Die Vertreibung aus dem Paradies

Interview | Regina Bruckner
1. Dezember 2011, 14:59
  • Annina Kaltenbrunner: Wenn Deutschland nicht will, wird das alles auseinander brechen. Das wäre der zweite, und aus meiner Sicht leider wahrscheinlichere Weg.
    foto: privat

    Annina Kaltenbrunner: Wenn Deutschland nicht will, wird das alles auseinander brechen. Das wäre der zweite, und aus meiner Sicht leider wahrscheinlichere Weg.

Das Ende der Eurozone wird an die Wand gemalt: Warum Europa sich von den Märkten erpressen lässt und Banken immer noch im Finanzhimmel sind

Die Lage in der Eurozone ist ernst. Soviel ist sicher. Die Politik scheint mit ihren Maßnahmen immer einen Schritt hinterher. Annina Kaltenbrunner, Ökonomin an der Universität Leeds Business School (LUBS), hat mit einem Volkswirte-Team in einer Studie (Breaking up? A Route out oft the Eurozone Crisis) die Lage analysiert und kommt zu dem Schluss, dass es ohne Fiskalunion mit gemeinsamer Preis- und Lohnpolitik nicht gehen wird. Warum ihr ein Auseinanderbrechen der Eurozone derzeit  wahrscheinlicher erscheint, als eine Lösung des Problems, erklärt sie im Interview.

***

derStandard.at: "A Route out of the Eurozone Crisis" lautet der Titel zu der Studie, an der Sie mitgearbeitet haben. Sie wurde gerade rechtzeitig zu einem weiteren Krisenhöhepunkt fertig. Was war der Ausgangspunkt?

Annina Kaltenbrunner: Die Idee war, einen eher links-kritischen Bericht zu schreiben und auch zu hinterfragen, was in den Medien berichtet wird. Wir wollten den Fokus ein bisschen weg von den Finanzproblemen hin zur arbeitenden Bevölkerung lenken. Das, was sich in den letzten Monaten so an den Finanzmärkten entwickelt hat, haben wir in den vorhergegangenen Reports vorausgesehen.

derStandard.at: Das gesamte Drama hat sich deutlich abgezeichnet?

Kaltenbrunner: Wir haben schon im ersten Report gesagt, dass sich – wenn nicht schnell etwas gemacht wird - wirklich die Frage stellen wird, ob manche Länder in der Eurozone bleiben sollen. Derzeit spitzt sich diese Entwicklung zu.

derStandard.at: An politischer Entscheidungskraft mangelt es Europa seit Ausbruch der Krise. Wie sehr spielt das eine Rolle bei der Entwicklung?

Kaltenbrunner: Ganz sicher hat niemand erwartet, dass Deutschland mit seiner Auktion am Kapitalmarkt nicht so erfolgreich ist. Viele Stimmen haben gemeint, dass dies nicht nur ein Problem der peripheren Länder ist, sondern ein strukturelles Problem der Eurozone. Aber um die Frage zu beantworten: Die Zauderhaftigkeit Deutschlands spielt auf jeden Fall eine Rolle, dass die Angst der Finanzmärkte nun auch auf die Coreländer überschwappt.

derStandard.at: Wir sind mittlerweile theoretisch soweit, dass man  darüber diskutiert in die EU-Verträge einzugreifen. Ist man damit am Kern des Problems dran?

Kaltenbrunner: Jein. Es gibt in dieser Situation nur zwei Wege: Entweder wir gehen wirklich in Richtung einer Fiskalunion, dann braucht es Eingriffe in die Verträge. Das wäre die richtige Richtung. Ich bin mir nicht ganz sicher, dass der Wille Deutschlands dafür wirklich da ist. Frau Merkel ziert sich ziemlich und zögert das sehr hinaus, zum Schaden der gesamten Eurozone. Wenn Deutschland nicht will, wird das alles auseinander brechen. Das wäre der zweite, und aus meiner Sicht leider wahrscheinlichere Weg.

derStandard.at: Gesetzt den Fall, Deutschland will nicht, und die Eurozone bricht auseinander, würde das wohl Wohlstandsverlust für uns alle bedeuten?

