Van der Bellen liebäugelt mit Zugangs­beschränkungen

Max Daublebsky, 30. November 2011, 13:25
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    foto: der standard/urban

    Van der Bellen: "Fürsprecher und Lobbyist der Institutionen."

Wiener Uni-Beauftragter: "Freier Hochschulzugang in Ehren, aber gleichzeitig muss man über die Qualität des Studiums reden"

In den Mund nehmen will der ehemalige Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, das Wort Zugangsbeschränkungen nicht. Darauf angesprochen sagt er allerdings: "Freier Hochschulzugang in Ehren, aber gleichzeitig muss man über die Qualität des Studiums reden." Er selbst sei ein "Geschädigter eines Massenstudiums" und wisse daher aus eigener Erfahrung, dass in bestimmten Fächern die Reduzierung der Studierenden unvermeidlich sei, wenn die physischen Kapazitäten nicht gegeben sind.

"Blick über den Tellerrand"

Worüber Van der Bellen am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz aber eigentlich sprechen wollte, war der Bericht über ein Jahr seiner Tätigkeit als Beauftragter der Stadt Wien für Universitäten und Forschung. "Wien hat als Standort für Wissenschaft und Forschung gute Voraussetzungen", beginnt der ehemalige Wirtschaftsprofessor seine Ausführungen mit dem Positiven. Allerdings herrsche auch viel Aufholbedarf, damit Wien im internationalen Vergleich nicht zu stark an Boden verliere. Dafür sei laut Van der Bellen vor allem ein Blick über den Tellerrand nötig.

"Internationalität annehmen"

Ziel des jährlich geplanten Berichts sei es, aktuelle Entwicklungen rund um den Universitäts- und Forschungsstandort Wien mit Analysen, Empfehlungen und Aktivitäten zu begleiten. Van der Bellen streicht dabei vor allem die Vernetzung Wiens auf internationaler Ebene heraus. So sei zum Beispiel die Kooperation mit dem Forschungsstandort Brünn ein gutes Beispiel dafür, wie man über Grenzen hinweg voneinander profitieren könne. Dabei strebe man zum Beispiel die gemeinsam Nutzung von Infrastruktur und den vermehrten Austausch von ForscherInnen und Studierenden an. "Internationalität ist wichtig, also müssen wir sie auch bewusst annehmen", so Van der Bellen.

"Brain Drain" verhindern

Um qualifizierte ForscherInnen aus dem Ausland nach Österreich zu locken und jene die bereits hier sind halten zu können, müsse der Wissenschafts- und Forschungsstandort Wien attraktiver werden, sieht der Grüne Abgeordnete Handlungsbedarf. Dabei würde nicht zuletzt die budgetäre Ausstattung der Hochschulen und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen eine wichtige Rolle spielen. "Wien wird die Finanzmisere die vom Bund ausgeht nicht ersetzen können", gibt sich Van der Bellen keinen Illusionen hin. Dennoch werde einiges getan, so gebe es etwa Fonds für die Akademie der Wissenschaften und die Universität für Bodenkultur, aber auch den Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF). Wien müsse sich aber auch als Land und Stadt bei der nächsten Novelle des Fremdenrechtes "zumindest" im tertiären Bereich für Forscher und Studierende engagieren. Derzeit würden mehr Hochqualifizierte und gut Ausgebildete Wien verlassen, als zuwandern, wobei das Fremdenrecht häufig eine Barriere darstelle.

ÖH sieht in Bericht Handlungsauftrag an die Stadt

"Der Bericht zeigt einige wichtige Baustellen auf", teilte die ÖH-Vorsitzende Janine Wulz in einer Aussendung mit. Auch wenn der Großteil der Kompetenzen beim Bund liege, gebe es für die Stadt Wien als größten Hochschulstandort Österreichs viel zu tun, um in Zukunft international mithalten zu können. "Kostengünstiger Wohnraum, günstiger öffentlicher Verkehr, Förderung von Forschungsprogrammen und der Abbau von bürokratischen Hürden für Studierende aus dem Ausland müssen ganz oben auf der Liste stehen", so ÖH-Generalsekretär Peter Grabuschnig.

