Jetstreams taugen nicht zur Energiegewinnung

3. Dezember 2011, 18:00
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    foto: l. miller / mpi-bgc jena

    So könnten die Anlagen zur Energiegewinung aus Jet Streams aussehen - offenbar werden sie aber nur Konzeptstudien bleiben.

Deutsche Forscher berechnen, dass der Antrieb nicht so stark ist wie gedacht - zudem hätte eine Nutzung massive Folgen für das Weltklima

Jena - Ernüchterndes hat das Max-Planck-Institut für Biogeochemie über einen vermeintlichen Hoffnungsträger in Sachen Energiegewinnung zu berichten: Die Jetstreams in der oberen Troposphäre bzw. Stratosphäre lassen sich den Forschern zufolge nicht als Quelle erneuerbarer Energien nutzen. Nicht nur, dass das Potenzial viel geringer sei als gedacht - eine Ausbeutung dieses Systems könnte auch gewaltige Auswirkungen auf das gesamte Klimasystem haben.

Jetstreams sind Luftbewegungen der Atmosphäre mit kontinuierlichen Geschwindigkeiten von über 90 km/h in Höhen von 7 bis 16 Kilometern. Das sind zwar beachtliche Geschwindigkeiten, doch kommen sie nicht durch einen starken Antrieb, sondern durch das fast vollständige Fehlen von Reibung zustande. Jetstreams resultieren aus der Bilanz zwischen der beschleunigenden Kraft des Druckgradienten in der oberen Atmosphäre und der Corioliskraft, die durch die Erdrotation erzeugt wird. Da sie in der oberen Atmosphäre entstehen, spielt eine Reibung mit der Erdoberfläche praktisch keine Rolle. Folglich braucht es nur wenig Energie, um sie anzutreiben und aufrecht zu erhalten. 

Berechnungen

"Genau dieser geringe Energiebedarf ist es, der das Potenzial zur Nutzung als erneuerbare Energiequelle begrenzt", erklärt Axel Kleidon, Leiter der unabhängigen Max-Planck-Forschungsgruppe "Biosphärische Theorie und Modellierung". Basierend auf der atmosphärischen Energetik errechnete Kleidons Gruppe mithilfe von Klimasimulationsmodellen die maximale Rate, mit der Windenergie aus der globalen Atmosphäre entzogen werden kann. Mit 7,5 Terawatt wäre diese 200 Mal geringer als die in vorherigen Studien ermittelte nutzbare Windenergie und beläuft sich lediglich auf ungefähr die Hälfte des Primärenergiebedarfs der Menschheit von 17 Terawatt im Jahr 2010 - weit entfernt von einer nahezu unerschöpflichen Quelle, die den zukünftigen, stets steigenden Energiebedarf der modernen Zivilisation decken könnte.

... zumal eine Nutzung mittels Windturbinen auch mit massiven, aber kaum vorhersehbaren Folgen verbunden wäre: Da jede Windturbine einen Widerstand aufbaut, durch den Windenergie letztlich in Strom umgewandelt wird, muss sich die Kräftebilanz der Jetstreams ändern, sobald diese Energie entzogen wird. Würden den Jetstreams 7,5 Terawatt für erneuerbare Energiegewinnung entzogen, so wäre eine stark verändert Kräftebilanz die Folge, was den treibenden Druckgradienten zwischen der Äquatorregion und den Polen erschöpfen würde. Ein solcher Eingriff würde das gesamte Klimasystem verlangsamen. "Die Atmosphäre würde ein 40-Faches weniger an Energie erzeugen im Vergleich zu dem, was wir durch die Windturbinen an erneuerbare Energie gewinnen könnten", erläutert Lee Miller, Erstautor der Studie. "Dies würde drastische Änderungen für die Temperatur und das Wetter hervorrufen." (red)

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Erzpiefke
 
130
4.12.2011, 22:38
Wie will man einen Wind in 7-16 Km Höhe nutzen?

So hohe Windräder wird man wohl kaum bauen. Um einen meßbare Auswirkung auf demn Wind zu haben, müßte man die ganze Atmosphäre mit solchen Anlagen vollrammeln. Das wäre das Ende des Luftverkehrs in diesen Höhen. Der nutzt im übrigen den Jetstream. Die Klimahetzer behaupten entgegen seriöser Statistiken ja, daß Unwetter und Stürme Folge des Treibhauseffektes wären. Dabei handelt es sich Folgen eine ZU SCHNELLEN Klimasystems. Eine Einbremsung wäre also sogar wünschenswert. Insgesamt eine sehr schwache Untersuchung des Max-Planck-Instituts.