Kaltenbrunner: Ja. Es muss den Österreichern und den Deutschen bewusst sein, dass das auch für die Kernländer massive Auswirkungen hätte. Kurzfristig natürlich durch die Wirtschaftskrisen, die in den peripheren Ländern entstehen würden: Ansteckung der Banken, des Handels. Langfristig, wenn die peripheren Länder ihren Wechselkurs wieder haben, und um die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen, abwerten.

derStandard.at: Auch eine Fiskalunion wird allerdings Opfer erfordern…

Kaltenbrunner: Deutschland hat zum Beispiel Angst, dass in einer Fiskalunion die deutschen Zinsen massiv beeinflusst würden. Die deutsche Bonitätsnote würde nicht mehr so gut ausfallen. Wenn man die Schwächen der peripheren Länder in das eigene Rating aufnehmen muss, das tut natürlich weh.

derStandard.at: Was könnte eine Weichenstellung herbeiführen?

Kaltenbrunner: Kurzfristig ist wirklich die Frage, ob eine Weichenstellung nicht entweder durch den Finanzmarkt oder durch die peripheren Länder erfolgt. Die Bevölkerung könnte sagen, wir wollen nicht mehr. Das ist eine reale Möglichkeit. Die Stimmen, die sich für einen Austritt aus der Eurozone stark machen, mehren sich. Verständlicherweise, denn die sozialen Bedingungen sind – vor allem in Griechenland – sehr harsch.

derStandard.at: Wie schnell könnte das gehen?

Kaltenbrunner: Damit die Bevölkerung wirklich sagt, es reicht, müssen vermutlich und leider die sozialen Kosten in diesen Ländern noch ein bisschen steigen. Wenn der Druck von den Finanzmärkten ausgeht, kann das sehr schnell gehen, denn wie wir wissen, sind die leider unvorhersehbar. Man sollte sich schon bewusst sein, dass das Problem eigentlich zum Großteil von den Finanzmärkten geschaffen wird. Ja, es gibt Verschuldungsprobleme und ja, es gibt strukturelle Probleme, aber diese Massivität und dieser Fokus auf Staatsverschuldung reflektiert schon auch die Dominanz des Finanzsektors.

derStandard.at: Vielleicht machen wir aus dem abstrakten Finanzsektor etwas konkretere Akteure wie Pensionsfonds zum Beispiel. Die müssen für ihre Kunden ja auch in längerfristigen Perspektiven denken. Der kurzfristige Profit alleine wird sie wohl auch nicht treiben?

Kaltenbrunner: Aber wenn Panik an den Finanzmärkten herrscht, können sich auch die längerfristigen Investoren Trends nicht entziehen. Die müssen eben auch ihr Kapital schützen und verkaufen.

derStandard.at: Mit strengerer Regulierung der Märkte tut man sich nicht nur in Europa einigermaßen schwer. Würde das helfen?

Kaltenbrunner: Wenn man wirklich eine Fiskalunion und eine Restrukturierung schafft, muss natürlich auch ein Teil Schuldenkürzung sein. Die Griechen können mit den Schulden, die sie haben, nicht weitermachen. Und da müssen einfach auch die Banken Verluste hinnehmen und akzeptieren, dass, wenn man ein Risiko aufnimmt und Gewinne macht, es eben auch ein Verlustrisiko gibt. Die Banken können nicht erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihnen die Staatsanleihen der peripheren Länder abnimmt, was passiert ist. Die müssen auch Verluste einstecken. Diese Angstmache der Finanzmärkte dominiert die Rhetorik.

derStandard.at: Sie sprechen von den bekannten Argumenten: Wenn es uns schlecht geht, geht es allen schlecht.

Kaltenbrunner: Das ist eine permanente Erpressung und das seit Mitte 2007. Jetzt müssten die Regierungen schon alleine wegen der Symbolhaftigkeit sagen: Es reicht. Die haben massiv profitiert, bekommen ganz billige Liquidität von der EZB und können sie dann in periphere Bonds anlegen zu sieben, acht Prozent. Das ist ja der Finanzhimmel.

derStandard.at: Zurück auf den Boden: Alle skizzierten Maßnahmen, wie Rettungsschirm in Variationen, strengere Budgetkontrolle, Eurobonds, Elitebonds, Bankenrekapitalisierung würde nur einzelne Wunden behandeln und nicht den gesamten Patienten heilen?

