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vergrößern 500x333Die Familie nach der verhinderten Abschiebung: Mutter Khadija mit Sohn Farshad (2.Reihe v.rechts) und dessen fünf Geschwistern

Wenige Stunden nach dem Abschiebungsversuch, im Wiener WUK, zeigen die Kinder vor, wie sie am Flughafen gegen den erzwungenen Abflug protestiert haben

Farshad lebt seit mehr als zwei Jahren in der Steiermark, vor einem halben Jahr zog der Rest der Familie nach
"Auf Facebook findest du alles", sagt Farshad Y. . Sogar die eigene Familie, könnte er hinzufügen. Über ein Jahr lang wusste der 15-Jährige nicht, wo seine Mutter und die fünf kleinen Geschwister leben, hatte keine Telefonnummer, wusste nicht einmal, auf welchem Kontinent er mit seiner Suche beginnen sollte.
Die Mutter hatte Farshad und die älteste Schwester nach Europa vorgeschickt und war mit den Kindern in Afghanistan zurückgeblieben - für die Flucht der gesamten Familie habe das Geld nicht gereicht, erzählt Farshad.
Eines Abends, er flirtete gerade auf Facebook mit einer Onlinebekanntschaft in Bulgarien, die ebenfalls aus Afghanistan stammte, wurde er unerwartet fündig. Wie er seine kleinen Brüder und Schwester beschrieb, kam dem Mädchen in Sofia bekannt vor. Zu stark erinnerte es sie an jene Großfamilie, die bei ihr ums Eck wohnte. "Wie heißen die Kinder?", fragte sie im Chat. "Farhnaz, Fardin, Mustafa, ...", zählte er auf. "Das sind sie", antwortete sie. Wenige Wochen später waren Mutter und Geschwister in Traiskirchen. Ihr Ziel: Wieder gemeinsam leben, und am besten in jenem Land, dessen Sprache der älteste Sohn schon recht gut beherrschte.
Sechs Monate in Österreich
Ein halbes Jahr lang ging alles gut, die Mutter und die kleinen Geschwister kamen in einem Grazer Caritas-Quartier unter. Doch am vergangenen Dienstag, um sechs Uhr morgens, riss heftiges Klopfen die Familie aus dem Schlaf: "Fremdenpolizei, packen Sie Ihre Sachen", habe einer der sechs PolizistInnen, die nun im Vorzimmer standen, befohlen: "Abschiebung nach Sofia."
Die Reise ging vorerst nach Wien ins Familien-Abschiebungszentrum Zinnergasse, am nächsten Morgen um vier Uhr ging es weiter zum Flughafen Schwechat, sechs Plätze in der Fly Niki-Maschine waren gebucht. Doch es sollte anders kommen: Als sich die Türen des Kleinbusses vor dem Flughafengebäude öffneten, preschten die sechs Kinder, eine Zehnjährige, zwei Sechsjährige und zwei Fünfjährige, vor, rannten weg. "Sie konnten erst wieder gefasst werden, als das Flugzeug schon in der Luft war", erzählt Klaus Kelz, Leiter der Fremdenpolizei Graz.
Die Polizei habe sie und die fünf Kinder dann einfach bei einer Bushaltestelle vorm Flughafen abgesetzt, erzählt Khadija Y. - die BeamtInnen seien allein nach Wien zurückgekehrt.
"Verängstigt"
Die Familie einfach abzusetzen, ohne sich weiter zu kümmern, das ist nicht okay", ärgert sich Jürgen W., ein Bekannter der Familie Y., der sich extra ein Flugticket besorgt hatte, um die Familie nach Sofia zu begleiten. "Die waren total verängstigt und wussten nicht, wohin., erzählt W. gegenüber derStandard.at. Ihre Grazer Bleibe hatte die Familie bereits abgemeldet, ihr Zimmer war längst vergeben, in Graz sonst nichts frei. Seit Mittwoch sind Khadija Y. und die fünf Kinder vorübergehend in einem Wiener Caritasheim einquartiert.
