Ed-Ruscha-Schau im Kunsthaus Bregenz

30. November 2011, 14:13
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Ausstellungen 2012 auch von Yvonne Rainer, Danh Vo und Florian Pumhösl

Bregenz - Das Kunsthaus Bregenz (KUB) wird in seinem Programm 2012 mit Ed Ruscha und Yvonne Rainer sowohl das Werk von Persönlichkeiten der jüngsten Kunstgeschichte als auch mit Danh Vo und Florian Pumhösl junge künstlerische Positionen vorstellen. KUB-Direktor Yilmaz Dziewior und der für das Kaufmännische zuständige Werner Döring zogen am Mittwoch bei der Programmpressekonferenz eine positive Bilanz über das Jahr 2011: Dank der Ausstellung zu Ai Weiwei werde das KUB heuer mit 65.000 Besuchern einen Zuwachs von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreichen.

Als Highlight für 2012 präsentierte KUB-Direktor Dziewior die Sommerausstellung (7. Juli bis 14. Oktober) mit Werken von Ed Ruscha. Der 1937 geborene US-Amerikaner beeinflusst seit den 1960er-Jahren andere Künstler mit seinen Kunstbüchern, Drucken, Fotografien und Wortgemälden. In der Bregenzer Ausstellung, die das gesamte mediale Spektrum Ruschas abdecken soll, werde das Lesen im Zentrum stehen, verkündete Dziewior. Wie immer bemühe man sich, mit dem Künstler gemeinsam einen Aspekt, ein Thema seines Werks herauszuarbeiten, dazu seien speziell für die KUB-Schau auch neue Bilder geplant. "Mit Ruscha gab es lange schon Gespräche, und es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit. Als er aber die Räume des KUB sah, war er begeistert", berichtete Dziewior.

Tanzkooperation und "sehr ambitioniertes" Projekt

Den Anfang im KUB macht 2012 die feministische Tänzerin, Choreographin und Filmerin Yvonne Rainer (4. Februar bis 9. April 2012). Die Amerikanerin habe in den 1960er-Jahren den zeitgenössischen Tanz revolutioniert, so Dziewior. Mit der Schau setze man thematisch die derzeit laufende Ausstellung zu VALIE EXPORT fort. In Kooperation mit dem Vorarlberger Landestheater sollen im Februar zwei neue Stücke von Rainer zu sehen sein. Die Künstlerin werde dazu mit ihrer Tanzkompanie nach Bregenz kommen.

Der in Vietnam geborene und in Dänemark aufgewachsene Danh Vo ist in Bregenz kein Unbekannter: Er beteiligte sich bereits 2011 mit einigen Stücken an der KUB-Schau "So machen wir es". Im Zentrum der Arbeit des aufstrebenden Künstlers stehen Fragen von Nationalität, Identität und Kolonialismus. Für seine Einzelausstellung (21. April bis 24. Juni 2012) erarbeite Danh Vo ein neues "sehr ambitioniertes" Projekt, zu dem er vorerst noch nicht mehr verraten wolle, erklärte Dziewior.

Als zweiter junger Künstler wird der Wiener Florian Pumhösl im Kunsthaus ausstellen. Die Schau im Wiener Museum Moderner Kunst (MUMOK) habe ihn überzeugt, dass Pumhösl auch das Kunsthaus Bregenz bespielen könne, so der Direktor. Auf allen drei Etagen sollen von 26. Oktober 2012 bis 20. Jänner 2013 neue Werke zu sehen sein, in denen sich der Wiener etwa mit peruanischen Stickereien beschäftigen werde. Natürlich wolle man Pumhösl auch in Kontakt mit der traditionsreichen Textilwirtschaft in Vorarlberg bringen, sagte Dziewior.

"Bleibender Wert?"

Das Experimentierlabor des Kunsthaus Bregenz, die KUB-Arena, wartet 2012 wieder mit theoretischen Fragestellungen und alternativen Darstellungsformaten auf. In "Bleibender Wert?" (4. Februar bis 9. April 2012) gehe man in Kooperation mit der Kunstzeitschrift "Springerin" Fragen von sozialen und ökonomischen Werten nach. Parallel zu Danh Vos Schau wird die in New York lebende Vorarlbergerin Ulrike Müller mit einem Projekt in der KUB-Arena vertreten sein. "Kunst und Ideologiekritik nach 1989" steht im Zentrum einer Sommerakademie (7. Juli bis 14. Oktober). Den Endpunkt für 2012 in der KUB-Arena setzt eine Kooperation mit dem Goethe-Institut Nairobi (26. Oktober 2012 bis 20. Jänner 2013).

Döring, Geschäftsführer der Vorarlberger Kulturhäuserbetriebsgesellschaft (KuGes), zeigte sich bei einer Bilanz über das Jahr 2011 mit der Entwicklung des KUB zufrieden. Für heuer seien 44.500 Besucher anvisiert worden, bereits in den ersten neun Monaten wurden es vor allem wegen Ai Weiwei über 58.000. Bis zum Ende des Jahres rechne man mit insgesamt 65.000 Besuchern. Spitzenwerte im Österreich-Vergleich habe das KUB auch im Bereich der Eigenfinanzierung: Das 3,2 Mio. Euro hohe Betriebsvolumen finanzierte sich zu zwei Mio. Euro aus Landesfördermitteln, 1,2 Mio. Euro stammten aus Einnahmen, Verkäufen und Sponsoring. Dieser Eigenfinanzierungswert von über 35 Prozent, den man auch für 2012 vorgesehen habe, sei "sehr erfreulich", so Döring.  (APA)

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    Ed Ruscha  im Frühjahr 2010 anlässlich einer großen Personale im Haus der Kunst in München vor seinem 'Large Trademark with Eight Spotlights' (1962)

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