Kaltenbrunner: Genau. Der Ruf nach einem stärkeren Eingreifen der EZB birgt das Problem, dass hinter der Zentralbank kein Staat steht. Wenn also die EZB massiver eingreift und Schuldentitel kauft und dadurch natürlich ihre Bilanz massiv ausweitet, wird irgendwann auch einmal die Frage der Rekapitalisierung kommen. Die US-Notenbank kann durch den amerikanischen Staat rekapitalisiert werden. Diese Möglichkeit gibt es in Europa nicht. Auch bei den Eurobonds läuft es im Endeffekt darauf hinaus, dass es so etwas wie einen einheitlichen Staat geben muss. Das muss man alles nicht erfinden: Wenn man eine Währungsunion gründet, muss man auch zur ökonomischen Theorie zurückgehen und sagen es braucht entweder ganz massive fiskale Transfers oder es braucht einen einheitlichen Staat.

derStandard.at: Welche Interessen sprechen dagegen?

Kaltenbrunner: Auch das Kapital hat profitiert von der Struktur der Eurozone. Eine Währungsunion mit einheitlichem Wechselkurs ist gut für den Finanzsektor, weil sich das Wechselkursrisiko ausschließt. Der Handelssektor kann in diese Länder verkaufen - mit geringeren Löhnen, mit geringeren Kosten. Es gibt also sehr wohl Segmente die von dieser Union sehr profitieren, aber das auf Kosten der Lohnbezieher, denn die Löhne sind gedrückt worden.

derStandard.at: Sind die niedrigen Löhne nicht gut für die Konkurrenzfähigkeit?

Kaltenbrunner:
Mit Löhnen als Wettbewerbsfaktor haben wir ohnedies keine Chance. Europa hat andere Stärken wie Technologie, Wissen, Ausbildungsniveau etc. Die Lohnkosten sind – auch wenn man mit Unternehmern selbst redet – oft absolut überbewertet.

derStandard.at: Zurück zur Fiskalunion: Die so genannten Vorzeigeländer – inklusive Österreich – haben das Gefühl, dass sie, weil finanziell besser ausgestattet, schlampig wirtschaftende Länder aushalten müssen. Welche Argumente kann man ihnen für eine solche Union liefern?

Kaltenbrunner: Das ist ein spannender Punkt. Denn hier wird die Geschichte von Ländern wie Österreich oder Deutschland neu geschrieben. Sie haben auch ganz stark einen Nutzen aus der Eurozone gezogen. Ein Grund warum es Deutschland relativ besser geht, ist, dass sie ihre Löhne in Relation zu anderen Ländern niedrig gehalten haben und in die peripheren Länder exportieren konnten. Die Österreicher haben unter anderem ganz stark vom osteuropäischen Markt profitiert.

derStandard.at: Dieses Argument scheint aber bei weitem nicht überzeugend genug?

Kaltenbrunner: Diese Fiskalunion wäre ohnedies nicht genug. Man müsste die strukturellen Ungleichgewichte wie unterschiedliche Lohn- und Inflationsraten in der Europäischen Union aufheben. Sie erzeugen für die peripheren Länder Wettbewerbsprobleme. In der ökonomischen Theorie ist dezidiert ausgeführt, dass eine monetäre Union nur funktionieren kann, wenn man vor allem ein einheitliches Preis- und Lohnniveau hat. Um die Eurozone erhalten zu können, muss sich auch Deutschland in einer gewissen Weise anpassen und die Löhne erhöhen. (Regina Bruckner, derStandard.at, 1.12.2011)

Annina Kaltenbrunner ist Assistentin an der Business School der Universität Leeds. Ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind Internationale Finanzmärkte, Internationale Makroökomie, Entwicklungsökonomie und Europäische Integration. Sie hat ihren Masters und PhD an der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London absolviert und ihren Magister in Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien abgeschlossen.

Hier geht es zur Studie: Breaking up? A Route out oft the Eurozone Crisis.

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ich frage mich immer wieder 2 dinge..

1. warum wohl ersticken €-länder in schulden, während rest-europa, abgesehen von UK und HU, die schuldenproblematik so nicht kennt ( fehler = € )

2. wir haben die masstricht kriterien sei anfang des € 1998 bzw. 2002 in einem europa-staatsvertrag - niemand scherte sich drum.
warum sollte sich die ignoranz der jeweilig politischen klasse plötlich durch neue verträge ändern ?
( verträge = wertloses papier ).

ich für mich will keinen europäischen zentralstaat. dia analyse der einzelnen EU-staaten beweist die schädlichkeit des € und die wertlosigkeit aller europäischen verträge und vereinbarungen, auch wenn barroso, merkozy und konsorten uns aktuell wiederum ihre wundermittel aufschwatzen wollen

ich frage mich schon die ganze zeit, was bekommen die staatsoberhäupter von den banken gezahlt damit sie ihnen nicht den stecker ziehen??? irgendwie liegt es doch klar auf der hand das man den banken und märken so einige grenzen setzten muß!!!!