VP: "Van der Bellen entbehrlicher Budgetposten"

"Dieser Bericht stellt für mich lediglich eine Alibirechtfertigung für einen Posten dar, den Wien und die Welt nicht braucht, da es dafür ohnehin ein eigenes Ressort samt Stadtrat gibt", kritisiert ÖVP Wien Kultursprecherin Isabella Leeb den Statusbericht Van der Bellens. Auf 41 Seiten werde darin erklärt, dass der Bund und nicht die Stadt Wien zuständig sei. Daher wolle man im nächsten Gemeinderat auch einen Antrag auf Abschaffung der Position des Universitätsbeauftragten der Stadt Wien stellen, hieß es in einer Aussendung der ÖVP. (Max Daublebsky, derStandard.at, 30. 11. 2011)

Kommentar posten
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Der Chronist
03
1.12.2011, 12:30
2013...

Zusammenfassend:

- ÖVP: Unwählbar. Gründe: Zuviele, um sie hier aufzuzählen. Vor allem aber: Würden auch mit FPÖ koalieren.
- SPÖ: Unwählbar. Gründe: Fast zuviele, um sie hier aufzuzählen. Vor allem aber: Würden mit der ÖVP koalieren.
- Grüne: Unwählbar. Gründe: Viele. Vor allem aber: Würden mit der ÖVP koalieren.
- FPÖ: Unwählbar. Begründung: FPÖ. Vor allem aber: Würden mit der ÖVP koalieren.
- KPÖ und CO.: Unwählbar. Grund: Aussichtslos.

Was bleibt?

videoopa
00
7.12.2011, 11:24
Kein Begriff drückt Mich aus
00
4.12.2011, 22:48
Das Problemt ist .. bist du

Wähl doch KPÖ. würden Wähler auch kleinere Parteien wählen, würden es erstens mehr versuchen und Zweistens dann auch öfter welche schaffen. drittens würde dann vielleicht auch die kpö besser werden, und als erste Konsequenz würde sich wohl bald auch eine linke Partei gründen. aber solange die wähler KONSERVATIV sind, wird es auch das parteienangebot bleiben.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
1.12.2011, 13:26

Ich bin immer dafür dass sich die Grünen nicht der ÖVP vollkommen verschließen. Wenn man nämlich einzig und allein mit der SPÖ kann und sonst mit niemanden, schränkt dass den Verhandlungsspielraum ungemein ein, und man ist immer nur deren Politsklave.

Der Chronist
12
1.12.2011, 18:21

Wer mit der ÖVP koaliert, verrät Staat und Volk.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
2.12.2011, 01:04

Wer so einseitig denkt, ist selbst ein Radikaler und um nichts besser als die FPÖ.

Der Chronist
01
2.12.2011, 11:14

Sie sind also ein radikaler Befürworter der SPÖVP.

blub7
00
1.12.2011, 21:12
blabla

emily_morin
01
1.12.2011, 11:28
wirtschaftföderungen und keine forschungsförderung

wwtf, departure, zit: ist wirtschschaftsförderung
jubiläumsfonds der öaw ist mit heissen 160.000.-- jährlich dotiert.
beitrag der stadt wien zu grundlagenforschung: verschwindend gering (MA 7)
stmk hat zb. einen offenen call (zukunftsfonds)
lobbying der stadt wien für mehr grundlagenforschung im bund: nicht wahrnehmbar.
wenn schon wissenschaftsbeauftragter der stadt wien: dann bitte hier aktiv werden!

Erwin Wolfram
42
1.12.2011, 09:59
...

man muss halt einfach sehen, dass die qualitaet der unis von jedem entwicklungsland uebertroffen wird, wenn man endlich nur mehr die guten zulaesst und ich finde das sinnvoll, denn das niveau und das erzielte wissen war vor 300 jahren im urlaub schon weit uebertroffen, damals war es wahrscheinlich nicht so korrupt und es durften nicht nur die faulsten und leitungsdummsteller unterrichten.

barney
22
1.12.2011, 09:21
undercover?

Seit v.d.Bellen die Grünen zum EU-Fanatismus umgepolt hat, ist klar: Alexander van der Bellen ist der nachhaltigste Politiker, den die ÖVP seit vielen Jahren hat!

