An der schönen seichten Donau

1. Dezember 2011, 18:17
  • Die Donau im Raum Greifenstein: Aufgrund des niedrigen Pegelstands ragt 
der Schotter aus dem Wasser. Die Feuerwehr in Greifenstein kann mit 
ihren Booten derzeit keinen Einsatz fahren, da die Schiffsanlage 
trockenliegt.
    foto: apa/pfarrhofer

    Die Donau im Raum Greifenstein: Aufgrund des niedrigen Pegelstands ragt der Schotter aus dem Wasser. Die Feuerwehr in Greifenstein kann mit ihren Booten derzeit keinen Einsatz fahren, da die Schiffsanlage trockenliegt.

Der sinkende Donau-Pegel schränkt den Frachtschiffverkehr, die Stromerzeugung und Feuerwehren ein

Wien/Krems - Österreich wartet seit Ende Oktober vergeblich auf Regen. Entsprechend niedrig sind die Pegelstände der Flüsse und Seen. Auf der Donau sorgt dies für mehrere Probleme. Während die Personenschifffahrt derzeit - noch - keine Beeinträchtigung spürt, dürfen Frachter nur mit 25 Prozent der normalen Beladung über die Donau schippern. Die Auswirkung: "Es werden andere Verkehrswege gewählt", sagt Bettina Pepek von der Via Donau, zuständig für die Wasserstraße in Österreich.

Teilweise Sperren der Donau wie sie Ende November in Serbien verhängt wurden, gelten dennoch nicht in Österreich. Schiffe würden einfach in andere Fahrrinnen gelotst. Die zwei Schiffsunglücke von November seien auch nicht auf den niederen Wasserstand zurückzuführen, sagt Pepek.

In der Wachau lag der Pegel am Donnerstag bei 1,47 Meter, an Stellen östlich von Wien gar bei 1,25 Meter. Zum Vergleich: In Kienstock in der Wachau war das Wasser am Donnerstag 1,54 Meter tief, der Tiefststand im Dezember des Vorjahres betrug rund einen halben Meter mehr. Ungewöhnlich niedrig seien die Pegelstände zu dieser Jahreszeit nicht, sagt Pepek. Ungewöhnlich sei aber sehr wohl, wie lange dieser Zustand bereits andauert. "Das verschärft die Situation." Normalerweise sei nach ein paar Tagen alles wieder normal.

Anlegestellen auf dem Trockenen

Dass dies derzeit nicht der Fall ist, wirkt sich auch auf die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehren im Bezirk Krems aus. Ihre Bootsanlegestellen liegen im Gebiet zwischen der Stadt Krems und Spitz auf dem Trockenen - etwa in Greifenstein und Weißenkirchen. Sollte dort auf der Donau also ein Bootsunglück passieren, bräuchte die Feuerwehr etwa 30 Minuten für die Anfahrt, wie Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Boyer schildert. Er vermutet, dass seine Kollegen in anderen Bezirken ähnliche Probleme quälen.

Auch Stromerzeuger bekommen den Wassermangel zu spüren. Am Donnerstag konnte ein Viertel weniger Strom durch Wasserkraft produziert werden als an normalen Tagen. Vor allem in Salzburg, Tirol und Bayern brauche es Niederschlag, damit die Donau mehr Wasser trägt.

Doch starker Regen ist nach Informationen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik nicht in Sicht. "Bis Sonntag gibt es höchstens leichte regionale Regenschauer", prognostiziert Meteorologe Thomas Turecek. "Ein Tropfen auf den heißen Stein." Ein "großes Niederschlagsereignis", dass den Zustand auf der Donau entschärfen würde, sieht der Experte auch in den nächsten ein bis zwei Wochen nicht eintreten.

Flussbauprojekt genehmigt

Neben Wassermangel hat die Donau noch ein anderes Problem: ihre Eintiefung, weil Fließwasser Geröll abtransportiert. Am Donnerstag gab das Land Niederösterreich grünes Licht für das Flussbauprojekt Bad Deutsch-Altenburg der Via Donau, bei dem Maßnahmen gegen die Austrockung der Auen durch die Eintiefung östlich von Wien getestet werden sollen. Ursprünglich hatte das Land das Projekt gestoppt. "Mit verschärften Auflagen" wurde es nun genehmigt. Der WWF begrüßte den Schritt, der Umweltdachverband fürchtet dagegen "massive Eingriffe in das Flussökosystem". (Gudrun Springer, DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2011)

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25 Postings
Zeitsprung, juni 2013

seit wann ist greifenstein im bezirk krems?