Frohsinns dicke Katze
 
00
5.12.2011, 17:56

lol :D

Das scheue Reh
06
5.12.2011, 08:19

"Klimahetzer" - ist das Ihr ernst?

dafa
51
5.12.2011, 16:22
einfach erstaunlich...

" "Klimahetzer" - ist das Ihr ernst? " - ist das ihr ernst?

leaping frog
01
7.12.2011, 12:27
"""Klimahetzer" - ist das Ihr ernst? " - ist das ihr ernst?" - ist das ihr ernst?

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
4.12.2011, 19:38

"Mit 7,5 Terawatt wäre diese 200 Mal geringer als die in vorherigen Studien ermittelte nutzbare Windenergie und beläuft sich lediglich auf ungefähr die Hälfte des Primärenergiebedarfs der Menschheit von 17 Terawatt im Jahr 2010"

Soll das heißen, komplett ausbaut, könnte man das 100-fache des Energiebedarfs der Menschheit aus (bodennahe) Windenergie erzeugen?

Grisu der kleine Drache
00
5.12.2011, 09:54

Die Windsysteme setzen 300mal mehr Energie um als die Menschheit. Die Sonne strahlt 10.000mal mehr Energie ein als wir konsumieren.

Diese beiden Energieformen sind die einzigen Erneuerbaren mit einem derart hohen Potential und müssen in einer nachhaltigen Wirtschaft das Rückgrat der Energieversorgung. Alles andere (Biomasse, Wasserkraft, Geothermie ...) reicht selbst bei massiver Ausschöpfung des Potentials nicht aus.

Mit der Unstetigkeit von Wind und Sonne werden wir irgendwie zurechtkommen müssen. Das wird vermutlich ähnlich aufwändig wie die Windräder und Solaranlagen selbst.

Andreas Mittermayer
02
4.12.2011, 20:45
Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
012
4.12.2011, 21:25

Es gibt aber wichtige Argumente gegen Windkraft!:

http://i.imgur.com/wwHr9.jpg

N. Dot. Irrung
02
4.12.2011, 18:21
Liebe red,

die Überschrift "Jetstreams taugen nicht zur Energiegewinnung" ist wieder einmal eine typisch journalistische Vereinfachung.
Natürlich taugen Jetstreams zur Energiegewinnung. Das paper weist lediglich annahmen anderer Autoren zurück dass der ganze Energiebedarf dadurch gedeckt werden könnte (bzw. vielfach gedeckt werden könnte).
A bisserl a genauere Berichterstattung warat fia a Qualitätszeitung net vakehrt.

meinrad
13
4.12.2011, 13:16
"zudem hätte eine Nutzung massive Folgen für das Weltklima"

na und, seit wann hat uns das je gestört.

MovGP0
00
7.12.2011, 21:45
also wenn es eine potenzielle Abkühlung bringt

dann werden das sicher einige Wissenschaftler zumindest in Modellen für Geoengineering verwenden wollen.

zeamount
01
4.12.2011, 10:19

Ich weiß nicht genau, wo das Problem liegt - so schnell wird die Menschheit nicht eine einzelne Technologie finden, die unseren gesamten Energiebedarf deckt. Außerdem: Wäre das überhaupt gut? Wir fokussieren uns immer viel zu sehr auf eine Variante, eine Energiequelle. Dabei verfügen wir bereits über eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten zur Energiegewinnung. Nutzen wir diese Kreativität, angepasst an die jeweils lokalen Umstände. Dann hängen eben nur einzelne KW im Jetstream, und dort, wo's wirklich nicht anders geht, steht gar ein AKW. Dazu kommt noch: Je mehr Varianten wir haben, desto weniger Abhängigkeiten entstehen.

mistvieh666
 
10
4.12.2011, 11:34

das ist grundsaetzlich richtig.
aber da gibts eine anmerkung:
um eine technololgie zu entwickeln hat man hohe fixkosten, bei 2 technologien sind die doppelt so hoch ... es gibt praktisch kaum mehr kleinere dampfmaschinen, nur verbrennungsmotoren, es setzt sich einfach eine technologie durch. wer auf dampfmaschinen gesetzt hat hat fuer immer verlorene "sunken costs".
damit ernsthaft geld in die forschung geht, muss die technologie eine zukunft haben, einen marktanteil von 20++%, wenn sie nicht ausreichend konkurrenzfaehig ist, hat sie keine.
ob das jetzt stimmt oder nicht, jedenfalls denken manager so, und das ist das, was die welt veraendert.