"österreich hat von der eurozone enorm profitiert"

das klingt wieder so schön. als hätt das volk irgendwas davon gehabt.

grosskonzerne können grenzenlos ihren müll verkaufen und den kleinen mann leichter vernichten.

umweltfreundliche, nichtgiftige, gesundes licht austrahlende glühbirnen werden ausgetauscht mit giftigen, umweltschädlichen quecksilbergefüllten sondermülllampen deren licht mehr schlecht als recht ist.

undsoweiter, ich will mich ja garnicht aufregen. ist sinnlos.

der zug fährt weiter, da hilft kein raunzen.

und wenn alles crasht trifft es wieder nur den kleinen mann. die grossen haben ihr vermögen schliesslich nicht in papiergeld gesteckt. die haben reale werte.

der kleine mann

ist dem tausender nachgehechelt, mit dem brigitte ederer gewachelt hat. klar haben wir von der eu profitiert.
aber jetzt ist eben zahltag. wer fuer den beitritt gestimmt hat, darf sich selbst an der nase fassen.

Dich haben sie offenbar nicht vernichtet, die Großkonzerne, sonst würdest du nicht nachwievor solch einen Blödsinn verzapfen.

Technologie, Wissen, Ausbildungsniveau etc. sind eine mär, die die neosozialistischen umverteiler oft gebrauchen

fakt ist doch, dass die konzernzentralen und produktentwicklung gerade dabei ist aus EU abzuwandern in die TR und nach asien.

während sich bei uns lehrer, staatsbeamte und andere priviegienkasten von ÖBB bis zu den politikern selbst an ihre privilegien (auf steuerzahlerkosten) klammern bis die titanic sinkt.

Was wollen Sie? 370,- € Monatseinkommen wie in Rumänien? Über brutto oder netto lässt sich dann noch diskutieren.

Der derzeitige Wohlstand

wird so und so zurückgehen - weil er auf Ausbeutung von Arbeitskräften (Asien, ...) und auf Ausbeutung der Rohstoffe zurück zu führen ist.
So wie heute wird´s nimmer mehr.
Die billigen Autos wird´s auch nicht mehr geben wenn mal das Öl gar ist. E-Autos, auch keine Lösung, außer wir stellen 1000 Atomkraftwerke auf und verschandeln die Welt entgültig auch für die nächsten 10 Generationen

Die Fiskalunion

ist jetzt zu spät - die hätte vor dem Euro aufgebaut werden müssen, einschließlich der Anpassung des Lohn-Sozialniveaus vor Beitritt in die EU, und ebenso wie die Einhaltung der Maastricht-Kriterien.

Würde sich jetzt eine Fiskalunion bilden, spielt das den "Märkten" in die Hände: denn dann könnte mit einem "Land" spekuliert werden. Hier oder dort herabstufen, schon hat es Auswirkungen auf alle EU-Staaten, noch mehr als jetzt schon.

Nein, im Gegenteil müssten die Staaten jetzt noch mehr Hoheit erhalten und den Euro aufgeben. Wohlstandsverlust? da werden nicht existente Teufel an die Wand gemalt! denn was hatten wir, als wir in die Eurounion eintraten? richtig: Wohlstandsverlust, Teuerung - und nicht das versprochene Gegenteil.

Keine Ahnung, was ein Markt ist,

aber dafür an Universitäten herumblödeln. Wenn die Banken, wie von Kaltenbrunner behauptet, sich wirklich Geld für 1,25% um PIGS-Anleihen mit 7% und mehr zu kaufen, dann gäbe es keine solch hohen Zinsen. Die Zinsen sind deshalb so hoch, weil jeder diesen Schrott los werden will. So funktionieren Märkte, auch wenn das in ihr linkes Ideolgen-Hirnchen nicht hineinpasst, Frau Kaltenbrunner.

selber ahnungslos

wenn jeder diesen Schrott loswerden will, warum haben sich dann die Italien-Anleihen (7%) wie die warmen Semmeln verkauft, während die Deutschen auf ihren niedrig-zins-Anleihen sitzen geblieben sind? Das ganze ist ein Pokerspiel: Die Anleger, die jetzt die Italien-Anleihen gekauft haben vertrauen darauf, dass sie zwar die höhere Risiko-Rendite einstreifen können, aber in Wirklichkeit kein Risiko haben, weil ihnen das vom Europäischen Steuerzahler abgenommen wird.

