Kampusch: EU-Gericht erlaubt Medien Bilder, die Ermittlung dienen

1. Dezember 2011, 17:45
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Fotografin hatte verschiedene Medien geklagt

Luxemburg/Wien - Die Rechte an Bildern von Natascha Kampusch aus dem Kindergarten beschäftigten schon zweimal den Obersten Gerichtshof. Nun entschied der EU-Gerichtshof auf Ersuchen des Wiener Handelsgerichts über die Klage der Fotografin gegen Medien wie Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Bild und der STANDARD.

Das EU-Gericht hält fest, dass Porträtfotografien urheberrechtlich genauso geschützt sind wie andere Werke. Aber die Luxemburger Richter schließen auch nicht aus, dass Medien durch die Fotoveröffentlichung etwa von gesuchten Personen zur öffentlichen Sicherheit beitragen können, ohne dass die Behörden dazu aufgerufen haben. Und: Wenn die Sicherheitsbehörden das Foto Natascha Kampuschs ohne seinen Urheber an die Medien gegeben haben, müssten diese den Urheber auch nicht angeben.

Medienanwältin Maria Windhager vertritt hier die Verlage. Sie erinnert, dass die Polizei die Fotos jahrelang als Fahndungsfotos verwendete und die Behörden auch nach dem Auftauchen von Natascha Kampusch noch nach Mittätern fahndeten. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 2.12.2011)

  • Die Pressemitteilung des Gerichts zum Urteil.

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