Bei Mannswörth versuchen schon Biber das Wasser mit umgenagten Bäume aufzustauen.,.

Erwin der Erhabene schon wirds richten!

Brennt es übermäßig oft an der Donau, oder wie ist das mit der Feuerwehr zu verstehen?

um auf ihren nickname einzugehen - genauso selten sind feuerwehr einsätze auf der donau erforderlich, wie strahlenschutzanzüge in der nähe von fukushima.

lesen ist offenbar eine kunstform, die wenige beherrschen.

"Sollte dort auf der Donau also ein Bootsunglück passieren, bräuchte die Feuerwehr etwa 30 Minuten für die Anfahrt,"

brunnenbauer hochsaison

auch bei uns in der wirklichen wachau haben wir ebbe im brunnen, und müssen nachbohren lassen. das ganze jahr über hatten wir schon wenig wasser, aber für die wärmepumpe reichte es bis vor zwei wochen, nun heizen wir mit stückholz und duschen lassen wir bleiben, zumindest bis der überbeschäftigte brunnenbauer bei uns nachbohren kann.

naja, nicht gut natürlich für die schifferl und die wasserkraft. aber uns kleinhäuslern an den gestaden des stromes ist das lieber, als im gatsch waten. eine ganze saison ohne den anflug eines hochwassers hat schon was...

bis zum nächsten donauinselfest wird's echo wieder gießen. spätestens in der nacht vor Eröffnung!

Vielleicht könnte man dieses WE spontan eines veranstalten. So als Art Regentanz.

Gudrun Springer zum Geogrphieunterricht!

Greifenstein/Donau in der Wachau bzw. im Bezirk Krems? So ein peinlicher Fehler darf nicht passieren, das ist "Österreich"-Niveau.
Noch dazu, wo in Greifenstein fotografiert wurde....

ist überall WasserMangel schaltet noch mehr SchneeKanonen an

Trockenheit - so ein Blödsinn

In der Donau is soviel Wasser, das kann nie wer austrinken ...

"im Bezirk Krems aus. Ihre Bootsanlegestellen liegen im Gebiet zwischen der Stadt Krems und Spitz auf dem Trockenen - etwa in Greifenstein "

@Redaktion: da wohn ich schon seit 35 Jahren in der Wachau - aber Greifenstein siedel ich noch immer kurz vor Wien an ... aber man lernt nie aus ...

Ich wohne in der Nähe von Greifenstein

Die Schotterinsel schaut schon fast das ganze Jahr so ähnlich aus. In den letzen Jahren war sie bei der Schneeschmelze fast immer ganz vom Wasser überflutet. Heuer bei weitem nicht.
Leider brauch ich in die Wachau nach wie vor ungefähr eine Stunde, obwohl ich angeblich mittendrin zu Hause bin.

Und da wird auch nicht viel Wasser für die nächsten vier Monate nachkommen

Selbst wenn die Niederschläge kommen, dann bleibt ein guter Teil davon auf den Bergen und in den höhergelegenen Täler liegen. Das Wasser kommt erst wieder im April.

los jetzt, alle zusammen zur floridsdorfer bruecke und reinpinkeln!

das unten einebrun*** bringt nix, weils oben weg gsof*** wird. also ein nullsummenspiel!

Wieso? Wer trinkt Donauwasser, örks?

das wiener leitungswasser würde auf seinem natürlichen weg oberhalb wiens in die donau rinnen. somit trinken wir das wasser der donau oben weg.

Wo seid ihr gewesen?

Ich hab von 21 bis 22 uhr gewartet. Hatte auch tee und kekse mit

ob das der Feuerwehr in Greifenstein hilft?

:^)
Linus

Da müssten schon die Linzer pinkeln gehen...

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