Für das Innenministerium bestimmt

Hafenarbeiter blockieren 7,5 Tonnen Tränengas

Anna Giulia Fink aus Kairo, 29. November 2011 18:41

Tränengas wurde in der vergangenen Woche gegen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz eingesetzt

Hafenarbeiter am Adabiya-Hafen in Suez haben am Dienstag eine Lieferung Tränengas, die an das Innenministerium gehen sollte, blockiert. Es handelt sich um insgesamt 7,5 Tonnen Tränengas, das aus den Vereinigten Staaten nach Ägypten gebracht werden sollte. Das berichtet die staatliche Tageszeitung Al-Ahram. Die unabhängige Tageszeitung Al-Shorouk zitiert einen Zollbeamten, der von Wutausbrüchen der Hafenarbeitern berichtet, nachdem das Containerschiff „Danica" mit der Tränengas-Lieferung angelegt hatte.

Tränengas von „Combined Systems Inc.", einem Waffenproduzenten aus Jamestown, Pennsylvania, wurde von Sicherheitskräften in der vergangenen Woche gegen Demonstranten auf dem Kairoer Tahrir-Platz eingesetzt. Einige kamen durch direkten Beschuss ums Leben. Die Straße, in der die meisten Zusammenstöße stattfanden, die Mohamed Mahmoud Straße, die zum Tahrir Platz führt, wurde aufgrund der vielen von Tränengas und Gummigeschoss an den Augen Verletzten von den Aktivisten „Eyes of Freedom" umbenannt. Der US-Waffenproduzent belieferte schon das Regime des ehemaligen tunesischen Diktators Ben Ali mit CS-Gas-Geschossen.

Al-Ahram beruft sich auf entsprechende Lieferdokumente, die Aktivisten von Hafenarbeitern zugespielt worden seien, laut denen eine Tranche von insgesamt 21 Tonnen Tränengas nach Ägypten gebracht werden sollen. Ein entsprechender Auftrag sei vom ägyptischen Innenministerium an die US-amerikanische Firma ergangen.

Die Aktivisten am Tahrir Platz haben in der Zwischenzeit ihre Solidarität mit den Hafenarbeitern ausgesprochen, ebenso Aida Seif al-Dawla, Chef des El Nadeem Center for Rehabilitation of Victims of Violence, und Gamal Eid, Chef des Arab Network for Human Rights Information (ANHRI), schreibt Al Masry Al Youm. (fin, derStandard.at, 29.11.2011)

Kommentar posten
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Walter J. Ferstl
02.12.2011 14:47
Ein schönes beispiel von zivilgesellschaftlichem Handeln.

kurt haenel
 
30.11.2011 17:25

wie haben die Hafenarbeiter gewusst, dass das Tränengas ist ? Ist das drauf gestanden ?

heri13
30.11.2011 19:34
versuch sie doch zu lesen,was im bericht steht!

oder sind sie des lesens nicht möchtig?

Frau Trude
30.11.2011 17:03

tolle aktion!

byron sully
30.11.2011 12:39

respekt!

Land der Zwerge
30.11.2011 10:36
Bravo - Demokratische Reife!

Endlich mal jemand mit ...
Hut ab vor diesen Hafenarbeitern!

Herzerzog Johann
30.11.2011 10:03
Das kann ins Auge gehen.

- Die Regierung kann mangels Tränengas auf Zwiebeln zurückgreifen.
- Die Regierung kann mangels Tränengas auf scharfe Munition zurückgreifen.

Was ist wahrscheinlicher?

Nukularist
30.11.2011 14:12

Dass sie sich Tränengas über andere Kanäle organisieren.

Aber es ist ein schönes Zeichen. Das Militär kann nicht alles ignorieren. Und nein, scharf schießen dürfen sie nicht. Dann müssen die USA sie fallen lassen, und dannverlieren sie ihren schönen Panzer und Flugzeuge. Da lieber ein unbedeutendes Militär, aber mit Panzern.

:-:¦¦¦¦:+_†_+:¦¦¦¦:-:
30.11.2011 09:03
aus den Vereinigten Staaten^..

