Mind-Hack

Defekte Wasserpumpe versetzte US-Behörden in Terrorpanik

Zsolt Wilhelm, 1. Dezember 2011, 11:05

Log-Daten zeigten "russischen Zugriff" auf US-Wasserwerk und niemand sah mehr auf die Fakten

Als Anfang November in einem Wasserwerk in Illinois eine Pumpe ausfiel, dauerte es nur wenige Tage, bis sich die USA als Opfer der bislang schlimmsten Cyber-Terror-Attacke in der Geschichte des Landes wähnte. Ermittler der lokalen Polizei, des FBI und der Homeland Security befürchteten bereits das Schlimmste. Über ein computergesteuertes Fernwartungssystem hätten Angreifer vermutlich aus Russland einen Schadcode eingeschleust, um die Wasserversorgung des Staates zu sabotieren. Doch, nachdem schließlich sämtliche Verteidigungskräfte alarmiert wurden, sollte sich die vermeintliche Bedrohung mit einem Anruf in Luft auflösen. Bei genauerem Hinsehen, war tatsächlich nicht mehr als eine Sicherung durchgebrannt.

Verheerende Kette von Ereignissen

Doch wie konnte eine ausgebrannte Wasserpumpe überhaupt zur Staatsaffaire werden? In einem Interview mit Wired, erklärte nun ein im Zentrum der Misere stehender Softwareingenieur, wie der Sommerurlaub mit seiner vierköpfigen Familie fünf Monate später den Anstoß zur Panikreaktion geben konnte. Und dabei hätte ein einziger Anruf alles aufklären können.

Jim Mimlitz ist Gründer und Leiter der kleinen IT-Firma Navionics Research. Zusammen mit seinem Team half er auch dem besagten Wasserwerk in Illinois bei der Einrichtung eines Fernwartungssystems, dem Supervisory Control and Data Acquisition system (SCADA), um die Anlage auch von Außen überwachen zu können. Als die Werkstechniker vor fünf Monaten Mimlitz um Hilfe baten, befand er sich zufälliger Weise gerade im Urlaub in Russland. Über das Internet mit dem Fernwartungssystem verbunden, konnte er aber auch tausende Kilometer entfernt zur Tat schreiten. Problem gelöst.

Annahme falscher Tatsachen

Als die Pumpe dann fast ein halbes Jahr später den Geist auf gab, sorgten die Aufzeichnungen des digitalen Logbuchs zunächst für Verwirrung und schließlich für Beunruhigung. Die Daten vermerkten, dass jemand unter dem Namen Jim Mimlitz mit einer russischen IP-Adresse auf das System zugegriffen hatte. Schockiert von dieser Entdeckung wurden naheliegende, mechanische Fehlerquellen ausgeblendet und ein krimineller Akt vermutet. Anstelle Mimlitz anzurufen, wurde geradewegs angenommen, dass Hacker sich Mimlitz Identität bedient hätten, um sich so Zugang zur Wasserversorgungsanlage zu verschaffen. Derart auf das Albtraumszenario konzentriert, ignorierten schließlich auch die alarmierten Gesetzeshüter die vorliegenden, digital festgehaltenen Fakten. Ein genauerer Blick in die Aufzeichnungen hätte gezeigt, dass Mimlitz zwar tatsächlich über eine russische IP-Adresse auf das System zugegriffen hatte, er bei diesem einmaligen Eingriff aus dem Ausland aber keine einzige Manipulation vorgenommen hatte.

Wer war schuld?

Am Ende, so der Wired-Bericht, schob jeder dem anderen die Schuld in die Schuhe. "Dabei hätte ich mit nur einem Anruf alles aufklären und entschärfen können", beteuert Mimlitz nachträglich.

Links

Wired

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Posting 1 bis 25 von 52
1 2
Grüner Kobold von Nussloch
00
14.12.2011, 17:35

Erinnert mich ein bisschen an "Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben" von Stanley Kubrick

Fränds
01
2.12.2011, 09:43
Irgendwas widerspricht sich bei diesen zwei Sätzen

"Über das Internet mit dem Fernwartungssystem verbunden, konnte er aber auch tausende Kilometer entfernt zur Tat schreiten. Problem gelöst."

"... dass Mimlitz [...] über eine russische IP-Adresse auf das System zugegriffen hatte, er bei diesem einmaligen Eingriff aus dem Ausland aber keine einzige Manipulation vorgenommen hatte."

Derstandarddurchschnittsposter
04
2.12.2011, 09:51

/etc/init.d/wasserpumpe restart
ist vielleicht keine "Manipulation".

Mathias Steinlaus
 
02
2.12.2011, 09:34
Bei genauerem Hinsehen, war tatsächlich nicht mehr als eine Sicherung durchgebrannt.

.. das wissen wir doch schon länger, daß bei manchen US-Bürgern eine Sicherung durchgebrannt ist ... allen voran "Eliten" aus Wirtschaft und Politik, die mit dem "Heimatschutzministeriung" und der Aushöhlung der Bürgerrechte die USA immer mehr in Richtung Stalins Russland bringen ...

