Neues ÖBB-Kursbuch

Westbahn-Eintragung kostet sechsstelligen Betrag

30. November 2011, 18:33

Wien - Die vom Kartellgericht erzwungene Aufnahme der Westbahn-Züge in ihre Fahrpläne kommt die ÖBB teuer. Bahn-Insider taxieren allein den Aufwand für den Druck des Kursbuchs auf "jenseits von 100.000 Euro". Nun müssen tausende Exemplare eingestampft und neue Bücher gedruckt werden.

Da die dicken Schwarten teils bereits ausgeliefert sind, könnte die Einhaltung der einstweiligen Verfügung eine Herausforderung werden. "Der Kunde profitiert nicht." Man werde zu Verschwendung gezwungen, hieß es seitens der ÖBB, und für "rechtzeitige Kundeninformation" bestraft.

Überraschend kann die Niederlage nicht gekommen sein, denn die ÖBB listet seit Jahren Fahrpläne von Privatbahnen wie Raaber- oder Wiener Lokalbahn im Kursbuch auf. Die Westbahn (gehört Investoren rund um Strabag-Chef Hans-Peter Haselsteiner und der französischen Staatsbahn SNCF) bremste sie aber aus.

Stichwort Bremse: Eine solche fordert nun auch ÖVP-Verkehrssprecher Martin Bartenstein für das ÖBB-Bauprogramm, das laut Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) bis 2072 Budgetbelastungen im Volumen von 65 Milliarden Euro vorsieht. Bartenstein stellte keinen der umstrittenen Milliardentunnels infrage, will aber Projekte evaluieren und die jährlichen Zuschüsse um rund 500 Mio. senken. Unter Berufung auf nicht genannte Verkehrsexperten bezifferte der frühere Wirtschaftsminister den Anstieg der ÖBB-Schulden bis 2017 auf 30 Milliarden. Das sollte bei jährlichen Investitionen von zwei Mrd. und aktuellem Schuldenstand von 18 Mrd. Euro binnen sechs Jahren nicht überraschen. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe; 1.12.2011)

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db db1
00
13.12.2011, 04:02
Das Kursbuch sollte nicht die ÖBB verkaufen das ist ein Österreich Konstrukt

Wie ich entnehme lässt die ÖBB Ihre Kunden im Bezug auf Fahrplanangaben in Form eines Kursbuches in ganz Österreich im Stich nur weil Sie eine gerichtliche Entscheidung vollziehen muss. Dann dürfen wir Staatsbürger Österreichs doch auch wenigstens ausreichend Information für UNSER GELD WÜNSCHEN.
Das Angebot dass man ein eigenes Fahrplanheft erstellen kann klingt nach Hohn, denn dieses Konstrukt weist nur Zugsverbindungen zwischen den beiden abgefragten Stationen auf.
Oder kommt diese Groteske der ÖBB gerade recht weil man ohne Kursbuch, besser lebt. Kein gedrucktes Dokument hat anhand dessen Fahrpläne eingehalten werden müssen. Ohne Kursbuch kann man Zugsverbindungen schließlich nach Gutdünken elektronisch täglich verändern.
Chaos pur

saka jamahatsu
00
10.12.2011, 21:26

ich hoff, die westbahn zahlt auch ordentlich für diese inanspruchnahme von leistungen ...

gustl
 
01
10.12.2011, 10:50
Zentraler Fahrplan - Private Fuhrunternehmen

Man bräuchte folgendes:

1) Einen zentralen Fahrplan nach Schweizer Vorbild, in dem JEDE Bus/Bahn/Bim/U-Bahn enthalten ist, die minutiös aufeinander abgestimmt sind und auch funktionieren.

2) Jede Verbindung auf diesem Fahrplan wird lizenziert, und die Lizenz wird jährlich versteigert. Die gewinnbringenden Strecken werden eben um positives Geld versteigert (wer am meisten bezahlt bekommt die Lizenz zum Fahren), die verlustbringenden Strecken werden um negatives Geld versteigert (wer am wenigsten Subvention braucht bekommt die Lizenz).

