Hochschulplan

Rektoren mit einer "Reihe von Kritikpunkten"

1. Dezember 2011, 16:09

Arbeiten gehen laut Ministerium "zügig und planmäßig" voran - Gespräch mit der SPÖ geplant, auch ÖH soll eingebunden werden

Wien - "Zügig und planmäßig" verlaufen laut Wissenschaftsministerium die Arbeiten am Hochschulplan. Bei einem Arbeits-und Koordinationsgespräch von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) mit einer Arbeitsgruppe aus Vertretern von Unis, Fachhochschulen und Senaten hat die Universitätenkonferenz (uniko) allerdings "eine Reihe von Kritikpunkten und Änderungsvorschlägen eingebracht", wie es in einer Aussendung des Ministeriums am Donnerstag heißt.

Ein erster Entwurf des Hochschulplan sieht u.a. vor, dass künftig jede Universität die minimale bzw. maximale Zahl an Studienplätzen pro Fächergruppe mit dem Wissenschaftsministerium in den Leistungsvereinbarungen festlegt. Gibt es mehr Bewerber als Plätze, sollen die Unis die Möglichkeit von Zugangsregelungen bekommen. Im Ministerium betont man, dass es sich bei dem der APA vorliegenden Entwurf um ein "vertrauliches Arbeitsdokument" handelt, das noch abgestimmt werden muss.

In der Arbeitsgruppe, die künftig als "Hochschulkonferenz" die die Umsetzung des Hochschulplans begleiten soll, wurde am Mittwoch über die inhaltliche Ausrichtung vorliegender Textvorschläge diskutiert. Als nächster Schritt sollen Gespräche des Ministeriums mit der SPÖ stattfinden und danach die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) eingebunden werden.

Töchterle betonte, es brauche "eine stimmige Gesamtstrategie und entsprechende Maßnahmen, um die vorhandenen Ressourcen in Forschung und Lehre noch besser und effizienter nutzen zu können". Für den Sprecher der Senatsvorsitzenden Helmut Fuchs ist "die Qualitätssicherung durch eine kapazitätsorientierte Finanzierung" wichtigstes Ziel des Hochschulplans. Jeder Uni-Studienplatz müsse nach internationalen Maßstäben ausfinanziert sein.

Wirtschaftskammer erleichtert

Wichtige Basis des Hochschulplans soll der im August präsentierte Bericht externer Experten sein, in dem sowohl Zugangsbeschränkungen als auch Studiengebühren befürwortet wurden. Derzeit wird laut Ministerium intensiv in den vier Teilprojekten (Koordinierungsmaßnahmen, Bauleitplan, Forschungsinfrastrukturplan/Internationales, Studienplatzfinanzierung) gearbeitet, bis Jahresende sollen die Eckpunkte vorliegen.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat "mit Erleichterung und Genugtuung" auf die im Entwurf verankerten Eckpunkte reagiert. Er freue sich über die "doch erstaunlich deutlichen Aussagen mit denen klargestellt wird, dass kein Weg an der Festlegung von Studienplatzkontingenten, der Einführung von Zugangsregulierungen sowie an einem System der studienplatzbezogenen Finanzierung der Universitäten vorbeigeht", so Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik. Die Vorschläge würden sich weitgehend mit jenen der WKÖ decken, "auch wenn wir uns eine noch weitergehende Leistungsorientierung für die Bemessung finanzieller Mittel gewünscht hätten." (APA)

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12 Postings
Oyden
01
1.12.2011, 20:01

Ich hoffe doch, dass bei den externen Experten niemand von der WKOE sitzt.

Der Chronist
21
1.12.2011, 18:25

Ich habe mich endlich damit abgefunden, dass die Universitäten jetzt auch Leute aussperren werden. Immerhin erhöht es meinen Marktwert, und ich werde damit leben können, dass andere ungerecht behandelt werden. Das Leben ist hart, und irgendwer muss die ÖVP ja gewählt haben - vermutlich die Eltern jener, die jetzt draußen bleiben müssen. So rächt sich jede Dummheit früher oder später.

smea_gol
10
2.12.2011, 10:48

erster teil: i do not agree. Hinter mir die sintflut ist keine option.

zweiter teil: I Agree. alle vp wähler sollen mal von der gewählten fraktion eins auf den deckel kriegen.

Der Chronist
01
2.12.2011, 11:13

"Hinter mir die sintflut ist keine option."

