Tadić: Serben sollen Barrikaden räumen

Andrej Ivanji aus Belgrad, 29. November 2011, 19:11

Nach dem schweren Zwischenfall im Nordkosovo mit dutzenden Verletzten hat der serbische Präsident Boris Tadić die Serben erstmals aufgefordert, die Barrikaden zu räumen - Österreich verstärkt sein Kfor-Kontingent

"Tötung der Serben zugelassen?" , "Fünfzig verwundete Serben" , "Die Kfor schoss auf uns aus drei Metern Entfernung" , titelten am Dienstag serbische Zeitungen. In den Berichten wird überwiegend behauptet, dass die internationale Schutztruppe im Kosovo übermäßige Gewalt gegen das "friedlich demonstrierende, unbewaffnete Volk" angewendet habe. Laut der Belgrader Politika seien 35 Serben verletzt worden, als die Kfor am Montag eine Barrikade bei dem Ort Jarinje im Nordkosovo räumen wollte und Serben Widerstand leisteten.

Aufseiten der Kfor wurden elf Österreicher und 17 Deutsche verletzt. Ein Österreicher wurde vorübergehend in künstlichen Tiefschlaf versetzt und am Dienstag, nachdem er nicht mehr in Lebensgefahr war, zusammen mit einem anderen verletzten Kameraden nach Österreich zurückgeflogen. Ob mit scharfer Munition bei der Auseinandersetzung geschossen wurde, und ob einige lokale Serben bewaffnet waren, ist vorerst weitgehend unklar. Das 150 Mann starke österreichische Kontingent im Nordkosovo soll jedenfalls laut Verteidigungsminister Norbert Darabos um 120 Mann verstärkt werden.

Die Situation sei "angespannt" und könne jederzeit eskalieren, warnte Serbiens Kosovo-Minister Goran Bogdanović. Weitere "Angriffe" der Kfor auf serbische Barrikaden könnten die Situation völlig außer Kontrolle geraten lassen.

Staatspräsident Boris Tadić rief politische Vertreter der Kosovo-Serben erstmals explizit auf, die "Barrikaden selbst zu räumen" , weil das Menschenleben und die Interessen Serbiens gefährde und die Eskalation nur den Behörden in Prishtina nütze. Die EU-Missionen Eulex und die Kfor forderte Tadić auf, durch Dialog und ohne Gewalt eine Lösung zu finden. Das Kfor-Kommando verkündete, dass man bisher lediglich Pfefferspray, Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer eingesetzt habe, "doch in Situationen, in denen ihr Leben gefährdet ist, würden die Soldaten mit adäquaten Mitteln reagieren" .

Die angespannte Lage im Kosovo gefährdet den serbischen EU-Kandidatenstatus, über den der EU-Gipfel am 9. Dezember entscheiden soll. Voraussetzung dafür ist die Umsetzung der bisherigen Ergebnisse im Dialog zwischen Belgrad und Prishtina, der heute, Mittwoch, fortgesetzt werden soll. Die Serben im Kosovo fordern einen Sonderstatus für zwei Grenzübergänge im Norden als "administrative" Übergänge. (DER STANDARD-Printausgabe, 30.11.2011)

Kommentar posten
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fds r
01
4.12.2011, 12:34
Es wird wohl wieder Zeit, dass sich die Kosovo-Serben ihrer Partisanentradition erinnern

Die Feinde sind leicht erkennbar. Deutsche und Österreicher stehen wieder an der Front, um in Serbien das Deutsche Reich zu verteidigen.

Cpu
20
2.12.2011, 13:30
Komisch dass ausgerechnet dann wenn bekannt wird,

dass KFOR Truppen abgezogen werden, dort unten immer wieder Unruhen ausbrechen. Das war schon 2004 so und wiederholt sich jetzt wieder. Wird doch wohl nicht damit zusammenhängen dass die KFOR der größte Arbeitgeber der Region ist?

Philantropolus
35
1.12.2011, 11:00
Unabhängigkeit längst akzeptiert!

