"Print ist der stützende Pfeiler"

30. November 2011, 18:10
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Die "Neue Zürcher Zeitung" macht ihren Webauftritt kostenpflichtig - Mit den Konkurrenten Tamedia und Ringier knüpft sie ein gemeinsames Netzwerk für Onlinewerbung

Die Neue Zürcher Zeitung - sie ist eine Institution, sie erscheint mittlerweile im 232. Jahr. Doch die Zeitung und das Unternehmen dahinter haben sich in den letzten Jahren schnell und drastisch verändert. Mit Peter Hogenkamp holte das Unternehmen vor einem Jahr einen bekannten Blog-Betreiber und Social-Media-Experten in die Geschäftsleitung, um bei den digitalen Medien vorwärtszukommen: E-Paper- und iPad-Angebote etwa oder, ganz neu, eine Smart-TV-App, mit der man die NZZ am Fernsehbildschirm lesen kann.

"Flexible Paywall"

Mit ihrer Ankündigung, im ersten Halbjahr 2012 eine "flexible Paywall" für ihre Online-Inhalte hochzuziehen, hat die NZZ nun erneut für Aufsehen in der Branche gesorgt. Schon im Frühjahr hatte Stäheli im Schweizer Branchenmagazin Edito-Klartext angekündigt, dass man sich Gedanken in diese Richtung mache: "Wir werden den Paywall-Ansatz weiterentwickeln und auch auf das normale NZZ-Online-Angebot ausdehnen." Das nun gewählte Modell - pro Monat kann der User zwanzig NZZ -Online-Artikel gratis abrufen, erst darüber hinaus wird eine Gebühr fällig - ist clever: Man kann damit wohl einen großen Teil der Reichweite behalten und dennoch Geld kassieren. Die NZZ dürfte in der Schweiz das einzige Medienhaus sein, das diese Strategie fährt: Nur sie bietet genügend hochwertige Inhalte an, für die jemand überhaupt zu zahlen bereit ist.

Gemeinsam werben

Die großen Konkurrenten Ringier (Blick, Schweizer Illustrierte) und Tamedia (Tages-Anzeiger, 20 Minuten) setzen im Web auf Reichweite dank Gratisangeboten. Bei Onlinewerbung gehen die drei allerdings bald gemeinsame Wege: Unter dem Namen Premium Publisher Network (PPN) lancieren sie ein gemeinsames Netzwerk zur Vermarktung.

Print- und Onlineredaktion werken künftig zusammen. Für NZZ -Chefredakteur Markus Spillmann ist dennoch klar: "Print ist immer noch der stützende Pfeiler unseres Unternehmens", sagte er persoenlich.com. Im Gegensatz zu Tamedia, das den Printbereich zulasten des Online-Angebots ausgedünnt habe, werde man "an erster Stelle die Marke NZZ hochhalten und sie nun aus verschiedenen Kanälen verstärken." Dazu passt eine weitere Neuerung: Ab 9. Februar wird donnerstags die Inlandausgabe um einen weiteren Wirtschaftsteil (Titel: Equity) erweitert. Ab 8. März 2012 wird Equity als Magazin monatlich beiliegen. (Klaus Bonanomi aus Bern, DER STANDARD; Printausgabe, 1.12.2011)

Nachlese
"Neue Zürcher Zeitung" installiert Bezahlschranke
- Online und Print wird 2012 zusammengeführt - nzz.ch wird kostenpflichtig, iPad-Version ausgebaut

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