Umfrage

Österreicher bevorzugen den Hausarzt

1. Dezember 2011, 13:42

Gang zum Facharzt am ehesten in Wien - 77 Prozent haben Arzt des Vertrauens

Wien - 77 Prozent der Österreicher haben einen Hausarzt, nahezu jeder Fünfte hat innerhalb der vergangenen 14 Tage die Praxis eines Allgemeinmediziners besucht. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Büro für die Organisation angewandter Sozialforschung (BOAS) unter der Leitung von Ernst Gehmacher im Auftrag des Österreichischen Hausärzteverbandes (ÖHV) durchgeführt hat. Ein weiteres Ergebnis: Nur 40,6 Prozent der Österreicher bezeichneten sich bei der Umfrage als völlig gesund.

Insgesamt ist die Bindung zum Hausarzt am Land noch stärker ausgeprägt als in der Stadt. So haben in Vorarlberg, Salzburg und dem Burgenland knapp 90 Prozent aller Einwohner "ihren" Hausarzt. In Wien, dem Schlusslicht dieser Rangliste, sind dies aber immerhin auch noch 66 Prozent. Die Bindung der Menschen zum "eigenen" Hausarzt steigt mit fortschreitendem Alter an. Schließlich: Von jenen Personen, die derzeit keinen Hausarzt haben, gaben nicht weniger als drei Viertel an, sie hätten gerne einen.

Ein weiteres Detail der Umfrage, so eine Aussendung des Hausärzteverbandes am Donnerstag: Im Durchschnitt geben die Österreicher ihrem eigenen Gesundheitszustand die Schulnote 2,2, Männer fühlen sich dabei ein bisschen gesünder als Frauen. Lediglich vier von zehn Österreichern stufen sich jedoch als völlig gesund ein, selbst bei den Unter-25-Jährigen liegt dieser Wert nur bei 61 Prozent. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2
living reef
00
4.12.2011, 09:13
ich bevorzuge nicht den hausarzt, sondern meine hausärztin!

dass österreicherInnen aber hausärtzInnen bevorzugen kann ich nachvollziehen

nik.2008
00
3.12.2011, 15:49

ich hab aufgrund meiner Krankeng.(Gehirntumor etc.) ein gesundes Mißtrauen bezüglich aller Ärzte. Aber: am Land ist es halt schon so, dass der Hausarzt vieles mitübernimmt wie Labor, Infusionstherapie etc. (und auch am Wochenende da ist). Ich konsultiere aber genauso Fachärzte - muß aber immer wieder feststellen, dass die Fachärzte oder auch im Krankenhaus staunen, welches Spezialwissen dieser Praktiker hat. Früher als wir noch in Wien wohnten, war ich bei meheren prakt. Ärzten, die waren aber eher Lotsen - schwups Ü-Schein ins Labor, zum Chirurgen, zum Internisten. Ein Arzt am Land muß sich halt zwangsweise tiefer in die Krankengesch./Behandlung einarbeiten, da die Distanz z.B. für ältere Leute zum FA in die Stadt oft unüberwindbar ist.

h k
00
2.12.2011, 15:37
Fachärzte wissen aber mehr!

living reef
01
4.12.2011, 09:14
niemand weiß letztlich aber mehr als pathologInnen

strangerinastrangeland
 
00
2.12.2011, 08:58
77 Prozent haben Arzt des Vertrauens,

wie schaffen die Leute das mit dem Vertrauen?

Urban Fischer
00
4.12.2011, 10:40
sie wären verwundert

was ein bißchen persönlicher Kontakt und Umgang ausserhalb eines Forums ausmachen koennen. da lösen sich auch die geschütztesten Vorurteile in Rauch auf.

strangerinastrangeland
 
00
11.12.2011, 22:26

Mein Problem besteht eher im zuviel an persönlichen Kontakt mit Ärzten.

Was ich unter anderem dabei gelernt habe ist, dass Ärzte selbst sehr wenig Vertrauen in andere Ärzte haben.

Sie selbst sind dann natürlich über jeden Zweifel erhaben....

Jehane
00
2.12.2011, 13:31

Sowas baut sich auf bzw. tun Ärzte schon auch das Ihrige dazu, um Vertrauen aufzubauen. Ich bin seit drei Jahren bei ein und derselben Hausärztin, das hat auf Anhieb gepasst, ich würd nie im Leben wechseln. Die kennt mich und meine Krankengeschichte, sie lässt mich auch mitreden und fährt nicht mit "ICH bin aber die Ärztin" einfach drüber, hört geduldig zu... passt einfach. Und dabei geh ich nur 1-2-mal jährlich zu ihr :)

mumuj
00
2.12.2011, 08:04

Keine Zeit, kein Interesse und keine Möglichkeiten. Jeder der wirklich krank ist geht zu einem Facharzt. Mir wollte mein Hausarzt bei Rückenschmerzen Antibiotika für Nierenentzündung verschreiben ohne den Harn anzuschauen.

Irma la Douce
00
1.12.2011, 17:44
Aha. Laut APA gibt es in diesem schönen Land also

Österreicher und Frauen.

