599 Einsparungsvorschläge

Rechnungshof rügt Regierung

1. Dezember 2011, 16:47
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    foto: standard/hendrich

    Das Land sei "nicht in der Lage, Schuldenabbau zu betreiben, wenn Reformen nicht angegangen werden": RH-Präsident Moser.

Die Schuldenbremse erspare dem Land keinesfalls eine Verwaltungsreform, mahnen die obersten Kontrollore - und legen Bund, Ländern sowie Gemeinden 599 Sparvorschläge vor

Wien - Angesichts des eifrigen Bemühens der Regierung, gemeinsam mit der Opposition die Schuldenbremse in den Verfassungsrang zu hieven, mahnt der Rechnungshof nun nicht weniger als 599 Einsparungsmöglichkeiten ein. In einem mehr als 300 Seiten dicken Konvolut drängen die obersten Kontrollore anhand konkreter Beispiele auf mehr Eifer bei der Verwaltungsreform (siehe dazu rechts). 453 Sparvorschläge waren zwar schon in den Rechnungshofberichten 2009 bis 2011 nachzulesen, auch sie sind aber immer noch aktuell. Denn, so Rechnungshofpräsident Josef Moser: "Österreich ist nicht in der Lage, effizienten Mitteleinsatz und Schuldenabbau zu betreiben, wenn die Reformen nicht angegangen werden." Er konstatiert dafür jedenfalls "fehlenden politischen Willen".

In Bezug auf die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur Schuldenbremse vermisst Moser Sanktionen sowie ein transparentes Rechnungswesen bei Ländern und Gemeinden. Um, wie vorgesehen, bis 2017 insgesamt 4,6 Milliarden Euro einzusparen, dürfe keine der Gebietskörperschaften ausgenommen werden. Dazu seien vor allem bei Ländern und Gemeinden ein Haushaltsrecht, das die wahre finanzielle Lage offenlege, sowie eine Mittelfristplanung nötig.

Zwar haben sich Bund, Länder und Gemeinden auf das Festschreiben von Verschuldungsgrenzen geeinigt. Die Länder haben sich allerdings geweigert, das Haushaltsrecht des Bundes zu übernehmen, das eine mehrjährige Vorschau beinhaltet. Auch wird es keine Solidarhaftung der Länder untereinander geben.

FPÖ und BZÖ nahmen die Reformvorschläge des Rechnungshofes am Donnerstag zum Anlass, um von der Regierung Taten bei der Verwaltungsreform einzufordern. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl will dazu einen runden Tisch aller Parteichefs unter Beiziehung von Moser und dem Vorsitzenden des Staatsschuldenausschusses Bernhard Felderer.

BZÖ-Chef Josef Bucher wiederum appellierte an die Koalition, ihre Staatsverantwortung wahrzunehmen und eine Schuldenbremse mit Sanktionen umzusetzen. "Denn die von SPÖ und ÖVP geplante Placebo-Bremse wird uns nichts bringen und vom BZÖ sicher nicht unterstützt werden."

ÖVP-Rechnungshofsprecher Hermann Gahr sah dagegen Handlungsbedarf bei der Opposition. Sie sei nun "gefordert, Verantwortung zu übernehmen und die Maßnahmen der Regierung im Parlament mitzutragen".

Erfreut über die Rechnungshof-Vorschläge war die Wirtschaft. Die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer, Anna Maria Hochhauser: "Jede weitere Verzögerung bei den längst überfälligen Strukturreformen kostet enorm viel Geld, wie der steigende Zinsendienst für die Bedienung der Staatsschulden zeigt."

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) und SPÖ-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder versprachen, die Vorschläge des Rechnungshofes zu prüfen.