3) Die Bahninfrastruktur wird verstaatlicht, der Staat vergibt einzelne Bau- und Erhaltungsarbeiten an private Baufirmen.

Das würde zu weniger Subventionsbedarf, besserem Fahrplan und Scheinennetz führen.

joky1
03
7.12.2011, 19:25
Die Wahrheit,...

die eigentliche Frechheit ist ja nicht, ob nun ein paar Kursbücher eingestampft werden oder nicht.

Die wahre Frechheit ist ein paar Zeilen drunter zu lesen:
"Bartenstein stellte keinen der umstrittenen Milliardentunnels infrage, will aber Projekte evaluieren und die jährlichen Zuschüsse um rund 500 Mio. senken."

Die umstrittenen Milliardentunnels, die "nice to have" sind, werden nicht hinterfragt, aber am Erhalt und Revitalisierung von Flächenbahnen kann natürlich gespart werden.

ANNOnymus
00
9.12.2011, 21:57

Ich bin großer Bahnfan aber für Nebens trecken gibt es zwei möglichkeiten :

1. Atraktiver machen ( eine Lösung die den Teppen in der Cheffetage der Öbb wohl nciht einfällt )

und dann erst 2. in Busrouten Umwandeln.

Das Lachafte an Bousruten die werden dan noch unatraktiver weil keine Fahrplansynchronisierung existiert und werden letztlich komplett eingestellt.

Weltfremd ?
03
4.12.2011, 11:13
Das ist schon wieder eine aberwitzige Forderung. Ich will den Fahrplan

der Westbahn nicht im Kursbuch der ÖBB, da ich die Fahrkarten nicht wechselweise verwenden kann. Das wäre aber auch ein seltsame Vorstellung einer Privatisierung.
Persönlich halte ich aber auch nichts von der Privatisierung einer Infrastruktur und man kann die Folgen schon absehen. Die Kunden in Richtung Westen an der Haupstrecke können aus dem Konkurrenzkampf Vorteile lukrieren, es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die anderen Kunden diesen Kampf auf anderen Strecken zahlen müssen. Es ist eine Zumutung, speziell wenn politisch auch noch wahnwitzige Projekte der ÖBB von den Kunden und Steuerzahlern mitfinanziert werden müssen, ohne das Service zu verbessern. Meine Beurteilung: 5, jedoch hat so eine heute keine Bedeutung mehr.

Stephan W.
00
10.12.2011, 02:48

Fahrkarten von der WLB oder der GKB (ersatzweise GySEV, StLB, SLB, MBS, S&H, ... einsetzen) kann ich auch nicht uneingeschränkt wechselweise verwenden (nur die Verbundfahrkarten, nicht aber die Haustarife!), trotzdem stehen die alle im Kursbuch!

Riesenpilz
10
6.12.2011, 18:45
ich finde diese gerichtliche Verfügung auch doof

weil ich als Kunde dafür nun bestraft werde, indem ich mir heuer die neuen ab 11.12. gültigen ÖBB Fahrpläne nicht rechtzeitig holen kann und somit mühsam im Internet rumsuchen muss, was sich bei meiner Pendlerstrecke verändert hat bzw. gleich geblieben ist....
Als Monatskartenbesitzer wird mir das Westbahnangebot auch rein garnichts bringen, da ich ja das Angebot des Mitbewerbers nicht über die ÖBB-Karte nutzen kann. Auch ich hab die Befürchtung, dass durch solche Bürokratie verursachte Kosten und der Preiskampf auf der Westbahnstrecke sich nachteilig für die ohnehin schon fast "totgesparten" Nebenstreckenverbindungen auswirken wird! Streichungen von diversen Anschlüssen zu Nebenstrecken wurden ja schon kundgegeben...

KirRoyal
00
22.12.2011, 10:34
Mehr Geld für Infrastruktur

Hallo Riesenpilz,

Die Infrastruktur profitiert von dem Wettbewerb auf der Westbahn. Denn sie bekommt nun mehr Geld für das gleiche Netz. Diesen "Profit" könnte die Infrastruktur dann in die Erhaltung von Nebenbahnen stecken.
Für die Nebenbahnen sehe ich daher den Wettbewerb auf der Westbahn positiv.