"Die Bundespolizeidirektion Graz hat die Familie nach dem Abschiebungsversuch entlassen", heißt es auf derStandard.at-Anfrage bei der Wiener Polizei, "wir sind dafür nicht zuständig." Und Klaus Kelz von der Grazer Polizei sagt: "Ich meine schon, dass dafür jene Organe zuständig sind, die vor Ort anwesend sind" - also die Wiener BeamtInnen. Prinzipiell "gehen wir aber davon aus, dass die Familie von einer NGO betreut wird". meint Kelz.
In Bulgarien geschützt
Wie es nun mit Familie Y. weitergeht, ist alles andere als geklärt. Mutter Khadija und die fünf Geschwister haben in Bulgarien einen gesicherten Status, ihnen wurde der sogenannte subsidiäre Schutz zuerkannt. Farshad hingegen wartet in Österreich noch immer auf eine Entscheidung des Asylgerichtshofs - dabei war er mehr als ein Jahr vor dem Rest der Familie in die EU eingereist.
Rein rechtlich sei es ein "völlig klarer Fall", meint Judith Ruderstaller von Asyl in Not: Beantragten Familienmitglieder zu unterschiedlichen Zeitpunkten an unterschiedlichen Orten Asyl, dann müsse das Asylverfahren gemeinsam abgewickelt werden, und zwar an jenem Ort, wo das ersteingereiste Familienmitglied sich aufhalte. Anders gesagt: Da Farshad bereits vor zweieinhalb Jahren nach Österreich kam, Mutter und Geschwister aber erst 2010 in Bulgarien einreisten, hätten alle miteinander Anspruch auf ein gemeinsames Verfahren in Österreich gehabt, argumentiert Ruderstaller.
Trennung "in ihrem Sinne"
Die österreichischen Behörden sind anderer Meinung: Eine Familienzusammenführung in Österreich käme nicht in Frage, so die Argumentation: Schließlich habe die Mutter in Bulgarien nie versucht, mit Farshad zusammenzuleben, heißt es, die Trennung vom 15-jährigen Sohn sei "in ihrem Sinne" gewesen, urteilte das Bundesasylamt. Der Asylgerichtshof schloss sich dieser Ansicht an.
Als alleinerziehende Analphabetin sei ein Leben in Bulgarien für sie unvorstellbar, sagt Kadhija Y.; zudem hätten die zwei Fünfjährigen dort keinen Kindergartenplatz, daher könne sie keinen Job annehmen. In Österreich sei Farshad bereits integriert und spreche gut Deutsch, die Kinder hätten im vergangenen halben Jahr bereits Kindergarten und Schule in Graz besucht, sie selbst wolle Putzjobs annehmen, sagt Kadhija J.: "Meine Kinder sollen eine Zukunft haben."
Asyl in Österreich möglich
Gut möglich, dass es doch noch zu einem neuen Asylverfahren in Österreich kommen wird: Am 6. Dezember läuft die Frist des Dublin II-Verfahrens ab, danach könnte Österreich von Bulgarien die rechtliche Zuständigkeit für die Familie übernehmen. Das war übrigens auch der Grund, warum die Familie nicht wieder zurück in die Schubhaft kam. Fremdenpolizist Kelz: Vor dem 6. Dezember eine neue Abschiebung zu organisieren, wäre unrealistisch gewesen. "Wir haben gewusst, das geht sich nicht aus."
Dass der Familie in Österreich Asyl gewährt wird, hält Ruderstaller für realistisch: Die Mutter gibt an, nach einer Zwangsheirat mit ihrem Schwager vor dem neuen Ehemann geflohen zu sein. (Maria Sterkl, derStandard.at, 2.12.2011)
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"Teile und herrrsche" ist noch immer ein Erfolgsrezept.
Je mehr sich die Bevölkerung über Nebenfrontthemen wie Zuwanderung, Abschiebung, Multikulti, Fremdenkriminalität, Täterschutz, Frauenrechte, Homoehen, Rechtsextreme, Rauchverbot, Feinstaub, usw. erregt umso leichter können an der Hauptfront still und unbemerkt unsere demokratischen Rechte gestutzt werden (Voratsdatenspeicherung, Handyortung, Sparbuchidentifizierung, Fiskalunion).