Elettra
00
2.12.2011, 07:54
Fail.... Länder IP, wieder mehr ein Grund für

http://perfect-privacy.com/

Derstandarddurchschnittsposter
12
2.12.2011, 09:27

Das hat aber mit dem Artikel nix zu tun. Wenn ich für Wartungszwecke remote auf ein System zugreife, möchte ich meine Identität ja nicht verschleiern.

Elettra
00
2.12.2011, 18:46
Wartungszwecke

für Wartungszwecke gibt es besseres sowie sicheres als eine stupide fixe IP, jedenfalls benötige ich für einen Remote- Zugriff keine Landes-spezifische IP.

*.*
11
3.12.2011, 11:23

rofl

ja ich verbinde mich auch ohne ip im tcp/ip, allein durch gedankenkraft

Gywer Johnson
 
00
6.12.2011, 08:27

das kann nur Chuck !!

Elettra
00
3.12.2011, 12:34
@*.*

Dafür gibt es Mittler wie dyndns und hunderte ähnliche Dienste

Beispiele:
http.//dyndns.org
http://teamviewer.com
http://gotomypc.com

Wozu soll ich schließlich für den scheinbaren Vorteil einer fixen IP die komplette Privatsphäre über Bord werfen?

Wohl Wohl
00
2.12.2011, 07:14
Das sieht man wieder ...

... wie paranoid die USA durch FOX News,Hollywood und die Republikaner geworden ist.

aero seven
015
1.12.2011, 23:15

Time to declare the war on error!
:-D

michael streuleitner
07
2.12.2011, 07:35
either you are with us,

or you are with the errorists... : D

was weisich
04
1.12.2011, 21:55
Das Erinnert mich an den Mann der den 3. Weltkrieg verhinderte

26. September 1983: Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow, wachhabender Offizier der Luftüberwachung, erhielt vom Warnsystem Meldungen über anfliegende Raketen. Er entschied sich jedoch, den grundsätzlichen Befehl zum Gegenschlag nicht auszuführen und verhinderte so den nuklearen Gegenschlag der Sowjetunion. Der Alarm stellte sich als Falschalarm heraus; Verursacher waren von einem Satelliten als Raketenabschüsse fehlinterpretierte Reflexionen auf Sonnenstrahlen in der Nähe einer amerikanischen Abschussbasis.

die Resi-Tant Evil
04
2.12.2011, 00:17
Mich erinnert es an die glorreiche Schlacht um Los Angeles während des II. Weltkriegs

http://en.wikipedia.org/wiki/Batt... os_angeles

Kombatanten: die US Luftverteidigung versus ... niemand.

Die Schlacht dauerte 3 Stunden, während derer 1.440 Flak-Artilleriegranaten verschossen wurden. Seitens der heldenhaften Heimatverteidiger erlitt man beträchtliche Kollateralschäden sowie mindestens 1 im heroischen Abwehrkampf Gefallenen (alter Mann starb an Herzkasperl wg. des infernalischen Flakgetöses), konnte aber den Angreifer - d.h.: niemanden - zurückschlagen und ihm empfindliche Verluste beibringen.

maruh
00
1.12.2011, 21:17

also ich kugel mich noch immer vor lachen

x chromosom
01
1.12.2011, 18:58
knapp daneben ..

vermutlich waren die atombomber schon in der luft

"Delirant isti ami"

Gegen Geistlose Eigentümlichkeiten
00
1.12.2011, 17:12

Wie war das nochmal wegen der gefühlten Sicherheit, mehr Log-Daten und so?

Marie Juana
00
1.12.2011, 17:12
Was haben wir daraus gelernt?

Lasse niemals die Logdatei deiner Wasserpumpe von einem Consultant kontrollieren!

Kahuna
011
1.12.2011, 17:01
Das kommt davon wenn jeder dritte Wort "war on terror" ist.

Die Leute verbloeden halt.

§126c Verfechter K.ing Leissner
00
1.12.2011, 16:57

Also ich finds witzig ;)

h 90
07
1.12.2011, 16:46
"schließlich sämtliche Verteidigungskräfte alarmiert "

Atomwaffen
UBoote
Flugzeugtraeger
Forstpolizei
Gebirgsjaeger
Obamas Bodyguards
Chuck Norris

Sir Harry....
00
1.12.2011, 16:28
Stellen wir uns vor, es wäre etws tatsächlich Wichtiges betroffen..

Und diese Schwachköpfe lösen ein Alarm aus...

Schon sind all die Szenarien aus den "Blockbuster-Movies" bittere Realität.

Joe Z.
03
1.12.2011, 15:53

Das alltägliche Tunneldenken, macht auch vor Wasserwerken nicht halt :-)

Die folge von ITIL und Bürokratie deluxe, gut gemacht habt's es ihr, ihr Manager. Sehr gut sogar, nachdem über die Jahre hinweg gezielt Menschen vom selbst Denken abgehalten werden (Prozesse bzw. Prozessoptimierung) wundert man sich über Tunneldenken.

Theo56
016
1.12.2011, 15:02
Und ausgerechnet so einem Staat hat Frau Fekter vor geschätzten 2 Jahren die Überweisungsdaten aller österreichischen Kontobesitzer für deren paranoide Umtriebe weitergegeben (Stichwort SWIFT Abkommen)

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