Gehälter steigen um 3,6 Prozent

30. November 2011, 06:08
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Die Klasse bis zu 1.500 Bruttogehalt erhält einen Fixbetrag von 50 Euro - Karenzzeit für Vorrückung im Gehaltsschema wird künftig angerechnet

Wien - Nach einem über 14-stündigen Verhandlungsmarathon haben sich die Sozialpartner in der Nacht auf Mittwoch auf einen neuen Kollektivvertrag im Handel geeinigt. Ab 1. Jänner 2012 bekommen die rund 520.000 Handelsangestellten durchschnittlich 3,6 Prozent mehr Gehalt, Lehrlinge erhalten um 3,9 Prozent mehr.

Angestellte, die bis 1.500 Euro brutto verdienen, bekommen einen Fixbetrag in der Höhe von 50 Euro, das entspricht einer Erhöhung von bis zu 3,8 Prozent. Bei einem Bruttogehalt von über 1.500 beträgt das Plus 3,5 Prozent.

Arbeitgeber: "Gerade noch akzeptabel"

Die Gewerkschaft hat ihre diesjährige zentrale Forderung nach Anrechnung der Karenzzeiten durchgesetzt. Bei der Elternkarenz für das erste Kind sowie bei der Bildungs- und Hospizkarenz werden zehn Monate angerechnet, diese Anrechnung gilt künftig auch für die Einstufung im Kollektivvertrag sowie für die Berechnung des Jubiläumsgeldes und bleibt beim Wechsel des Arbeitgebers im Handel aufrecht.

Während der neue Gehaltsabschluss für die Arbeitgeber "gerade noch akzeptabel" ist, wertet die Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp ihn als Erfolg. "Wir haben eine Gehaltserhöhung deutlich über der Inflation durchgesetzt und für eine große Frauenbranche die Anrechnung der Karenzzeiten erreicht", sagte Gewerkschafts-Verhandler Manfred Wolf nach Abschluss.

650 Millionen Euro Kosten

Insgesamt liege das Ergebnis "sehr nahe beim Vierer". Die ArbeitnehmervertreterInnen forderten ursprünglich eine Erhöhung der Gehälter um 4,2 Prozent - und das ohne Staffelung nach Einkommen.

Die heimischen Handelsbetriebe wird die Anhebung der Gehälter etwa 650 Millionen Euro kosten, rechnete Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller vor.

Puncto Sonderzahlungen einigten sich die Sozialpartner auf eine um einen Monat frühere Auszahlung des Urlaubsgeldes. Die Beschäftigen im Handel haben es künftig schon am 30. Juni auf dem Konto. Keine Einigung gab es hingegen beim Weihnachtsgeld. Hier wollte die Gewerkschaft eine vorgezogene Auszahlung auf 31. Oktober. "Es war ja nicht die letzte Gehaltsverhandlung", gab sich Wolf noch nicht geschlagen. (APA)

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