Die Nulllohnrunde für Politiker erspart pro Nationalratsabgeordnetem jedenfalls schon einmal 212 Euro und pro Minister 424 Euro brutto pro Monat, wie der Rechnungshof errechnete. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2011)

Kommentar posten
13 Postings
Confusius
01
10.12.2011, 14:06
Der Stein des Anstosses

http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin... m_2011.pdf

zum Nachlesen an grauen Winterabenden!
(Achtung, ca. 4MB)

Hans Vogel
00
3.12.2011, 12:45
Solange

der Nationalrat nicht auf 61 Abgeordnete reduziert wird, der Bundesrat aufgelassen und die Landtage halbiert, brauchen wir über andere Sparmaßnahmen gar nicht reden.
Man sollte den Herren Faymann Spindelegger sagen, sparen sie zuerst bei ihnen selbst und dann erst bei der Bevölkerung.

rosa parks
00
3.12.2011, 13:02
Sie meinen, dass...

...mit weniger demokratisch gewählten vertreterInnen bessere ergebnisse herauskommen? den modellversuch hat es in österreich schon gegeben. er ist nicht besonders erfolgreich verlaufen. außerdem spart Ihr vorschlag gerade einmal 13 mio euro im jahr ein. das ist geradezu lächerlich. ernstzunehmende veränderungen müssen strukturell erfolgen. bundesländer weg - rahmenkompetenzen zum bund - stärkung der kommunen etc., dazu ausbau von direkten partizipationsformen. finanzierung von gesundheitsleistungen aus einem topf...

es gibt zu jedem komplizierten problem eine einfache lösung. sie ist immer die falsche...

Hans Vogel
00
3.12.2011, 13:48
Mit der Summe haben sie recht!

Aber so könnte die Politische Kaste der Bevölkerung klarmachen, dass gespart werden muss. Jeder sagt warum bei mir, das macht ohnedies kaum etwas aus?
Man hätte schon bei dem EU-Beitritt sagen sollen, jetzt fallen die Entscheidungen in Brüssel, wozu brauchen wir 183 Abgeordnete. Wie bei Firmen welche ihre Zentrale ins Ausland legen und in Österreich die Leute kündigen.
Hätten sich die Parteien bei so einer Forderung, so für den Beitritt stark gemacht. Ihnen ging es doch in erster Linie, Versorgungsposten für ihre Parteigenossen zu schaffen.

Kaiser Borax
00
2.12.2011, 07:52

Ein Link zu dem Papier wäre auch kein Schaden gewesen: http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin... f_2011.pdf

walter helfmann
00
1.12.2011, 18:22
durch die nulllohnrunde entgehen der finanz

106,00 € bzw. 212,00 € an lohnsteuer je abgeordneten bzw. minister.

Nutze den Tag
01
1.12.2011, 20:48

Und was spart er sich an Bezügezahlungen?

walter helfmann
00
3.12.2011, 00:00
nicht so viel,

muss noch sozialabgaben löhnen.

ghoul g.
01
1.12.2011, 17:42
...

bundeskanler häupl und vizekanzler pröll, der eine stirbt an nem tobsuchtsanfall, der ander trinkt sich zu grabe..., vlt sind dann reformen möglich..traurig traurig

Nutze den Tag
03
1.12.2011, 17:41
Lieber Nikolaus.

Ich verspreche täglich Zähneputzen, Budgetdisziplin, Verwaltungsreform, und und und, dass Pensionen über 3.000/M der blanke Hohn sind, förderalistische Gesetzgebung der totale Irsinn, der Bundesrat für nichts, nur bitte lass den Ratingkrampus nicht böse werden.

ghoul g.
01
1.12.2011, 17:38
prüfen

lol, genauso wie meischi nach dem peter stöger deal seine steuerschuld selbst prüfen durfte ?..und nona zu keinem ergebnis gekommen ist ?

JosefHader
20
1.12.2011, 17:25
Petition

Grün für alle Vorschläge umsetzen -

Rot nein; bitte mehr Steuern & Abgaben

Lego12
01
1.12.2011, 17:21
aber die bürger abkassiern wollen

und von der opposition handeln verlangen...

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