Esstbakterienjoghurt Damitdanonewasverdient
00
4.12.2011, 12:39

Als Fahrgast im öffentlichen Verkehr will ich gefälligst ein System, das ALLE Angebote österreichweit darstellt. ´Deshalb wäre es Aufgabe des Verkehrsministeriums, eine dafür geeignete verantwortliche Stelle vorzuschreiben (z.B. die ÖBB-Infrastruktur anstatt ÖBB-Personenverkehr). Das haben aber alle der zahlreichen schwarzblauorangen und auch roten VerkehrsministerInnen bisher verabsäumt - bis hin zu Dores Burli. Es ist ja viel schöner, irgendwelche Bahnhofseinkaufs- und freßcities zu eröffnen, als sich um solche unwesentlichen Details zu kümmern.

Weltfremd ?
01
4.12.2011, 19:11
Da sollte die Telekom aber auch alle Entgelte

aller Internet-, Telefon- und Mobildienstleistungsanbieter darstellen, sowie die Bandbreiten bzw. Funkabdeckungen, aber eigentliich noch besser, ich möchte alle bestehenden Netze auch nützen können, dann gibt es nicht mehr das beste Netz.
Öffentliche Verkehrsmittel sowie andere Infrastrukturunternehmen sollten einfach nicht privatisiert werden !

Nennt mich Loretta
00
7.12.2011, 22:11
hier wird nix privatisiert, sondern liberalisiert.

Die oebb hat jetzt konkurrenz und kann sich weiterentwickeln. Im übrigen zahlt die westbahn die selben infrastrukturbenutzungsentgelte an die oebb Infrastruktur wie die oebb personenverkehr ag

Weltfremd ?
00
10.12.2011, 12:58
Weiterentwickeln,

das ich nicht lache. Sie glauben doch nicht wirklich, dass die Westbahn für beispielsweise den Koralmtunnel zahlt, oder? Liberalisierung des Marktes eine nette Umschreibung dessen, was passiert. Der Steuerzahler darf eventuell noch mehr für die Infrastruktur zahlen, damit private Unternehmen für billiges Service Profit machen. Das teurere Service müssen die Steuerzahler selbst tragen. Wie war das nochmals mit den Briefkästen ?

Nennt mich Loretta
00
11.12.2011, 23:25
Die ÖBB Personenverkehr AG zahlt keinen Cent für den Bau der Koralmbahn, genausowenig wie die Westbahn GmbH.

Beide Unternehmen, Westbahn GmbH und ÖBB Personenverkehr AG, zahlen haargenau die selben Infrastrukturbenutzungsentgelte an die ÖBB Infrastruktur AG für die Benutzung der Westbahnstrecke. diese Entgelte sind gestaffelt nach Streckenkategorie (Westbahn ist die höchste Kategorie), Engpässen (Rushhour), Belastung der Gleiskörper, etc.

Dem Steuerzahler kanns wurscht sein ob die ÖBB Infrastruktur AG (hier liegen die Schuldenberge) ihr Geld von der Westbahn oder der ÖBB PV erhält.

Die ÖBB Personenverkehr AG ist kein sozialer Verein, sondern ein profitorientiertes Unternehmen, dass vom Staat für konkrete, gemeinwirtschaftliche Streckenleistungen subventioniert wird. In Zukunft kann der Staat nun sogar ausschreiben.

Der Manner
00
3.12.2011, 15:19
Steft als Headline auf der Westbahn Homepage:

Zugverbindungen - An jedem Tag zur selben Zeit

Ich habs nur überflogen, aber wenn ich jeweils 30 Minuten nach einer vollen Stunde am Bahnhof Wien West bin, fährt ein Zug nach Salzburg. Ausser halbzwölf und noch irgendwann.

Danke Herr Haselsteiner, für mich braucht die ÖBB seine Fahrpläne nicht neu drucken, ich habs mir gemerkt.

revisor69
 
00
2.12.2011, 19:38
Dummheit schützt vor Strafe nicht!

Ergo: SSKM!