Nukularist
30.11.2011 14:13

Das heißt was?

Nur die USA liefern Waffen, und das liebe Österreich nicht?

Stephan Schaefer
 
01.12.2011 18:44

Einerseits orgeln die Amis was vor mit "Demokratie" und dann beliefern sie die Diktatoren mit den nötigen Waffen!

Takis
30.11.2011 08:08

Bravo!

Aber hätten sie es nicht doch ins Innenministerium "bringen" können?

NONE
30.11.2011 02:00

Das ist Kampfgas. Chemische Waffen um gegen Demonstranten vorzugehen, ob es in Ägypten ist oder gegen die Occupy Wallstreet Bewegung.

Das ganze gehört radikal und ohne wenn und aber entsorgt.

KhalilG
 
30.11.2011 11:17

den frachter sprengen und versenken wäre die beste lösung!

Nukularist
30.11.2011 14:13

Das Frachtunternehmen kann nichts dafür.

Tränengas vernichten, ganz einfach.

Walter J. Ferstl
02.12.2011 15:00
Dem Frachtunternehmen war sicher bekannt, worum es sich bei den Frachtstücken handelt.

Erstens gibt es Frachtpapiere und zweitens kann solches Material nur unter zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen transportiert werden.

Kein Begriff drückt Mich aus
29.11.2011 23:34
USA, Amerika und Co haben kein interesse an Demokratie, sondern an möglichst hohen Profiten! Deshalb haben sie lieber Diktaturen, als Demokratien!

Adam Markus
29.11.2011 19:17

Vielleicht könnte den Hafenarbeitern jemand mal einen Tipp geben, dass sie zwecks weiterer Vorgehensweise einfach nach der "Boston Tea Party" auf Wikipedia suchen sollen.

Zum Anlass passenden Federschmuck gibt es sicher auch im Internet.....

Fritz Wunderlich
30.11.2011 13:07

die tea party sitzt im kongress
:-)))

Harry Y.
 
29.11.2011 19:48
Darüber, über diesen Akt der Zivilcourage und der Solidarität mit toten und verletzten Landsleuten, der schlimmer hätte ausgehen können,

mokkieren Sie sich und machen sich über solche Leute lustig??

Wahrscheinlich fiele IHNEN so eine Aktion nicht einmal im Traum ein.

Repariertwaseuchkaputtmacht.
29.11.2011 22:38

Gut gemeinter schlechter Humor > schlecht gemeinter schlechter Humor > vollkommene Humorlosigkeit.

Schön dass es Menschen gibt die alle Dinge immer zu 100% ernst nehmen müssen und sich keinen Millimeter bewegen um sich in andere Personen einzufühlen. Klar, es gibt und gab Tote. Das ist auch nicht lustig. Aber wenn man über jedes Misstandsthema ein Lachverbot verhängt, dann würden wir alle deprimiert zusammensinken.

Vor allem zu der Jahreszeit.

Harry Y.
 
30.11.2011 00:19

Verstehe nicht, was es da zu lachen gäbe: "zum Anlaß passenden Federschmuck". Damit tut der Typ so, als wäre das, was diese Leute gemacht haben, so lächerlich wie ein Cowboys-and-Indians-Kinderspiel:
er setzt sie herab. Und das ist nicht lustig.

mikemey
30.11.2011 09:53

„Lernen S' a bisserl Geschichte“, bevor Sie sich hier über erfundene Zusammenhänge aufregen:
http://de.m.wikipedia.org/w/index.p... _Tea_Party

NONE
30.11.2011 02:01

Ich verstehe deine Kritik nicht.

In der Boston Tea Party hat man den Tea ins Meer gekippt.

Genau dies impliziert der Poster, was mit dem Tränengas zu tun ist. Das ist zu 100% zu unterschreiben.

Nukularist
30.11.2011 14:14

Aber es sind die USA, da ist alles böse. Also muss die Boston Tea Party wohl das Werk der Vorfahren der heutigen Neoliberalen gewesen sein.
Und somit ist alles böse.

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