkonsequent und auch der Ersatz von (Christi) Himmelfahrt durch "Herrentag" (meines Wissens im Volksmund Ost nach wie vor gebräuchlich) war für einen Arbeiter- und Bauernstaat doch irgendwie ein wenig problematisch, abgesehen davon, dass fromme Gemüter sich durchaus weiterhin an den HErrn gemahnt fühlen konnten.

derderbenutzer
00
3.12.2011, 11:35

*Grübel* ... Sonntag-nach-dem-ersten-Frühjahrsvollmond-Fest ist wahrscheinlich etwas unhandlich ...

Trurl
00
3.12.2011, 10:33

Das ist natürlich ein Argument, lieber Benutzer, aber in dem Fall wäre ich für das noch neutralere 'Falschdatiertewintersonnwend-Insel I-V'.

derderbenutzer
00
3.12.2011, 11:12

Trurl, das ist noch besser. Mit dem Bezug auf - falsch datiert oder auch nicht - Sonnenwende ist ein neutrales pc-konformes astronomisches Ereignis (jetzt hätt' ich fast Himmelsereignis geschrieben ...) als Maßstab für die Bezeichnung am Tapet.

Man vergesse nicht: Auch das Jahresende im Namen stellt natürlich eine Verbindung zu westlichen Kalendersystemen her, was vielleicht aus Gründen der Neutralität problematisch scheint.

Ebenso ist die leider nur ausschließlich mögliche Verwendung der lateinischen Schrift -bei den Postings hier - eine westlich-chauvinistische Gedankenlosigkeit, die man den Betreibern dieses Webportals gar nie oft genug unter die Nase reiben kann.

Nick Tameer
01
3.12.2011, 12:03

Ok. Ich erkläre mich für geschlagen, gebe aber zu bedenken, dass "Winter" immer noch einen inkorrekten Bezug zur nördlichen Hemisphäre enthält (würde etwa ein Feuerländer bei 15° C im Schatten sagen, dass es gerade "Winter" sei? Na bitte.). Ich schlage daher, mein letztes Wort, "Mock Heliotrop-Island" vor, was die scheinobjektive Winter/Sommer-Wertung offen lässt.

Trurl
00
3.12.2011, 12:29

'Mock Heliotrop-Island':
Die Insel deren Steine garantiert genau so wenig unsichtbar machen, wie jene, die der Maler Calandrino einst in einem Flußbett aufgeklaubt hat...
;)

Roter Baron
00
2.12.2011, 09:48
wär ich die x-mas-insel

tät ich auch schauen, dass ich mich von dort so schnell wie möglich drück, grad jetzt wo x-mas kommt.

roter baron

Nick Tameer
00
3.12.2011, 10:54

Ich lass mir doch von Amis kein X für ein Double-U vormachen! (Fälschlicherweise dem F S 3 zugeschrieben)

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