Transparency International

Die Korruption in Österreich nimmt zu

1. Dezember 2011, 06:47

"Schlechtes Mittelfeld" unter demokratisch hoch entwickelten Industriestaaten - Somalia und Nordkorea am korruptesten

Berlin, Wien - Österreich wird im Langzeitvergleich zunehmend als korruptes Land wahrgenommen, dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten „Korruptionswahrnehmungsindex" (CPI) von Transparency International (TI) hervor. Mit 7,8 Punkten rangiert das Land derzeit im internationalen Vergleich auf Rang 16 - was ja noch nicht so schlecht klingt, wie auch die Organisation einräumt. Verglichen mit demokratisch hoch entwickelten Industriestaaten aber sei Österreich heuer "nur mehr im eher schlechten Mittelfeld" platziert, heißt es. TI attestiert Österreich daher ein „beständiges leichtes Absinken".

Der Index bezieht sich auf eine Punkteskala von null (Wahrnehmung umfassender Korruption) und zehn (völlige Korruptionsfreiheit) und misst die Einschätzung der Verbreitung von Korruption im gesamten staatlichen Sektor durch Unternehmensberatungsagenturen und das Management international tätiger Unternehmen.
In dieser Erhebung hat Österreich in den vergangenen sechs Jahren an Boden verloren: Von Rang zehn 2005 auf Rang 16 im heuerigen Jahr. Der Punktewert sank von 8,7 auf 7,8, wobei TI darauf hinweist, dass die Punktewerte aufgrund methodischer Änderungen nur eingeschränkt vergleichbar seinen, dies aber keine Auswirkungen auf die Position im internationalen Vergleich habe.

Vergleichbar mit Großbritannien

Deutlich ist der Trend laut TI auch, wenn man Österreichs Platz in Bezug zu den Werten entwickelter Industriestaaten bzw. von Ländern mit langjähriger demokratischer und rechtsstaatlicher Tradition (insgesamt 23, darunter die EU-15, Nordamerika und Japan) setzt. Dies ist nach Ansicht der Korruptionsbeobachter auch die einzige "tatsächlich vergleichbare Staatengruppe". 2005 lag Österreich hier auf Platz neun - hinter den skandinavischen Staaten, Neuseeland, der Schweiz und Australien. Heuer ist es gemeinsam mit Großbritannien Rang 14 geworden. Österreich liege "damit aktuell nur mehr im eher schlechten Mittelfeld", so die Organisation.

Die Organisation rechnet damit, dass sich das „schleichende Absinken Österreichs" fortsetzen wird, wenn die Politik nicht „unverzüglich" und „energisch" gegensteuert. Der Abwärtstrend im Wahrnehmungsindex hat allerdings auch damit zu tun, dass seit 2006 Korruptionsaffären hierzulande „mit zunehmender Intensität" diskutiert würden, hält TI fest. Daher sei die Platzierung „nicht notwendigerweise Ergebnis einer tatsächlichen Zunahme von Korruption im öffentlichen Sektor", wird betont. Und: Die meisten aktuell im Rampenlicht stehenden Korruptionsfälle lägen ja schon länger zurück, doch frühere eher „verdeckte" Korruptionsprobleme würden mittlerweile auch „international verstärkt wahrgenommen".

Korrupteste und sauberste Länder

Somalia und Nordkorea sind nach Erkenntnissen von Transparency International die korruptesten Länder der Welt. Für die Anti-Korruptions-Organisation bilden sie mit der Bewertung 1,0 das gemeinsame Schlusslicht einer 183 Länder umfassenden Liste. Auf der Transparency-Bewertungsskala von null (höchst korrupt) bis zehn (sehr sauber) erreicht Neuseeland 9,5 und ist damit das Land, in dem es am wenigsten korrupt zugeht. Die EU-Länder Finnland und Dänemark (je 9,4) sind dem Spitzenreiter dicht auf den Fersen. Österreich (7,8) liegt mit Barbados und Großbritannien auf Rand 16.

Von den großen Staaten liegen Deutschland und Japan auf Platz 14, die USA kommen auf Platz 24. China erreichte den 75. Rang, Russland verbesserte sich vom 154. auf den 143. Rang.

Verschwendung, Schmiergeld, Intransparenz

Korruption plage unverändert viele Länder, erklärte Transparency International bei der Vorlage seines Jahresberichts am Donnerstag. Gründe für viele Proteste in der Welt seien die Verschwendung öffentlicher Mittel, Schmiergeldzahlungen und undurchschaubare Entscheidungsprozesse. Ganz gleich, ob es um die Krise der Eurozone oder die Volksaufstände in der arabischen Welt gehe, müssten die Politiker Forderungen nach besserem Regierungshandeln erfüllen, sagte die Transparency-Vorsitzende Huguette Labelle.

