Plagiatsvorwürfe gegen EU-Abgeordenten und ehemaligen Mitstreiter von Hans-Peter Martin
Bregenz/Brüssel - Die Universität Innsbruck hat eine
Untersuchung eingeleitet, ob es sich bei der Diplomarbeit des
fraktionslosen EU-Abgeordneten Martin Ehrenhauser um ein Plagiat
handelt. "Die Arbeit wird geprüft", erklärte am Mittwoch Uwe Steger,
Leiter des Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Innsbruck. Mehr gebe es dazu derzeit nicht zu sagen, "es ist
sehr frisch", so Steger. Bei der Klärung der Plagiatsvorwürfe arbeite
man mit der Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) in Wien
zusammen.
Der 33-jährige Ehrenhauser absolvierte nach eigenen Angaben
zwischen 2003 und 2007 das Studium der Politikwissenschaft an den
Universitäten Innsbruck und Loughborough (England). Seine
Diplomarbeit trägt den Titel "The Intelligence Community of the
European Union - Eine österreichische Betrachtungsweise". Die
"Initiative Transparente Wissenschaft" charakterisiert die Arbeit von
Ehrenhauser laut Nachrichtenmagazin "News" so, dass die von ihr
untersuchten Bereiche "eine große Menge eindeutiger Plagiate"
enthielten.
"Alle Quellen angegeben"
Ehrenhauser begrüßte, dass die Universität
Innsbruck eine Prüfung eingeleitet habe und zeigte sich überzeugt,
dass die Vorwürfe widerlegt werden. "Ich habe alle Quellen
angegeben", versicherte er. Ehrenhauser merkte an, dass er sich in
seiner politischen Arbeit "viele Feinde gemacht" habe.
Der ehemalige Mitstreiter von Hans-Peter Martin wirft diesem vor,
aus der Wahlkampfkostenrückerstattung "eine Million Euro Steuergeld
abgezweigt" zu haben. Martin wies dies zurück und wirft seinerseits
Ehrenhauser vor, Daten aus seinem Computer entwendet zu haben. Gegen
Martin ermittelt in Österreich die Staatsanwaltschaft Wien wegen
Betrugsverdachts. (APA)