"Brot und Spiele" ist auch ein bewährtes Erfolgsrezept.
Fernsehen, Sport, Prominentenklatsch, Seitenblicke, Millionenshow, etc. dienen dem gleichen Zweck.
Wer die Zeitungen aufmerksam liest kann diese Betonung der Nebenfrontthemen und das Herunterspielen der Hauptfrontthemen erkennen.
es entsteht per se Unrecht, wenn durch jahrzehntelange Schwäche und Feigheit des Gesetzgebers verabsäumt wird, einen klaren rechtlichen Rahmen zu schaffen, ob und wie in Österreich Einwanderung stattfinden soll bzw. Asyl gewährt werden soll.
Stattdessen wurde durch unzählige, tw. einander widersprechende Novellierungen eine Rechtsunsicherheit geschaffen, die in niemandes Interesse sein kann und lediglich einer ebenfalls "un(ge)rechten" Beamtenwillkür Vorschub leistet.
Auch der vorliegende Fall zeigt, dass das Fremdenrecht (wie fast immer) nicht in der Lage ist, für klare Verhältnisse zu sorgen.
was ist da rechtlich unklar? die frau und die kinder hatten in bulgarien bereits den schutz gewährt bekommen, der sohn wurde in erster instanz in ö abgelehnt. was ist daran unklar?
ich würd an der stelle der mutter nicht riskieren, hier abgelehnt zu werden und eventuell den flüchtlingsstatus in bulgarien auch noch zu verlieren. das risiko, zurück nach afghanistan gebracht zu werden, wär mir zu hoch, ich bliebe lieber in bulgarien.
Mindestens so schlimm wie das Verhalten der österreichischen Behörden ist die Geisteshaltung vieler Postings weiter unten (und wahrscheinlich bald auch weiter oben). Sogar im STANDARD haben offenbar inzwischen die Strache-Fans die absolute Mehrheit! Traurig und beschämend...
hat keine Rechte, sondern muss den nächsten Verwandten heiraten, der ihr von der Familie zugewiesen wird.
Wenn das kein Asylgrund ist, dann verlangen Sie vom Abgeordneten, dass er/sie für die Abschaffung der Genfer Flüchtlingskonvention eintritt.
Nur weil die RichterInnen des AGH keinen Fluchtgrund erkennen, heißt das noch nicht, dass sie keinen hat.
Auf die Einhaltung bestehender Gesetze haben auch die Nazis im Dritten Reich größten Wert gelegt.
Menschlich war das aber nicht.
Daß Sie nicht die Wohlfahrt sind, ist jedem hier klar.
Hauptsache ihre Hunde kriegen bestes Futter und Sie ihr Hausfrauengehalt.
..oder wie können Sie sonst aus dem Artikel rauslesen, dass "kein Asylgrund" vorliegt? Die Familie hat ja noch nicht einmal ein Asylverfahren in Ö bekommen (selbst das Verfahren für den damals unbegleiteten Minderjährigen Sohn braucht in Ö wahrscheinlich noch 2 Jahre), geht ja derzeit noch um Dublin II..
kommt das gut.- Bei Afghanen würde ich schon einen humanitären Grund sehen, aber Bulgarien ist doch EU, oder? Sicher sind sie dort allemal. Was haben die ganzen EU-Bestimmungen für einen Sinn, wenn sie pausenlos von NGOs ignoriert werden?
.. der wird mit dieser Familie fühlen und es ist begreiflich, dass sie nicht nach Bulgarien will.
Dennoch, die Lösung kann nicht sein, dass tausende Menschen und Familien, die in schwierigen Verhältnissen leben, aber keine echten Asylgründe haben, nach Österreich kommen.
In diesem Fall haben die Behörden schnell entschieden, die Sache ist rechtskräftig, dann muss auch gehandelt werden.
Ich habe eine gute Bekannte, die in der Asylbehörde arbeitet. Gespräche mit ihr können sehr aufschlussreich sein: Es ist einfach so, dass oft der Versuch gemacht wird, mit gut erfundenen Geschichten Asylgründe darzustellen. Da wird im Internet recherchiert, was man sagen könnte, da werden Experten befragt usw.
