Bundespräsident bei der Queen

Ansichtssache30. November 2011, 15:59
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Fischer lud Elizabeth II. nach Österreich ein - Queen antwortete: "I will consider it"- Gespräch in Privaträumlichkeiten der Monarchin

Bundespräsident Heinz Fischer ist am Mittwoch von Königin Elizabeth II. im Buckingham Palace empfangen worden. Es sei "ein sehr lebhaftes, intensives Gespräch" gewesen, sagte Fischer im Anschluss an die etwa 35-minütige Unterredung. Dem Empfang wohnte auch die Ehefrau des Bundespräsidenten, Margit Fischer, bei.

Die Queen habe selbst darauf verwiesen, "dass sie ihr Amt angetreten hat, als (Winston) Churchill noch Ministerpräsident war, und sie alle diese Phasen der britischen, europäischen und internationalen Geschichte in diesem langen Zeitraum von bald 60 Jahren absolviert hat".

"Sehr gut gebrieft und informiert"

Der Eindruck des Gesprächs sei "ein sehr guter" gewesen, sagte der Bundespräsident. Die Monarchin sei über Österreich "sehr gut gebrieft und informiert" gewesen und habe sich noch an ihren Besuch in Österreich im Jahr 1969 erinnert.

Das Gespräch sei "sehr dicht" gewesen und habe viele Themen umfasst.

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Fischer lud die Queen am Ende des Gesprächs auch zu einem Besuch nach Österreich ein. Er habe sich erlaubt zu sagen, "dass sie schon seit den 60er Jahren nicht in Österreich war und dass ich mich freuen würde, wenn sie eine Einladung nach Österreich annehmen würde - zu einem Termin, den man besprechen muss", sagte Fischer nach der Unterredung. Die Königin habe sich bedankt und gesagt: "I will consider it."

Besuch 2015?

Zum möglichen Termin für einen derartigen Besuch sagte Fischer, eine Visite nächstes Jahr wäre zu kurzfristig. "2012 scheidet aus - welches Jahr dann infrage kommt, muss man besprechen." 2015 wäre etwa der 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrages, der ebenfalls Thema seines Gesprächs mit Elizabeth II. gewesen sei, sagte der Bundespräsident.

Die Queen habe sich auch für den Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao in Österreich vor ein paar Wochen interessiert, "wie die Atmosphäre war und welche Themen besprochen wurden", und er habe ihr auch von seinem Treffen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas erzählt. "Die Lage im Nahen Osten interessiert sie auch." Elizabeth II. habe sogar gewusst, "dass es verletzte österreichische Soldaten gegeben hat bei Zusammenstößen an der syrisch-israelischen Grenze am Golan".

EU und österreichische Wirtschaftsdaten

Auch über Europa sei gesprochen worden. Dieses Thema werde "sehr intensiv in Großbritannien diskutiert", sagte Fischer. Die Queen habe sich etwa zu den Wirtschaftsdaten in Österreich erkundigt.

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Die Bedeutung der britischen Monarchie wollte Bundespräsident Heinz Fischer nicht kommentieren. "Ich bin Österreicher, ich bin ein überzeugter Republikaner, aber natürlich respektiere ich in vollem Umfang die Staatsform anderer Länder", sagte Fischer am Mittwoch nach seiner Unterredung mit der Queen. "Die britische Monarchie hat ja eine imponierende Tradition. Die Königin hat höchstes Ansehen", so der Bundespräsident.

Fischer war zu Mittag gemeinsam mit seiner Ehefrau Margit im Buckingham Palace empfangen worden. Der Autokonvoi mit dem Bundespräsidenten war durch das zentrale Tor des Palasts gefahren, das nur für Staatsoberhäupter geöffnet wird. Die Unterredung, die kurz nach 12.00 Uhr Ortszeit (13.00 MEZ) begann und rund 35 Minuten dauerte, fand in den Privaträumlichkeiten der Monarchin statt. (APA)

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