Natürlich gibt es für die Italien-Anleihen bei einem Zinssatz auch Käufer. Der mit Abstand größte Käufer ist die EZB. Hedge Fonds werden auch unter den Käufern sein und wohl auch einige mutige private Investoren. Die Banken dürften größtenteils die Finger davon gelassen haben, nicht zuletzt weil sie bei Forderungsverzichten ganz weit oben stehen, wie das Beispiel Griechenland gezeigt hat. Ich halte weder deutsche noch italienische Anleihen für attraktiv. Wenn ich ein bißchen etwas riskieren will, dann kaufe ich Telefonica-Aktien. Das ist ein gutes Unternehmen mit Schwerpunkt im boomenden Südamerika und über 10% Dividendenredite, die auch noch fast jedes Jahr steigt.

ein einheitliches preis- und lohnniveau ist nicht gefordert, wie die USA gut zeigen. Es wird wohl keiner behaupten, dass ny und arkansas das selbe niveau hätten ... die niveaus müssen sich nur relativ gleich entwickeln, was zu einer ganz anderen aussage führt

Ich weiß nicht worauf die deutsche Politik wartet.

Es kann nur mehr bergab gehen wenn die EU, das große Absatzgebiet, auseinander bricht. Dann kann die deutsche Wirtschaft ihr Gerümpel selbst kaufen. Denn die Produkte werden in etlichen Ländern sehr teuer werden.

Möglich war die Exportstärke u.a. nur wegen der Unterbezahlung der deutschen Arbeitnehmer.

Die derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Schweiz sind das, was Deutschland (Österreich ?) bei einem Auseinanderbrechen bevorsteht.

Was die Dame sagt, ist eigentlich Konsens

Die Antwort steckt in diesem Absatz:

"Die deutsche Bonitätsnote würde nicht mehr so gut ausfallen. Wenn man die Schwächen der peripheren Länder in das eigene Rating aufnehmen muss, das tut natürlich weh."

So lange die Mitgliedsstaaten nicht kapieren, Teil eines Ganzen zu sein, und statt Made in Germany ein einheitliches Made in Europa akzeptieren, so lange jede Regierung nur auf ihr eigenes Land schaut und nicht einsieht, dass das Projekt EU von Anfang an eine Transferunion ist, in der die Reichen die Ärmeren unterstützen, so lange werden sich die Deutschen nicht oder nur viel zu zaghaft bewegen.

Punkt. Amen.

S&P, Moodys, ...

Wieviele der Ratingagenturen sind auf der New Yorker Börse gelistet und stellen dort Anteile zum Verkauf?

...

"[], was könnte den globalen Unternehmen dann eine solche Angst um ihre Gewinne einjagen, daß ihre Vertreter an den Verhandlungstisch zurückkehren? Wie sollte man sonst Kinderarbeit und andere demütigende Arbeitsverhältnisse beseitigen, [] daß das Ausmaß der sozialen Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern noch größer wird? Das sind die Fragen , die heute die Gesundheit der Demokratie am massivsten bedrohen." (Crouch Colin, 2008)

das alte Spiel: die Grossen Fische fressen die Kleinen

und sie tun es in aller Öffentlichkeit, und nicht nur Politiker, leider auch ein paar Wissenschaftler reden mit viel Fachvokabular um den Brei herum - dabei ist es klar wie auf der Zeichnung: "die Grossen Fische fressen die Kleinen" http://tinyurl.com/verheugen

...

huhu ich habe es gesagt, leider interessiert es die akteure nicht und die handeln auch nicht zufaellig oder logisch sondern nach mehrwert, daher auch die klare bewegung dorthin wo die leute am meisten kostenlos leisten. wenn ich so viel bloedsinn reden wuerde wuerde ich kaputt gehen, also gibt es wohl auch bei der "wissenschafterin" viele, die die kosten des geschwafels tragen muessen. ich lehn das ab!

primitiv.

wirklich guter Artikel!

Wieso stehen denn nicht alle unsere Politiker auf, rufen "MOOdys geh doch endlich schei*en wir werden uns gegenseitig Geld leihen und unterstützen ganz egal wieviel AA- ihr noch hergebt!" Dann alle hinsetzen und einen verpflichtenden Schuldenabbau durchführen. Mit transparenten maßnahmenplänen und Konsequenzen bei nicht Einhaltung.
Aufstehen muss endlich wer anfangen, das ist doch lächerlich.

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