Heavyweather
01
4.12.2011, 20:00

Trotzdem wurde die Dampfmaschine entwickelt und war sicher keine unnötige Entwicklung.
Entwicklungskosten sind gering dagegen was auch eine kleine nutzbare Form der Energiegewinnung an finanziellen Möglichkeiten bietet.
Auch in Nischenmärkten lässt sich enorm viel Geld verdienen.
Es entwickeln ja viele Leute parallel daher hat auch nicht ein Player die kompletten Entwicklungskosten mehrere Technologien zu tragen.

Hast du ein Beispiel für eine Technologie die wegen den Entwicklungskosten gestoppt wurde?

Das scheue Reh
01
4.12.2011, 15:29

20% wären ca. 200 Milliarden Euro pro Jahr. Bei dem Geld kann man schon ein bisschen Forschen.

scaleo
00
4.12.2011, 06:11
"Da jede Windturbine einen Widerstand aufbaut"??

Der Luftraum ist voll mit Flugzeugen die einen Widerstand aufbauen, wenn sie gegen den Jet Stream fliegen müssen.

cat of all trades
 
01
4.12.2011, 11:22

Ich glaube nicht, dass ein Pilot so dumm wäre und gegen den Jetstream fliegt. :-) Der sucht sich eine andere Höhe wo es sich billiger fliegt.

Würde er doch so dumm sein, dann stösst der Flieger ja sehr schnelle Luft aus dem Triebwerk aus die eine Abbremsung verhindert (sonst würde er ja runterfallen).

kubikwurzel
09
4.12.2011, 09:10
fliegende Flugzeuge sind nicht am Boden verankert

daher können sie den JetStream nicht abbremsen, sonder nur etwas verwirbeln.

Deren Luftwiderstand wird durch den Schub ihrer Triebwerke im JetStream überwunden, während erdverankerte Turbinen die Gegenkraft zum Widerstand sozusagen aus der Erdoberfläche ziehen.

scaleo
190
4.12.2011, 10:44

Woher die Kraft stammt ist vollig egal, Masse bleibt Masse. Und nach den Gravitationsgesetzen muss bewegte Masse noch wesentlich stärker auf den Stream wirken als ruhende (Äquivalenz von Masse und Energie)

Leonardo Basil
00
5.12.2011, 10:27

Entweder: Denk' nochmal darüber nach.
oder: Lern' Basisphysik (Newton, stichwort aktio-reaktio) und denk' dann nochmal drüber nach.

ARO5
01
4.12.2011, 21:44

Komisch, wenn ich erzähle, dass mir im Pariser Louvre fad ist, sagen meine Bekannten, dass ich unkultiviert sei, wohingegen bei Ihnen, sinds mir nicht böse, vermutlich das Urteil auf "Feuerkopf" lauten würde. Noch bedenklicher wäre, hätten Sie vielleicht noch die Zahl pi o.ä. Hineingestreut, fänden sich trotzdem einige homöopatie gestählte Wirrköpfe, welche Ihnen ein reges Interesse an Ihrer Umwelt konstatierten. Ich leider, Van Gogh als Schmieransky bezeichnend, bin kulturlos.

pfff.
00
5.12.2011, 10:37

wenn ihnen im louvre fad ist, haben ihre bekannten auch 100 % recht.

und das sage ich ihnen als promovierter physiker.

FS 4
07
4.12.2011, 17:56

1.) Das Gravitationsgesetz hat mit der Horizontalbewegung eines Flugzeuges nichts zu tun.

2.) Die Masse des Flugzeuges interessiert den Jet-Stream überhaupt nicht, die Form des Flugzeuges hingegen schon (letztere ist aber auf minimalen Luftwiderstand optimiert).

3.) Ein Flugzeug bewegt sich vorwärts, indem es Luftmasse nach hinten schleudert, ergo verhält es sich gegenüber der Umgebungsluft weitgehend neutral bzw. beschleunigt lokal eine vorhandene Strömung sogar, wie relativ einfach ersichtlich ist, wenn man das Problem im Intertialsystem des Windes betrachtet.

4.) Wenn ein Pilot gegen den Jetstream fliegt (und äußerer Einflüsse wegen nicht notwendig ist), dann ist er ein Idiot – wie schon jemand vor mir korrekt bemerkt hat.

herois
01
4.12.2011, 14:08

nicht wenn sowohl die fortbewegungsenergie und der wiederstand im jetstream entstehen. dann ists genau egal (beim flieger so) - wird nur ein bissl verwirbelt.

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