Alles verständlich, aber nicht akzeptabel.
Natürlich habe ich schon vom Sozialsystem gehört. Aber wenn das der Grund wäre, dann könnte man ja in diesem Fall schon von Asylmissbrauch sprechen. Wie soll sich dieses Sozialsystem finanzieren, wenn Leute in dieses Land kommen um es auszunutzen?
Ich würde wohl ähnlich handeln und verstehe durchaus die Situation dieser Familie, trotzdem stelle ich diese Frage.
aufgrund der dortigen Verhältnisse Bildung vorenthalten weil sie eine Frau ist.
Da ist nix mit Internetrecherche.
Was genau ist rechtskräftig?
Das Ablaufen der Dublinfrist ist Faktum.
Auch dass der Sohn bereits IN Österreich im Asylverfahren ist.
schon wahr, dass sie als Frau nicht lesen und schreiben gelernt haben dürfte, telefonieren oder reden und zuhören können aber auch AnalphabetInnen, und die haben manchmal FreundInnen, die im Internet recherchieren, oder ihrerseits FreundInnen haben, die sich auskennen...
Wenn ich eine Information brauche, bekomme ich sie auch!
Das gilt genauso für Ungebildete...
Leute zu argumentieren die nicht lesen können oder das Gelesene nicht verstehen...
"Beantragten Familienmitglieder zu unterschiedlichen Zeitpunkten an unterschiedlichen Orten Asyl, dann müsse das Asylverfahren gemeinsam abgewickelt werden, und zwar an jenem Ort, wo das ersteingereiste Familienmitglied sich aufhalte"
Lesen Sie einmal nach, wie es 1945 in Europa zuging, dann wissen Sie, was 'Flüchtlinge' sind. Die Ausreise aus Afghanistan ist völlig nachzuvollziehen, aber bitte, ein wenig die Bestimmngen einhalten. Wäre das eine Mexikanische Familie in den USA, wären die ohne 6 monatigen Versuch im hohen Bogen wieder über den Grenzzaun geflogen.- So gehts auf der Welt zu und Österreich mit seiner ansteigenden Bevölkerungszahl bei abnehmenden Geburtszahlen liefert wohl einen deutlichen Beweis, seiner humaitären Einstellung!
warum gondelt ein kind mit 13 jahren ist ja schon zwei jahre her, alleine nach österreich und verläßt seine familie? was ist in bulgarien wirklich passiert? zwangsheirat?
der bericht wird so dargestellt, damits mitleid hast mit diesen menschen!
jedoch es liegt kein asylgrund vor! oder hab ich was überlesen!
mir liegen diese lügereien von den eingewanderten familien schon ganz dick im hals!
asylgrund sollte eben nur genehmigt werden, wenn die wahren hintergründe erklärt werden und nicht irgendwelche mitleidsbekundungen.
das hat nichts mit gefühlskälte zu tun, jedoch hilfe sollte nur der erhalten der auch ehrlich über seine vergangenheit und der familie auskunft gibt!
die ganze Geschichte.
Und doch sind sie satt wegen der Lügen.
Setzen Sie sich doch mit dem Fall auseinander, sprechen Sie mit der Familie.
Danach bilden Sie sich Ihre Meinung.
Sollten Sie dann immer noch sagen "die lügen alle" kann ich das akzeptieren.
ich kann lesen, verstehen und zusammenhänge erkennen!
vor weihnachten wirds immer schlimmer mit den mitleidsbekundungen für familien die sich in österreich sozialleistungen erschleichen und dann von den österreichern erhalten werden wollen! bezahlen tun es die österreicher mit armut/einsparungen!
weil wir gelernt haben mitgefühl zu zeigen, wird das schamlos ausgenutzt.
wenn wer helfen will, dann soll er/sie hingehen und ohne soziale unterstützung/förderung privat den menschen geld geben, das andere ist nur heuchlerisches mitleidsgedusel!
wissen sie was alleine diese ganzen vorarbeiten vorerhebungen abschiebungen dem staat/steuerzahler kosten. und wer darfs zahlen im endeffekt "alle" österreicher. dem asylanten ist das egal!
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