Oh doch. Sie wird mir sogar aufgezwungen, obwohl ich sie gar nicht befürworte.

"alle vp wähler sollen mal von der gewählten fraktion eins auf den deckel kriegen."

Das tun sie doch seit 2000.

wizenstain
00
1.12.2011, 20:36
selbstorganisiertes lernen

ist eh interessanter
und austaucschen kann man sich ja übers
internet

sollen sich die professoren mit ihren studenten
nur verschanzen und in ihren parallelwelten
leben

[jetzt einmal der nötige hinweis: nicht GANZ ernst gemeint]

Hillsmith
00
2.12.2011, 22:02
Stell dir vor es ist Uni

... und keiner geht hin. Das wäre aber wirklich die Antwort auf die Kapazitätsfragen. Tatsächlich tut man im 21 Jhd noch so, als könnte man nur im Hörsaal vernünftig studieren. Im Zeitalter des Breitband-Internet und des E-Learning sind wir jedenfalls noch nicht angekommen. Aber wer weiß - wenn dann wirklich keiner mehr hingeht, dann kann es an einer neuen Uni-Brennt-Initiative liegen - oder einfach an der demographischen Entwicklung. Also nur fleissig weiter beschränken, rausekeln, abschrecken und be-gebühren dass es nur so kracht...

Der Chronist
00
5.12.2011, 09:52
Wieder einer, der es nicht begreift - ist es denn so schwer, zu verstehen, dass es gar nicht um die Universitäten und um Bildungsqualität geht.

Es geht darum, möglichst wenige Leute studieren zu lassen, und dann möglichst nur die richtigen, d.h. besonders Begabte, Bonzenkinder und die Kinder der Freunderl.

All die Probleme sind ja nur ein Vorwand, und sie werden zum Teil absichtlich erzeugt, verschärft und nicht gelöst, um die Universitäten dahin zu zwingen, selbst eine radikale Selektion vorzunehmen. Das will sich nämlich kein Politiker nachsagen lassen, es wäre ein zu grosses Risiko in Sachen WählerInnenstimmen.

Es wissen alle, dass eine gute Universität trotz gestiegener Studierendenzahlen billiger zu haben wäre, als wir sie derzeit haben.

Das einzige echte Universitäts-Problem hat einen kurzen Namen: ÖVP.

wizenstain
00
1.12.2011, 20:45
am besten am MIT studieren

http://ocw.mit.edu/index.htm

smea_gol
01
1.12.2011, 17:25

hä?
warum tun im artikel die wkö, die rektoren und viele andere so, als wären das gelegte und geschlüpfte eier?

die spö hat noch nicht zugestimmt und wird das auch hoffentlich nicht tun. wenn doch, dann verabschieden wir uns gleich von einem vernünftigen hochschulssystem. siehe flop voranmeldung.... das wird wohinführen, wo keiner der jetzt thumb jubelnden, wkö, rektoren, töchterle inklusive hinwill.

und die diversen "ja, wir brauchen zugangsbeschränkungen"-fetischisten sollen lieber mal darüber nachdenken, ob die öbb damit zu sanieren ist, dass weniger passagiere in die züge gelassen werden. mag ein vergleich sein, der nicht wirklich passt, wenn man länger nachdenkt,dann aber schon wieder.

pfs79
00
6.12.2011, 10:32

Da kann man so lange darueber nachdenken, wie man will: dieser Vergleich wird nie aufhoeren zu hinken.

Chris Lance
00
2.12.2011, 06:44

um die unis wirklich zu finanzieren bzw. einen besseren standard zu gewährleisten müssen die studienplätze geregelt und auf der anderen seite das budget erhöht werden. nur so komme ich von dem defizit herunter. ich für meinen punkt halt zugangsbeschränkungen nicht für schlecht, habe in meinem studium selbst welche und kenne auf der anderen seite leute, die eine überlaufene uni besuchen. ich bin aber auch der meinung, dass wenn wir die unis saniert haben, sie auch die anzahl der studienplätze schrittweise erhöhen können, natürlich wenn finanziert. wovon ich nichts halte sind studiengebühren, die schießen mMn deutlich über das ziel hinaus.

smea_gol
01
2.12.2011, 10:47

nun, und wie rechtfertigen sie das genannte gegenüber den jahrgängen, die dann im wahrsten sinne des wortes blöd aus der wäsche schauen?

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