The Chaos Path
23
1.12.2011, 09:15

ein nummerus clausus ist den studiengebühren immer noch vorzuziehen. der staat kann entscheiden, wie er eingeführt wir und man kann das durchaus einigermassen intelligent machen. zb nimmt man das zeugnis der letzten klasse (nicht maturazeugnis), streicht die schlechteste note und errechnet dann den schnitt. jeder, der ein massenstudium studieren will, muss sich halt in der schule schon ein jahr lang reinhängen.
abgesehen davon muss/soll man ja nicht alle richtungen beschränken, sondern eben nur die massenfächer. die kriterien dafür müssen vom bund klar definiert werden bzw. gekoppelt an der finanzierung sein.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
01
1.12.2011, 13:27

Zugangsbeschränkungen müssen auch nicht notwendigerweise ein Numerus Clausus sein, sondern können leicht auch andere Mindesterfordenisse darstellen.

pfs79
10
1.12.2011, 17:31

Zugangsbeschraenkungen SIND IMMER ein Numerus Clausus.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
2.12.2011, 01:08

Nein sind sie nicht. Numerus Clausus (NC) heißt es gibt eine fixe Anzahl die rein dürfen. Zugangsbeschränkungen heißt, es gibt gewisse (zur Matura zusätzliche) Erfordernisse.

Wenn Sie sagen, alle die bei der Aufnahmeprüfung mehr als 80 von 100 Punkte bekommen sind drinnen, ist das eine Zugangsbeschränkgung aber kein NC, wenn sie sagen die besten 200 sind drinnen (egal wievle Punkte) dann ists es ein NC.

blub7
00
1.12.2011, 21:14
weil?

zur erinnerung...numerus clausus bezeichnet die selektion nach noten

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
2.12.2011, 01:06

nein. bedeutet es nicht. Numerus Clausus, heißt wie es lateinisch bedeutet, nach Anzahl ausgeschlossen - d.h. fixe Anzahl von Plätzen.

120 Jahre Karl Schranz
00
1.12.2011, 21:30
nein, numerus clausus bedeutet streng genommen nur

dass es eine beschränkte anzahl an plätzen gibt.

blub7
00
2.12.2011, 00:18
tatsächlich...

...hab ich mich wohl geirrt...aber ich glaube, es ist klar, was der poster weiter oben meinte

Adam Markus
02
1.12.2011, 02:19

Wir leben in einem System in welchem es von den meisten Menschen nicht in Frage gestellt wird, dass der Staat nur noch dem Gewinnstreben des Kapitals dient. Einem Streben, dem sich alles unter zu Ordnen hat.

Wir leben in einem System, in dem es niemand mehr in Frage stellt, dass der Staat nicht für all seine BürgerInnen da sein kann und in dem ein brutaler Kampf um die verbliebenen staatlichen Ressourcen geführt wird.

Einem System wo die meisten gesellschaftlichen Gruppen nur noch um diese wenigen Ressourcen kämpfen und mit immer radikaleren Mitteln versuchen möglichst alle anderen davon auszuschließen. Auch um das eigene Überleben zu sichern.

Bildung ist eines diese Ressourcen

Harry Y.
 
22
1.12.2011, 01:53
Pfui Deibel ÖVP

Nicht einmal ein bisserle Wahrheit könnt ihr ertragen (Fremdenrecht usw.)?

Honkong Fu
44
1.12.2011, 00:22

ehrlichgesagt würde ich zugangsbeschränkungen nur für personen ohne österreichischen pass einführen.
also pro studienrichtung eine festgelegte anzahl an personen, aufgenommen werden auslandsstudenten nach dem wer-zuerst-anmeldet-bekommt-den-platz-prinzip. bei auslandsstudenten sollte auch nicht unterschieeden werden ob es deutsche, iraker, chinesen, nigerianer, oder sonstige sind. eine studienprüfung sollte für all jene eingefuhrt werden, auch da sollte das land egal sein aus dem die ausländischen studenten kommen.
wenn diese art beschränkung eingeführt ist (und nur dann) kann über eine beschränkung für inländer nachgedacht werden, die sollte dann genauso wir oben sein.

Helmut-at
46
1.12.2011, 03:33
Warum soll ich als österreichischer Steuerzahler

.
die Ausländischen Studenten finanzieren, wenn sie nach dem Studium wieder ins Ausland gehen und nichts für uns bringen?

mfg heli

Harl-Geinz Krassers Friseur
00
1.12.2011, 13:16
weil es die anderen (deutschland) auch machen!

Lupus67
10
1.12.2011, 10:18
weil es

zivilisierten ländern gut möglich ist, zur entwicklung dieser welt beizutragen? weil besser entwickelte länder einfach langfristig auch europa und österreich was bringen?

das grundübel bei der geschichte ist aber, dass diese leute NICHT mehr zurückgehen um ihr land aufzubauen und vorwärts zu bringen, sondern möglichst schnell hier daueraufenthalt wollen.

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