Zwei Drittel der von der Organisation unter die Lupe genommenen Länder erreichten weniger als 5,0 Punkte. So liegen die meisten Länder des "Arabischen Frühlings" in der zweiten Hälfte der Liste und werden geringer als 4,0 bewertet. Und unter den EU-Ländern rangieren jene Staaten der Eurozone am unteren Ende der Skala, die auch wegen Fehlschlägen im Kampf gegen Korruption und Steuerhinterziehung von der Schuldenkrise besonders hart getroffen wurden. Italien und Griechenland nehmen die Plätze 69 beziehungsweise 80 ein. Schlechter liegt in der EU nur noch Bulgarien (3,3 und Rang 86).

Durch jahrzehntelange Korruption würden die Volkswirtschaften selbst und der Glaube an die öffentlichen Institutionen untergraben, erläuterte TI-Geschäftsführer Cobus de Swardt. Wenn ein Staat es nicht fertig bringe, die Korruption und die Steuerflucht einzudämmen, so gingen dadurch zum einen Milliardenbeträge verloren, zum anderen erhielten die Bürger den Eindruck, dass es "Teil des normalen Lebens" sei, den Arzt und den Finanzbeamten zu "schmieren". Vor drei Jahren erstellte TI einen Bericht zur Korruption in Griechenland, aus dem hervorging, dass eine Durchschnittsfamilie dort jährlich 1.450 Euro an Schmiergeldern zahlt. (APA/Reuters)

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DarwinsHammer
00
5.12.2011, 14:59
SPö = Korruption

Anders ist nicht zu erklären, dass Österreich gerade unter Schwarz-Blau weniger korrupt war.

kooling
00
13.12.2011, 17:09
bitte wie?

in welchem Tümpel entstand denn diese Meinung?

and then there was silence
20
2.12.2011, 10:17

http://www.youtube.com/watch?v=7tiOClGuogY

Wenn sich jemand angesprochen fühlt und evtl. helfen kann, würde es mich freuen ...

Der Manner
00
2.12.2011, 09:01

Jeder Verbrecher empfindet sich selbst im Recht wenn er "sein" Verbrechen ausführt, weil es doch seine Profession ist einzubrechen, zu überfallen, zu rauben etc.

Politiker und ihre Trabanten sehen das genauso. Korruption und Schmieren sinb in ihrer Auffassung Teil ihrer beruflichen Tätigkeit.

HerrderRinge
00
2.12.2011, 08:55
BESTECHUNG!

HerrderRinge
00
2.12.2011, 08:37
PLATZ 1: OENB/OEBS

Nichts wissen; nichts gewußt, Kick-Back Zahlungen;
kein Schriftverkehr, keine Telefonate, kein Internet; einfach ALL-IN Geld in den Koffer und ab damit in die Mafiakanäle!!!!!!!!

Pierre d´Aubusson
10
2.12.2011, 08:12
Des kaun i ma ned vuastölln,

vor allem, weil es zwar Gerüchte über pöse korrupte Beamte und - man wagts garnicht zu denken: Politiker! - gibt, aber niemand da ist, der sie bestäche...
Oder kennens wem?
Und können Sie das beweisen? Na also, haltens den Mund und seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie sagen, ja!

Horstl Schorschl
00
2.12.2011, 07:51
Wird zunehmend wahrgenommen...

und dabei sind die noch nicht einmal hier aufgewachsen... !!!!!!!

Carlos Clementin
02
2.12.2011, 06:26

Tango Korrupti ... Und wenn ana draufkummt und entpuppt , dann... trallala ... zB der KHG ist nimma da ..

Erwin Wolfram
05
2.12.2011, 03:20
...

bitte senden Sie mir 300.000 EUR, ich sage gerne dass es gar keine Korruption gibt...

Allmächtiger Satan
00
2.12.2011, 02:20

Häupl hat zugenommen?