Meine Wahrnehmung ist, dass die Serben (sowohl diejenigen in Kosova, als auch jene in Serbien) sehr wohl erkannt haben, dass Kosovas Grenzen gezogen und die Unabhängigkeit unantastbar ist. Jetzt ist es nur noch ein Politikum der serbischen Rechts-Mitte-Links Kräfte um die Parlamentswahlen.

Ozrenac
42
1.12.2011, 15:21
Sitzen sie schon wieder Besoffen vor dem PC ?!

Ihre Wahrnehmung ist von dem vielen Alkohol wohl getrübt!

ano xxo
15
2.12.2011, 10:57
...nun,

sie merken hoffentlich dass es den kosovaren WURSCHT ist, ob die serb. bevölkerung zusammen mit den politikern die "unabhängigkeit" offiziell, inoffiziell, formel, geheim, ernst, oder hollywoodianisch nimmt.....an der grenze muss der pass gezuckt werden, sonst kommst du hier nicht rein....die natürliche ordnung ist halt für manche schwer zu verstehen, aber mit der zeit lässt das nach, war so, ist so, und wird so bleiben. Republik Kosova ist ein unabhängiger staat.

grüsse

linksverbinder
22
2.12.2011, 12:59
nur eine Kleinigkeit haben Sie übersehen

der serbischen Bevölkerung im Kosovo ist es WURST welche Form von albanischer Friedensgrenze (nach früherem SED-Sprech) Sie sich dort wünschen. Nicht dass die Lage für diese Menschen besonders rosig aussieht, aber Sie haben es mit einer kräftigen Wiederstandsbewegung zu tun.
Es entstehen eben immer neue Realitäten, eine davon z.B. dass es nicht mehr möglich ist serbische und albanische Volksgrupppen im Kosovo in einen gemeinsamen serbischen Staatsverband alter Prägung einbringen zu können. Eine andere Realität ist aber auch dass man sich dem Selbstbestimmungsrecht einer so großen ethnisch geschlossenen Gruppe wie der serbischen Kosovaren langfristig nicht entgegensetzen wird können.
Merke: Realitäten sind meist für beide schwierig

kuq_e_zi
24
1.12.2011, 16:39
Haben Sie solche Angst vor der Realität?

Die Leute in Serbien wissen doch schon längst, dass die Republik Kosovo unabhängig ist. Die interessiert Kosovo nicht. Sie möchten Arbeit, genug Lohn. Wieso schmerzt Sie die Realität, dass Serbien KEINE Souveränität mehr im Gebiet des Kosovo hat? Kosovo ist eine Republik. Da nützen Ihnen Beleidigungen anderer User in diesem Forum nichts. Akzeptieren Sie einfach die Realität.

chilly76
 
36
1.12.2011, 00:44
boris der unstarke

soll bitte aufhören den devoten lüstling auf der politischen szene europas zu spielen.

freiheit für die serben kosovos ..... wenn die albaner selbstbestimmungsrecht erhielten die saarländer sich wieder an deutschland angliedern dürften dann sollen die serben auf dem balkan auch dieses recht bekommen. oder meine lieben germanen sind menschen weiterhin in europa nach rasse zu trennen???

Tarkan Coban
 
147
30.11.2011, 21:26
sie können es nicht verkraften .........

das aus ihrem YUGOSLAVIEN nun ein MINISLAVIEN wurde !die brauchen locker noch 1200 jahre bis die darüber hinweg kommen.
schließlich haben die nicht mal die ex-vergangene 600 jährige OSMANO Kriege verdaut !!!! da hilft auch kein magenbitter slivo !!!

Drago+
22
30.11.2011, 20:05
Wie dem auch,

gute Besserung an die Soldaten. Sorry wegen die paar Idioten...

Aca Rankovic
612
30.11.2011, 14:07

Sonderlich konstant wirkt diese Politik nicht, man bekommt den Eindruck, dass Tadic' "Strategie" darauf abgezielt hat, die EUSA und die serbische Wählerschaft solange hinzuhalten, bis der Bluff auffliegt, um dann zu sagen: Ok, da habt ihr den Kosovo, gebt uns die EU.

Allzu erfolgreich dürfte diese Strategie nicht ausgefallen sein. Die Hardliner des Westblocks dürften folgerichtig erkannt haben, dass man ihn nur unter Druck zu setzen braucht, und schon gibt er nach. Das Problem ist allerdings, dass sie ihn damit völlig delegitimiert haben.

