Polizei räumt Occupy­-Camp in Los Angeles

30. November 2011, 13:11

500 Zelte und 700 bis 800 Campierende mussten gehen. "Move your feet, occupy the street", skandierten die Protestierenden

Occupy Los Angeles muss weichen. Nachdem die Stadtverwaltung das Anfang Oktober entstandene Protestcamp zunächst toleriert hatte, haben es Polizisten am Mittwoch geräumt. 500 Zelte und 700 bis 800 Campierende mussten gehen. Der Bürgermeister versprach aber zumindest den Obdachlosen eine neue Unterkunft.

Kurz nach Mitternacht Ortszeit begannen hunderte Beamte damit, die "ungesetzliche Zusammenkunft" zu beenden. Bei Zuwiderhandlung nahm die Exekutive Menschen fest. Einige kletterten auch in die Bäume. Insgesamt sollen 200 Personen mit Handschellen abgeführt worden sein. Die meisten Protestierenden leisteten aber nur kurz Widerstand. Man blieb lautstark, aber friedlich.

"Move your feet, occupy the street", skandierte die Menschenmasse, die mit ihrem Protest ihre Ablehnung des Weltfinanzsystems zeigt. Bürgermeister Antonio Villaraigosa, der dem Aufbegehren zunächst freundlich gegenüberstand, bat die Menge nun "freiwillig zu gehen". Nachdem die Stadtverwaltung über Sachbeschädigung und Sanitärprobleme klagte, änderte Villaraigosa seine Meinung und veranlasste die Räumung. Den Obdachlosen will er aber eine alternative Bleibe bieten.

Dennoch, der Kampfeswille der Protestierenden dürfte in Los Angeles bleiben. Auch wenn es diesmal mit dem "Festung halten", wie Camper Anthony Candelaria sagte, nicht geklappt hat.

San Francisco macht weiter, Philly nicht

In San Francisco, ebenfalls im "Sunshine State" Kalifornien gelegen, bot Bürgermeister Ed Lee den Occupy-Demonstranten einen alternativen Platz an. Momentan liegt er mitten im Finanzdistrikt. Die Campierenden berieten noch darüber. Der Bürgermeister will den Campern Toiletten zur Verfügung stellen, sich dafür aber auch den Platz aussuchen.

An der Ostküste hingegen, in Philadelphia, verlief die Räumung des hiesigen Protestcamps ohne Festnahmen. Geschätzte 100 Protestierende verließen friedlich den Platz des Geschehens. (red, Reuters, derStandard.at)

Kommentar posten
10 Postings
DirtyHarry
00
2.12.2011, 13:59
Yes, he can!

Herwig Polosky
50
1.12.2011, 00:25

na endlich - lang genug hat die Plozei tatenlos zugesehen!
Endlich handelt sie!

Der_Pirat
02
1.12.2011, 10:09

Wieso tatenlos zugesehen? Wurden Gesetze gebrochen?

Radlerwahn68
00
30.11.2011, 16:36

irgend etwas stimmt da nicht,kein pfefferspray, kein schlagstockeinsatz usw.!?

joachim posan
 
01
1.12.2011, 05:28

nach den ereignissen der letzten wochen in oakland und davis ist das LAPD extrems vorsichtig vorgegangen um nicht fuer weitere negativ-schlagzeilen zu sorgen. da kam sogar einem laechelnden polizisten in riot-gear ein "I like your mask" ueber die lippen als ein occupier mit gasmaske vorbeispazierte...

Edelpiefke
00
30.11.2011, 15:54
Einige hundert chice Guy Fawkes Masken zu verkaufen.

Top Zustand, wenig benutzt, nur einmal fallen gelassen.
Preis VS.

la Confederación!
00
30.11.2011, 15:58
Ah.

Ausverkauf bei den Astroturfern?

goope
01
30.11.2011, 15:28

Anscheinend haben die Behörden nur auf Zeit gespielt.

Sie wollten nicht als Demokratiefeinde dastehen und haben gehofft, dass der Winter die Proteste beenden wird. Dem war nicht so.
Jetzt übernehmen sie doch die Drecksarbeit und versuchen die Proteste aufzulösen.

TrifterSepp
 
50
30.11.2011, 21:59

Oder die Bewegung hat sich aufgrund mangelnder Konzepte verlaufen und die Städte bereiten sich wieder auf den Normalzustand vor.

Die letzten Leute werden in dem Fall von der Polizei wo anders hingebracht.

Der_Pirat
03
1.12.2011, 10:09
Konzepte...

sind nicht die Aufgaben von Protestierenden, diese sind von Politikern zu erstellen. Die Aufgabe von Bürgern ist es ihren Unmut kund zu tun, und was genau sie stört, und dies tut die Occupy-Bewegung ganz gut.

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