:-:¦¦¦¦:+_†_+:¦¦¦¦:-:
02
2.12.2011, 00:01
Gründe für viele Proteste in der Welt seien die Verschwendung öffentlicher Mitte

und dann schaffen wir den 16. Platz?!?

zhang sanfeng
09
1.12.2011, 22:20
"Österreich wird ... zunehmend als korruptes Land wahrgenommen"

fließt in diese wahrnehmung auch ein,
was in der wahrnehmung der staatsanwälte gar keine korruption ist?
wie zum beispiel jene 647 polizisten, die für ihren einsatz als transportbegleiter schutzgeld erpresst haben.
man hat damals mit der interessanten begründung "weil wir sonst im korruptionsindex hinter pakistan zurückgefallen wären" auf eine anklage verzichtet:
http://derstandard.at/125069114... -angeklagt

Doc Steel
03
2.12.2011, 06:52
staatsanwälte

sind genauso teil des systems.

Thomas K.
02
1.12.2011, 22:08
na für des hät ma sicha keine studie gebraucht

oder schon??

Herbert Prikopa1
03
1.12.2011, 22:08

Mhm, schlechtes Mittelfeld. Da haben wir Transparency International wohl nicht ausreichend geschmiert.

Christian Eder
03
1.12.2011, 21:37
Zunahme

Na ja, seit Österreich "neu regiert" wurde und der "schwarz- blaue Marsch durch die Wüste Gobi" stattgefunden hat (siehe den Buchtitel von Andreas Khol, dem die ÖVP im Übrigen wegen der Verhinderung Grassers als Vizekanzler ein Denkmal setzen müsste), kann es ja in unserem Land gar keine Korruption mehr geben. Und seit "Wer, wenn nicht er" beinahe wieder Bundeskanzler geworden wäre, erst recht nicht.

docw
23
1.12.2011, 21:34

diese statistik wurde OHNE miteinbeziehung der machenschaften des wiener rathauses gemacht, denn sonst wäre österreich einige plätze schlechter.

Pierre d´Aubusson
00
2.12.2011, 08:15

Des is oba a beeses Gerücht, daß bei da Gmoa in Wean ausgrechnt die MA fia fia de Finanzn zuaständi is...

drwestbahn
05
1.12.2011, 21:24
Die meisten aktuell im Rampenlicht stehenden Korruptionsfälle lägen ja schon länger zurück, doch frühere eher „verdeckte" Korruptionsprobleme würden mittlerweile auch „international verstärkt wahrgenommen"

Übersetzung: Schön langsam kommt der schwarz-blaue Freunderlwirtschaftsselbstbedienungsladen ans Tageslicht.

Aber das wäre dann politisch unkorrekt formuliert.

rudolf habsburg
07
1.12.2011, 21:22
Dass Staatsanwalt Kronawetter trotz Vorliegen von offensichtlichen Scheinrechnungen (von sage u. schreibe 6 Millionen Euro an die Rumpold`s) nichts wissen will, "WO DIE LEISTUNG IST" ist ein Justizskandal!!!

oder Staatsanwalt Walzi der eine 150 Seiten starke Anzeige gegen den im Verdacht korrupten EX-Innenminister Strasser einfach "übersehen" habe. Sehr wohl ermittelt wurde allerdings in Sachen Daten-Diebstahl - wobei Walzi einräumte (DAS MUSS MAN SICH VORSTELLEN!!!!) sich bei seinem Vorgehen weitgehend an die in der Anzeige geäußerten Wünsche Strassers gehalten zu haben...........Das Unfassbare ist: Dass diese (korrupten?) Typen in den Staatsanwaltschaften über Schuld und Unschuld "IMMER" noch RICHTEN dürfen!!! Wenn wunderts noch, dass Österreich mit immer tiefer im KORRUPTIONSSUMPF versinkt!!!!!!!!!!!!

De Mut
 
04
1.12.2011, 21:02
ach geh ...

wir hier in AUT hätten des gar net so empfunden -

Danke hierfür auch an Wolfgang Schü...

peace & love
01
1.12.2011, 20:38
hanebüchen.

korruption hat es an sich, verdeckt zu laufen, so wird es auch schwer sein, ein ranking zu erstellen.

ausserdem: in österreich gibt es keine korruption, es gilt maximal die unschuldsvermutung.

Martin Rosenkranz
00
1.12.2011, 20:28
Die Korruption in Österreich nimmt zu

NOCH MEHR ?

bam, oida ! .....

ivan der gerechte
12
1.12.2011, 20:15

Man bràuchte eine wirklich
schlagkràftige
korruptiosstaatsanwaltschaft die
auch mit weitreichenden
kompetenzen ausgestattet sein
sollte. Mitarbeiter sollten
hochqualifiziert sein und weder
jetzt noch in der vergangenheit im
dunstkreis irgend einer partei
gewesen sein. So etwas würden
wir eher heute als morgen
brauchen, die kosten die dadurch
entstehen würden wàren bald
herinnen.

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