Franz Bim
 
00
2.12.2011, 13:18
Also mir würden die PDFs reichen

dafür könnte man diese jetzt schon online stellen.

Walkür
02
2.12.2011, 12:19
"Das österreichische Kursbuch"

Das Kursbuch war nie ein ÖBB-Kursbuch (auch wenn ihm die ÖBB diesen Anschein geben), sondern "Das österreichische Kursbuch", zu dessen Herausgabe die ÖBB gesetzlich verpflichtet waren (früher zumindest). Das Kartellgericht sieht das anscheinend noch immer so – obwohl bisher noch kein Urteil, sondern nur eine Einstweilige Verfügung vorliegt.

Die bereits gedruckten Kursbücher einzustampfen, ist eine reine Papier- und Geldvernichtungsaktion. Da die Züge der WESTbahn GmbH so wie der CAT wohl in einem eigenen Fahrplanbild abgedruckt werden, würde ein schlichtes Ergänzungsblatt zum Kursbuch genügen.

revisor69
 
01
2.12.2011, 19:59
Kursbuch ist Teil des freien Netzzuganges

Der Verbleib der Kursbuch-Erstellung ist vor Jahren beim Personenverkehr verblieben, weil dort die meisten Daten generiert werden. Die Privatbahnen haben daher ein Anrecht, im Kursbuch zu erscheinen. Dies gesieht durch Zahlung eines Druckkostenbeitrages.

Hinterfragenswert sind die anderen Probleme mit den Informationssystemen. Das ist eben die typische, österreichische Gründlichkeit: Wird schon irgendwie funktionieren! Was passiert: Nichts funktioniert, alles reden nur g'scheit daher, und wir produzieren uns eine suptimale Lösung nach der anderen, die Länge mal Breite kostet.

Wo bleibt da die Intelligenz? Oder wird diese durch das Parteibuch ersetzt?

Walkür
04
2.12.2011, 12:16
WESTbahn ist anders

Der guten Luise fehlt wie immer der Durchblick.

Die WESTbahn GmbH ist nicht vergleichbar mit Raaberbahn oder Wiener Lokalbahnen, da diese keine direkten Konkurrenten zu den ÖBB auf derselben Strecke sind (zwischen Raaberbahn und ÖBB gibt es sogar eine Kooperation). Die bisherige einzige private Konkurrenzierung ist mit dem CAT gegeben (bei dem die ÖBB allerdings beteiligt sind).

Nennt mich Loretta
00
7.12.2011, 22:16
im cargo-bereich gibts schon laenger Konkurrenz. soweit ich weiss sogar die wiener lokalbahn.

KirRoyal
01
1.12.2011, 12:08
Vermutung: ÖBB kassiert Geld von WESTBAHN

Als Controller (nicht von der ÖBB !) behaupte ich nun folgendes: Die Schieneninfrastruktur als Teilunternehmung der ÖBB stellt gegen Entgelt Ihre Leistungen der ÖBB und der WESTBAHN zur Verfügung. Aus Gesamt-ÖBB-Sicht bekommt sie daher von der WESTBAHN Geld. Es stellt sich nur die Frage, wer das Fahrplanbuch herausgibt - eigentlich müsste es jene Teilunternehmung der ÖBB machen, die auch das Geld von WESTBAHN lukriert. Dann hätte meiner Meinung nach alles seine Richtigkeit.

der_kleine_pariser
 
01
1.12.2011, 21:53

Nein. Das Kusrbuch wird von ÖBB-Personenverkehr herausgegeben.

eamon clever
12
1.12.2011, 11:15
typisch oebb strategie - abgehoben und noch in den

zeiten des staatsbetriebes gefangen.
wem eingefallen ist, die westbahn nicht aufzunehmen, vor allem der der das genehmigt hat, sollte auf seine boni zahlungen freiwillig verzichten.

Andreas W
02
1.12.2011, 10:18
Die zusätzlichen Mehrkosten wird ja wohl der Verursacher zahlen,

oder werden hier auch wieder die Aufwendungen vom Steuerzahler getragen, damit dann allfällige Gewinne der Westbahn in den Ar... Von Haselsteiner et al. gestopft werden können.

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