Kondratjew -Zyklus
 
00
1.12.2011, 16:44
"Ihr Lotse durch das Gesundheitssystem" - mit Zetteln.

odrr
40
1.12.2011, 13:53
hat man/frau frueher eine ueberweisung gebraucht.......

seit dem e-card system kann jede/r direkt zum facharzt gehen...erzeugt unter anderem mehr kosten...die e-card ar ein weiterer abbau der qualitaet im bereich der allgemeinmediziner, die nun in minutentakt am fliessband arbeiten muessen..

nik.2008
00
3.12.2011, 15:51

@odrr: stimmt doch gar nicht, sie bekamen zwei facharztscheine beim arbeitgeber. diese habe ich mir immer am anfang des quartales aushändigen lassen. also konnten sie auch schon früher ohne überweisung zum facharzt gehen. das ist jetzt auch nicht anders und die anzahl der facharztbesuche ohne überweisung ist heute mit der e-card genauso wie zu zeiten der facharztscheine beschränkt!

nik.2008
00
3.12.2011, 17:17

.. es ist halt immer die frage - ich bei meiner krankengeschichte mit einem blasen & gehirntumor weiß genau, wann ich zum neurologen, neurochirurgen oder urologen muß. viele rennen auch planlos durch die gegend. hat also ein für und ein wieder. nachdem ich neben meinen hausarzt auch unseren betriebsarzt hab, hole ich mir von dem eine überweisung. also für mich wärs so gesehen egal, aber gut, den vorteil eines betriebsarztes vor ort hat nicht jeder.

Transalpin2
01
1.12.2011, 18:41
... weder der Kosteneffekt, noch der Qualitätseffekt sind klar.

Hier die aktuellste Zusammenfassung aus: Velasco-Garrido et al., Scand J Prim Health Care. 2011 Mar;29(1):28-38. The effects of gatekeeping: a systematic review of the literature.
************************************
Overall, the evidence regarding the effects of gatekeeping is of limited quality. Many studies are available regarding the effects on health care utilisation and expenditures, whereas effects on health and patient-related outcomes have been studied only exceptionally and are inconclusive.
************************************
Aber man kann ja in jedem Fall schon mal eine Meinung haben.

odrr
00
1.12.2011, 20:21
propos:Aber man kann ja in jedem Fall schon mal eine Meinung haben.

""Es gibt Anhalt dafür, dass Gatekeeping die Inanspruchnahme der ambulanten
fachspezialisierten Versorgung sowie die Gesamtgesundheitsausgaben pro Kopf und die
Ausgaben für die ambulante spezialisierte Versorgung senkt.""

aus ihrer eigenen quelle.

http://www.svr-gesundheit.de/Gutachten... eeping.pdf

Transalpin2
00
2.12.2011, 21:39
s'ist ein ein Unterschied ...

ob ich poste: "erzeugt u.a. mehr Kosten" oder ob als Conclusio einer Metaanalyse steht: "Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ..." und zugleich gewarnt wird: "... the evidence ... is of limited quality."
Meinungen sind frei. Sie brauchen auch keine Begründung. Argumente sind halt immer an Empirie gebunden. So ein Pech aber auch.

odrr
00
2.12.2011, 21:53

limited qualitiy und anhaltspunkte koennen reichen....

aber warum so ueberheblich eigentlich?

Transalpin2
00
2.12.2011, 23:34
Ok, ich streiche den letzten Satz.

war tatsächlich nicht nötig.
und was das Argument "können reichen" anbelangt:
Ja, das ist möglich. Sie KOENNEN reichen. Aber für Gatekeeping ist vermutlich in A die Ausgangssituation nicht vergleichbar mit denen in den angelsächsischen Ländern. Ohne die Ausbildung in A runterschreiben zu wollen, ist doch die Tradition von EBM gerade NICHT in felix austria entstanden .... Und wenn am Gatter einer sitzt, der "frei Schnauze" die Schäfchen sortiert, dann kommen halt viele fehlindizierte Zusatzbesuche raus. Bis zum Beweis des Gegenteils behaupte ich die Gegenhypothese: In A ist striktes gate-keeping ein Kostentreiber! let's do research.

odrr
00
3.12.2011, 00:49

was die EBM und die ausbildung in A betrifft kann ich ihnen nur recht geben; evtl. hat man deswegen ueberhaupt die e-card eingefuehrt, damit die patientin gleich bei einem, irgendeinem facharzt landen; besser als beim allgemeinarzt der den turnus,die notarztausbildung und einige diplome der aerztekammer in der tasche hat,
;))

stimmt, die studien beziehen sich vor allem auf die USA und GB groessten teils; einige soweit ich sehen konnte stammen aus der schweiz, holland und daenemark.

mfg

theWatcher14
01
1.12.2011, 14:59
odrr

Erzeugt mehr Kosten? Wenn ich gleich direkt zum Facharzt gehe, kann mein prakischer Arzt der KK keine Leistung verrechnen. Und hingeschickt hätte er mich ohnehin. Wo also sind die Mehrkosten?

odrr
00
1.12.2011, 20:40

achja : unter anderem mehr kosten......davon habe ich geschrieben.

odrr
00
1.12.2011, 20:29

siehe auch unten.

oft schickt der hausarzt eben nicht zum facharzt, sondern therapiert selber und damit billiger.
es gibt leider schon viele die mit einer banalen verkuehlung zum hno-arzt gehen.
viele gehen auch zum falschen facharzt: z.b. neurologe statt orthopaede oder umgekehrt.

der hausarzt ist was die gebuehren der krankenkassen betrifft am billigsten und er/sie sollte den weg der patientinnen vorgeben bzw. zumindestens dokmentarisch mitgehen.
mit dem e-card system hat eine verfremdund der patienten mit ihren hausaerzten stattgefunden, vor allem eben in den staedten.
am land ist das vertrauensverhaeltnis noch relativ "gesund" und der landarzt kann im sinne eines familienmediziners agieren.

15115
00
2.12.2011, 18:20
Am Land ist das Vertrauen noch gesund

Kein Wunder, wenn man einen Facharzt erst einmal suchen muss. Das ist in der Stadt und natürlich in der Großstadt Wien wesentlich leichter. Und beides hat seine Berechtigung. Auf den Pflichtlotsen kann ich gerne verzichten.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.