Hochsaison für Postler

Akkordarbeit mit Kultstatus

Interview | 19. Dezember 2011, 10:39
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    foto: apa/christian houdek

    So sah der Bau aus den 60er-Jahren 2003 aus. Der Gasthof dient als Weihnachtspostamt. Zwei Millionen Poststücke passieren alljährlich den Keller des Gasthauses und gehen mit Weihnachtspostmarke und Sonderstempel versehen an Briefmarkenfreunde in aller Welt.

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    foto: privat

    So sieht das Postamt heute aus.

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    foto: privat

    Martina Prinz leitet das Postamt seit 2004. Außerhalb der Weihnachtssaison arbeitet sie bei der Post im Bereich Philatelie West.

Martina Prinz leitet das Postamt Christkindl in Oberösterreich - Sie hat es mit ungewöhnlicher Post und Busladungen voller Besucher zu tun

Zum 62. Mal hat heuer das berühmte Postamt Christkindl im Ortsteil Christkindl in Steyr die Pforten geöffnet. Dort herrscht gerade Hochsaison. Postamtsleiterin Martina Prinz und ihre Mitarbeiter genießen Kultstatus: ganze Busladungen an Menschen kommen vorbei, um ihren Arbeitsplatz zu besuchen.

derStandard.at: Wer steckt hinter dem Postamt Christkindl?

Prinz: Das Postamt ist ein saisonales. Im Hintergrund steht die Österreichische Post. Wir haben jedes Jahr von Freitag vor dem ersten Adventsonntag bis sechsten Jänner geöffnet. Unsere 14 Mitarbeiter arbeiten im Turnus - auch an Sonn- und Feiertagen. Die meisten Kollegen kommen aus anderen Postfilialen.

derStandard.at: Wie ist das Arbeitsklima?

Prinz: Wir sind ein eingespieltes Team, die meisten Kollegen melden sich jedes Jahr wieder. Die Arbeit ist sehr stressig, aber wir machen sie gern. Sonst könnten wir hier gar nicht arbeiten.

derStandard.at: Wie sind die Aufgaben verteilt?

Prinz: Es gibt Schalterdienste, Post muss abgestempelt werden, außerdem verkaufen wir die Sonderweihnachtsmarken. Wir bekommen pro Saison auch rund 6.000 bis 7.000 Briefe und Wunschzettel von Kindern und Eltern, die alle beantwortet werden. 

Schulklassen können sich für Führungen anmelden und wir betreuen auch Briefmarkensammler und Busse aus dem In- und Ausland. Auch die Medien melden sich jedes Jahr.

derStandard.at: Sind Sie und Ihre Mitarbeiter für kritische Fragen zur Existenz des Christkinds gewappnet? Gibt es da ein gängiges "Wording"?

Prinz: Kinder fragen oft, ob wir das Christkind kennen. Wir antworten darauf alle dasselbe: Das Christkind kennen auch wir nicht und es holt sich die Briefe immer in der Nacht, wenn es niemand sieht.

derStandard.at: Gibt es einen Trend bei den Wünschen?

Prinz: Ja, Computerspiele stehen auf den Wunschzetteln meist ganz oben. (mat, derStandard.at, 19.12.2011)

tablespace65
42
19.12.2011, 13:00
Das einzig wirklich effiziente Postamt in Österreich...

ich sag's grad raus
04
19.12.2011, 14:20

Wieso? Weil die Post nur einmal im Jahr bearbeitet wird? Wenn das mal keine Zielvorgabe ist...

tablespace65
02
19.12.2011, 23:55

So viele rote Stricherln für so ein schwaches Posting von mir? Humor verstehen unsere PostlerInnen also auch keinen mehr!

naso
09
19.12.2011, 12:23
schöne erinnerungen

ein geliebtes vorweihnachtliches ritual meiner kinderzeit: mit den großeltern von Steyr nach Christkindl spaziert, am postamt die weihnachtskarten mit sondermarken beklebt und abstempeln lassen und vorm heimmarsch eine jause beim "Scheiß-owi-Wirt. der hieß/heißt(?) im volksmund so weil das gebäude so an den hang hinter der Christkindlkirche gebaut ist, dass der rückwärtige teil weit über den abgrund hinausreicht, ideal zum "owi-scheissen". ;-)
jetzt, seh ich am foto, ist ein hotel draus geworden. vielleicht ist der sonderpostamtsstempel mittlerweile auch modernisiert. als signatur, für die e-mails.

jazzica
01
19.12.2011, 16:22

Und da hätt ma schon eine Alternative zum Jakobsweg:
Von Pforzheim nach Oberstinkenbrunn, weiter über's Krapfnwaldl zu eben diesem Wirtn mit dem gottgefälligen Namen und wieder zurück.

La Réunion
00
19.12.2011, 15:18
immer einen Besuch wert!

Dr Don Tango
06
19.12.2011, 14:25

der "scheiss-owi-wirt" hatte in der alten zeit tatsächlich einen plumps-lokus, der über den hang konstruiert war.

sie konnten demnach direkt auf Unterhimmel koten und urinieren.

jMor
 
02
19.12.2011, 13:41

Glaub nicht dass er den Namen jemals los wird ... waren bei der Weihnachtsfeier heuer dort und das war natürlich auch mal Gesprächsthema zwischendurch.

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