Die Wiener Austria musste sich beim ukrainischen Tabellenführer klar mit 1:4 geschlagen geben - Aufstiegschance lebt
Charkiw - Für die Austria ist der Aufstieg in die K.o.-Phase
der Europa League in weite Ferne gerückt. Nach einem 1:4 (1:2) gegen
Metalist Charkiw in der vorletzten Runde der Gruppenphase am Mittwoch
sind die Wiener auf fremde Schützenhilfe angewiesen. Nach fünf
Spielen liegt Alkmaar, das in Malmö 0:0 spielte, zwei Punkte vor der
Austria. Während die Favoritner am 15. Dezember zu Hause Schlusslicht
Malmö zu Gast haben, trifft Alkmaar in den Niederlanden auf den
bereits feststehenden Gruppensieger Charkiw.
Chance lebt
Bei einem Sieg der Ukrainer reicht der Austria schon ein Erfolg
gegen die Schweden. Erobert Alkmaar gegen Charkiw jedoch einen Punkt,
müsste die Austria gegen Malmö mit bereits sechs Toren Unterschied
gewinnen. Die direkten Duelle mit Alkmaar hatten mit 2:2-Remis
geendet.
Wie auch in der Meisterschaft kassierte die Austria in Charkiw die
entscheidenden Gegentreffer nach individuellen Fehlern. Marko Devic
(16.), Edmar (40.), Papa Gueye (60.) und Jose Ernesto Sosa (90.)
schossen die Tore für die klar überlegenden Ukrainer. Florian Mader
(19.) erzielte für den Bundesliga-Spitzenreiter nur den
zwischenzeitlichen Ausgleich.
Nach dem 1:2 in der Wiener Generali Arena zum Startschuss der
Gruppe war Charkiw auch vor heimischer Kulisse das Team mit der
höheren spielerischen Klasse. Gleich acht Südamerikaner liefen vor
20.000 Zuschauern in der EM-Arena 2012 für Metalist auf. Bei den
Violetten vertraute Trainer Karl Daxbacher auf seine Stamm-Elf, für
den verletzten Manuel Ortlechner spielte Peter Hlinka in der
Innenverteidigung.
Charkiw legte im Rennen um den vorzeitigen Aufstieg in die Runde
der besten 32 Mannschaften sofort los. Nach einem schnellen Konter
setzte der Argentinier Sosa, ein Ex-Profi des FC Bayern München, den
Ball bereits in der 4. Minute knapp neben das Tor. Die Austria war
bemüht, kam aber überhaupt nicht gefährlich vor das Tor der
Hausherren. Goalgetter Nacer Barazite "hing" in der Luft, über die
Seiten kam wenig.
Violette Geschenke
Nach einem Missgeschick von Tomas Jun durfte Charkiw dann erstmals
jubeln. Der Tscheche verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung
leichtfertig, Sosa bediente Devic, der zum 1:0 abschloss. Der in
Belgrad geborene Stürmer hatte bereits im Länderspiel gegen
Österreich in Lwiw Mitte November das Siegestor für die Ukraine
geschossen.
Wie aus dem Nichts gelang den phasenweise ängstlich agierenden
Favoritnern aber der rasche Ausgleich. Nach einen Abwehrversuch von
Charkiw schoss Mader eigentlich aus der Not geboren Richtung Gehäuse
von Metalist und erwischte Keeper Dischlenkowitsch auf dem falschen
Fuß. Es war der erste Torschuss der Wiener im Spiel überhaupt.
Die Austria versuchte sich gegen eine auch ohne ihren gesperrten
Torjäger Cristaldo überlegene Heim-Elf danach in die Pause zu retten.
Ein Patzer von Hlinka ermöglichte Charkiw aber die neuerliche
Führung. Der Slowake schlug bei einem Abwehrversuch ein Luftloch, der
ebenfalls eingebürgerte Brasilianer Edmar bedankte sich herzlich.
Nach Seitenwechsel startete die Austria hoffnungsvoll, einen
Kopfball von Alexander Grünwald (49.) drehte Dischlenkowitsch über
die Latte. Anders als gegen Alkmaar gelang die Aufholjagd allerdings
nicht mehr. Gueye besorgte nach einem Eckball per Kopf das 3:1,
Austria-Torhüter Heinz Lindner machte dabei keine allzu gute Figur.
Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken ließ Charkiw der Austria mehr
Spielanteile. Der Spannung versprechende Anschlusstreffer wollte den
zaghaft agierenden Wienern aber nicht gelingen. Im Gegenteil: Sosa
glückte in der Schlussminute noch der vierte Treffer für Metalist. (APA)
Metalist Charkiw -
Austria Wien 4:1 (2:1)
Charkiw, Metalist-Stadion, 20.000
Zuschauer, SR Balaj/ROM
Torfolge:
1:0 (16.) Devic
1:1 (19.) Mader
2:1 (40.) Edmar
3:1 (60.) Gueye
4:1 (90.) Sosa
Metalist: Dischlenkowitsch - Villagra, Gueye, Torsiglieri, Fininho -
Edmar (89. Schelajew), Torres - Sosa (92. Radtschenko), Cleiton
Xavier, Taison - Devic (80. Blanco)
Austria: Lindner - Klein, Margreitter, Hlinka, Suttner - A.
Grünwald (66. Liendl), Mader - Gorgon (56. Stankovic), Jun (80.
Tadic), Junuzovic - Barazite
Gelbe Karten: Torres, Villagra bzw. Grünwald