Von seiner Politik "Kosovo und EU" ist nichts mehr als eine leere Schale geblieben, er bekommt jetzt weder das eine, noch das andere.

Aca Rankovic
813
30.11.2011, 13:36

Eh klar der Verräter, vor kurzem hat er noch die Barrikaden unterstützt, jetzt sollen sie geräumt werden. Außer Bluffen hat der nichts zu bieten (gehabt), kein Wunder, dass er von den Westblockfuzzis ausgequetscht wird wie eine Zitrone, die man nach getaner Arbeit getrost wegwerfen kann. Bekommen wird er auch nichts dafür, der Kandidatenstatus wird verschoben oder negiert. Er bekommt nicht mal einen Judaslohn für seinen politischen Selbstmord.

Drago+
23
30.11.2011, 20:15

Tadic ist schon okay. Im Moment gibt es keine bessere Alternative. Was machen denn die anderen außer dass sie die Goschn halten? Na klar, was sollen sie denn auch sagen... Tadic nimmt wenigstens eine Position ein, versucht, Verantwortung zu tragen. Den anderen kanns wurscht sein, sie sind ja nur die Opposition. Wenn etwas schief geht - sie warens nicht! Natürlich.

Aca Rankovic
11
1.12.2011, 10:49

Die anderen halten im Moment den Mund, weil Wahlen sind. Danach werden sie ihn schon aufmachen (müssen).

Dieses Konzept des Kompromisses um jeden Preis, wo die anderen schon mit Militär vorrücken, dieses ständige verändern von Positionen und Taktieren ist äußerst problematisch und auch nicht zielführend. Von den EU-lern wird er trotzdem verfemt, und bei den Serben delegitimiert er sich.

ich meine, was ist von "Kosovo und EU" übrig geblieben, und jahrelang hat er das Mantra pausenlos wiederholt. Entweder er ist ein Lügner oder schwach oder beides.

Drago+
12
1.12.2011, 18:52

Nicht Tadic ist schwach, sondern Serbien ist schwach. Und für diese Schwäche ist nicht die Demokratische Partei verantwortlich, sondern Milosevic & Co. Die sind mit all ihren Feldzügen gescheitert (bei der Unkultur und dem Wahnsinn, welche diese Herrschaften heraufbeschworen haben, ist man leider gezwungen zu sagen: Auch gut so!), und andere dürfen jetzt deren Niederlagen wieder gutmachen und die Schäden, welche sie Serbien hinterlassen haben, beheben. Ne, mein Freund, du greifst die Falschen an..

stan73
11
1.12.2011, 20:09
Es könnte sein, dass Valjevac Sie anschließend als Verräter beschimpft, weil die positive Bewertung von mir ist :-)

Aber ich muß Ihnen die volle Punktzahl zu Ihrem Kommentar geben.

Es hätte ohne Milosevic ganz anders kommen können.

Sicherlich hätten die Albaner immer eine eigene Republik gefordert innerhalb Jugoslwiens. Aber damit hätten sich die meisten Serben einverstanden erklärt, wenn sie so wären, wie Sie.

Nur leider ist die Geschichte anders verlaufen, und man kann den Albanern natürlich jetzt keinen Vorwurf machen, dass die Ihre Chance genutzt haben und sich komplett verselbständigen.

Ein gute serb. Politik würde jetzt alles dafür tun, dass diese zwei Staaten nebeneinander in Frieden existieren und man sich gegenseitig respektiert und alle Klöster und Kirchen, alle Moschen etc. von Allen penibelst gepflegt werden.

Drago+
20
1.12.2011, 23:45
1.

