Mysteriös: Ein gefürchteter Invasor verschwindet einfach

Die 20-jährige Erfolgsgeschichte der Argentinischen Ameise in Neuseeland geht aus unbekannten Gründen gerade zu Ende

Auckland - Wenn alle Bio-Invasoren dasselbe täten wie die Argentinische Ameise in Neuseeland, könnten Ökologen ruhiger schlafen: Das Insekt, das vor 20 Jahren im Inselstaat eingeschleppt wurde, ist derzeit offenbar am Verschwinden - und ohne dass Menschen dazu einen wesentlichen Beitrag geliefert hätten. Die Gründe des Verschwindens sind allerdings noch unklar.

Die nur etwa zwei Millimeter große Argentinische Ameise (Linepithema humile) stammt ursprünglich aus Südamerika, wurde jedoch durch Gütertransporte per Schiff oder Flugzeug auch auf anderen Kontinenten - inklusive Europa - eingeschleppt und kommt heute fast weltweit vor. Neuseeland soll sie 1990 erreicht haben und breitete sich im Anschluss über beide Hauptinseln aus. Die Tiere bilden Superkolonien aus einer Vielzahl einzelner Ameisenhaufen, die einander nicht bekämpfen. Einheimische Spezies können sie damit umso erfolgreicher verdrängen und gefährden somit das ökologische Gleichgewicht.

Nun jedoch scheint irgendetwas ihrem Siegeszug Einhalt geboten zu haben, wie Forscher um Phil Lester von der Victoria University in Wellington berichten. Sie stellten fest, dass Ameisenkolonien an 60 verschiedenen Standorten vor dem Zusammenbruch stehen. Was dies bewirkt hat, bleibt vorerst Gegenstand von Spekulationen - konsequente Programme zur Eindämmung des Invasors waren es jedenfalls nicht. Lester hält es für am wahrscheinlichsten, dass die Ameisen einer Infektion zum Opfer fallen. Da sie alle von nur wenigen Exemplaren aus der ursprünglich eingeschleppten Generation abstammen, könnte ihre genetische Varianz so gering sein, dass sie besonders anfällig für Epidemien sind. (red)

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