Umsatzmenge von Paketdiensten wieder auf Vorkrisenniveau - Internethandel ist wesentlicher Wachstumsfaktor
Der Internethandel hat dem europäischen Markt für
Kurier- Express- und Paketdienste (KEP) zu neuem Aufschwung
verholfen. Das geht aus einer aktuellen Studie der
Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor. Die Gesamtmenge der
Sendungen stieg 2010 um sechs Prozent im Vergleich zum Jahr davor auf
fünf Milliarden und liegt damit sogar wieder leicht über dem
Vorkrisenniveau von 2008 (4,8 Milliarden Sendungen).
42 Milliarden Euro Umsatz
Der Umsatz stieg im Jahresabstand auf 42 Milliarden Euro. Das ist
zwar ein Plus von vier Prozent, ist aber dennoch um fünf Prozent
niedriger als noch vor der Krise. Ursache für den schwächeren
Gesamtumsatz ist die Dominanz von eher leichten und damit billigeren
Sendungen. Außerdem setzt die hohe Nachfrage nach günstigen
Standard-Angeboten die Anbieter unter Druck. In Deutschland etwa
entfallen bereits 96 Prozent der Pakete auf Standard-Angebote,
Express-Varianten verlieren immer mehr an Bedeutung.
Europaweites Einkaufen begrenzt
Auf den nationalen Märkten waren vor allem Verträge zwischen
Unternehmen und Privatkunden - sogenannte Business to Consumer (B2C)
- und E-Commerce Sendungen verantwortlich für das Wachstum. "Das
zeigt, dass der Internethandel vor allem noch innerhalb von
Landesgrenzen von statten geht und die Verbraucher europaweites
Einkaufen nur begrenzt nutzen", so Ferdinand Salehi von A.T. Kearney. Die Studie, für die die KEP-Branche in 13 europäischen Ländern
untersucht wurde, stellte außerdem einen europaweiten Trend fest.
Demnach gibt es im B2C größere Wachstumsraten als im
Business-to-Business-Geschäft (B2B). B2C-Sendungen machen derzeit 43
Prozent des Gesamtvolumens aus. International ist der Anteil mit zehn
Prozent wesentlich geringer.
Europäischer Markt stärker gewachsen
Der gesamte europäische KEP-Markt ist im letzten Jahr
international stärker gewachsen als national. Die bedeutendsten
Routen liegen weiterhin zwischen Europa und China sowie Europa und
den USA. Allerdings ist der Markt auch stark konzentriert: Die sechs
größten Anbieter im Express-Geschäft machen 90 Prozent des Marktes
aus. "Wir gehen davon aus, dass die europäische KEP-Branche spätestens
zu Beginn des Jahres 2012 das Umsatzniveau von 2008 wieder erreichen
wird. Bis 2013 erwarten wir zudem ein Wachstum der Sendungsmenge von
jährlich 4 Prozent", so Salehi. In den kommenden zwei Jahren werde
die Sendungsmenge auf 5,7 Milliarden anwachsen. (APA)