Wie kommst du darauf, dass ich für eine Republik Kosovo bin? Ich bin sehr wohl für eine territoriale Integrität Serbiens mitsamt dem Kosovo, doch soll diese auf demokratischem Wege erreicht werden. Wie lange dies dauern würde? Egal. Anscheinend haben einige von den Demokraten eine falsche Vorstellung. Ich möchte es so ausdrücken: Wer wenig besitzt, dem wird auch noch das Wenige genommen was er hat; und wer viel besitzt, dem wird noch dazu gegeben. Und am Letzteren versuchen u.a. die Demokraten zu arbeiten. Patriotismus ist nicht, verdummt zu sein, arm, primitiv, nicht fähig seinen eigenen Namen richtig zu schreiben. Auf so einen Pseudo-Patriotismus, der eigentlich nur ein Hilfeschrei ob seiner Minderwertigkeit und Hilflosigkeit war -

Drago+
20
1.12.2011, 23:43
2.

- hat die Milosevic-Ära gesetzt und Serbien damit in eine Katastrophe gestürzt. Der richtige Patriotismus ist belesen zu sein, und gelehrt, kultiviert, und vor allem human. Wie sagt die regula aurea, das goldene Gesetz: Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst. Wer sich für so eine Gesellschaft einsetzt, der ist der wahre Patriot. Der liebt sein Land und sein Volk wahrhaftig, nicht bloß eine Idee oder gar eine Wahnvorstellung, und das ist eine schöne Liebe, eine Liebe die uns alle erfreut und innerlich erwärmt, uns Kraft und Zuversicht gibt dieses unsere Erdenschicksal durchzustehen, da er alle Menschen gleich liebt, und er liebt sie sehr. Das ist für mich Patriotismus, und so ein Patriotismus kann niemals verlieren.

kuq_e_zi
11
2.12.2011, 21:42
Ist in diesem Sinne nicht auch Patriotismus,

Fehler, die vom eigenen Volk (eigenen Politikern) begangen wurden, zu akzeptieren, die Konsequenzen dieser Fehler staatsmännisch zu tragen und mit der Liebe zum Vaterland die Zukunft zu gestalten?
Konkret: Anerkennung der Republik Kosovo, Zusammenarbeit mit Kosovo, gemeinsame Politik und beispielhafte nachbarschaftliche Beziehungen. Egal wie demokratisch, westlich etc Sie auftreten, die Souveränität über Kosovo wird Serbien nicht mehr erhalten.

stan73
10
2.12.2011, 08:59
Das sind große Worte.

Viele würden es jedoch begrüßen, wenn die Serben sich endlich dazu einigen könnten, sich in genau so eine "Gesellschaft" zu integrieren, in der man sich gegenseitig schützt und respektiert, in der man voneinander profitiert, Geschäfte machen kann, voneinander lernt usw.

Ich denke, das sehe ich genau so, wie Sie.

Z. Ristic
10
1.12.2011, 16:49

In der Regel werden vor den Wahlen Reden geschwungen. Da sich die Opposition bis auf Kritik mit konstruktiven Beiträgen zurückhält ist von dort auch nicht viel zu erwarten.

kuq_e_zi
23
1.12.2011, 16:45
Wer hält den Mund?

Cedo und Vuk halten überhaupt nicht den Mund, sondern sprechen aus, was in Serbien sowieso jeder weiss. :) Und Tadic ist ein guter Politiker. Aber auch er hat eingesehen, dass das mit Kosovo doch nichts wird. Jetzt verlangt er, dass die Barrikaden verschwinden. Danach wird er (weil gezwungen) die Finanzierung der Parallellstrukturen beenden. Er wird von der EU für seine mutige Politik Lob erhalten. Er ist ein Mann, der Serbien weit bringen kann. Tadic muss nur noch die Zauberformel finden, die ihm die Anerkennung der Republik Kosovo und die politische Lebensdauer ermöglicht. So dumm, wie Sie glauben, ist er nicht. ;)

Valjevac
41
1.12.2011, 18:46
Wenn Albaner behaupten das ein Serbischer Politiker gut ist , dann ist dieser Politiker 1.000.000 % Extrem schlecht für uns Serben .

In den nächsten Jahren werden wir diese Landesverräter in den Kerker werfen !

stan73
01
2.12.2011, 07:56
Einverstanden!! Milosevic war gut, Scheschelj und Kostunice sind toll, Tadic ist ein Luschi :-)

Mein erster Beitrag wurde aus unerklärlichen Gründen noch nicht publiziert.

kuq_e_zi
00
30.11.2011, 23:38
oh?

Nicht schlecht! ;) Positiv überrascht!

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