"Niemand wird auskommen!"

29. November 2011, 19:26
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Der Augenblick für die Metamorphose war gekommen; auch ein Spindelegger kann aus der Gelassenheit austreten!

Es war einer jener Augenblicke, da man entscheiden muss, ob man Mann oder Maus ist. Und er entschied sich. Mit Grandezza hatte er ertragen, dass sein (zu Beginn der Vizekanzlerschaft formulierter) Kanzleranspruch zu landesweiten Arbeitsunterbrechungen durch Lachkrämpfe geführt hat. Er überwand auch seine Phobie, stellte sich mit jenem Typen hin, der den von ihm angestrebten Job innehatte, um als Teil eines TV-Schuldenbremsduos die Austrobonität zu retten.

Auch ertrug er stoisch, dass eine Mitarbeiterin in einem Anfall von politischer Rötung Geldforderungen an die Spekulanten gestellt hatte. Jetzt aber war es so weit, nämlich genug. Mitten in seinem ZiB 2-Interview wurde dieser bodenständige Auftritt der entfesselten Johanna Mikl-Leitner wiederholt. Abermals sausten ihm also diese Sätze ("Her mit den Millionen, her mit dem Zaster, her mit der Marie!") um die Ohren - hatte er nicht schon genug darunter zu leiden, dass Sprüche der Finanzministerin Fekter rauf und runter zitiert wurden, während er nach seinen miesen Umfragewerten befragt wurde?

Der Augenblick für die Metamorphose war gekommen; auch ein Spindelegger kann aus der Gelassenheit austreten! Ja, wir müssen sparen, und "am Ende des Tages wird niemand auskommen!", schmetterte er Armin Wolf entgegen und forderte, auf die Opposition "auch in der Öffentlichkeit" wegen der Zustimmung zur Schuldenbremse "Druck zu erzeugen." Häuslbauer besteuern? "Wird's mit mir nicht geben!" Und: "Jeder beginnt gerne beim anderen zu sparen. Aber das wird nicht das Konzept sein, wie wir auf einen grünen Nenner kommen!" Weiter so! Dann wird aus einem Nenner noch ein richtig grüner Zweig! (Ljubiša Tošić/DER STANDARD; Printausgabe, 30.11.2011)

Nachsehen in der ORFTVthek
Spindelegger in der "ZiB 2"

  • Vizekanzler Spindelegger
    foto: screenshot/orf-tvthek

    Vizekanzler Spindelegger

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