Einsparungen im AKH

Gibt es wirklich nur eine AKH-Wahrheit?

Kommentar der anderen | 29. November 2011 18:41

Erwiderung auf einen "Notruf" aus Ärztekammer und Betriebsrat - Von Erhard Busek

Der Vorsitzende des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal des AKH, Prof. Dr. Thomas Szekeres, spricht davon, dass die vom Rektorat eingeleiteten Sparmaßnahmen einer "systematischen Zerstörung einer Qualitätsinstitution" gleichkämen. Was die Vermutung nahelegt, dass aus der politischen Perspektive des Autors jede Wahrheit einseitig ist: Denn wenn es seiner Ansicht nach "zu wenig kompetente Pfleger/innen" gibt, "die Geräte und die gesamte bauliche Infrastruktur in die Jahre kommen" , "Reparaturen sich häufen und technische Geräte den Geist aufgeben", vergisst er zu erwähnen, dass dafür die Gemeinde Wien als Erhalter des AKH verantwortlich ist.

Und wenn, wie Szekeres auch beklagt, zu wenig Zeit für Ausbildung und Forschung übrigbleibt, dann liegt das nicht zuletzt daran, dass das AKH überbelegt und zu groß ist - was ebenfalls in die Verantwortung der Gemeinde Wien fällt, Schließlich gibt es eine Reihe herausragender Medizinuniversitäten in Europa mit weniger Betten und daher geringeren Belastungen für Ärzte. Weiters sei darauf hingewiesen, dass auch die Krankenhäuser der Medizinuniversitäten von Graz und Innsbruck Ärzte haben, die jeweils vom Land bezahlt werden.

Das eigentliche Problem liegt in der Administration des AKH, wobei die zwei anderen Universitätsspitäler in Österreich von einer eigenen Gesellschaft geleitet werden, in Wien aber von der Gemeinde. Seit Jahrzehnten wird eine gemeinsame Gesellschaft und ein Zusammenarbeitsvertrag (ZAV) vorgeschlagen, Bürgermeister Häupl hat eine solche Ges.m.b.H. auch schon vor längerer Zeit einmal ankündigt - ohne dass bis jetzt aber auch nur eine Stunde darüber verhandelt worden wäre. Der Wissenschaftsminister hat, wie alle seine Vorgänger, die Bereitschaft deponiert, in solche Verhandlungen einzutreten - vielleicht gelingt es ja jetzt. Überdies sollte auch ein Betriebsrat wissen, dass etwa die Erhöhungen der Beamtengehälter sowie die Pragmatisierung sich ganz kräftig im Budget der Medizinuniversität niederschlagen. Der Rektor hat nichts anderes gemacht als schlicht seine Verantwortung wahrzunehmen. Dass besonders die jungen Ärzte schlecht bezahlt sind, ist mehr als bedauerlich, liegt aber am System. Der Betriebsrat wird daher gebeten, sich gesamthaft einzusetzen und nicht zu übersehen, dass bekanntermaßen nicht wenige Ärzte nach ihrer Tätigkeit im AKH in der "goldenen Meile" der Privatspitäler (Kliniken und Ordinationen) tätig sind. Hier könnte auch seitens der Personalvertretung im Hinblick auf Autonomie einiges beigetragen werden.

Einseitigkeit ist nie hilfreich, zudem ist dem Artikel auch kein einziger Vorschlag zu entnehmen, der aus dem Dilemma heraus hilft. (Erhard Busek, DER STANDARD; Printausgabe, 30.11.2011)

Autor

Erhard Busek, ehemals Wissenschaftsminister und VP-Vizebürgermeister der Stadt Wien, ist Vorsitzender des Universitätsrates der Med-Uni Wien.

Nachlese: Ärztlicher Notruf: Sparoperation gelungen, Patient tot

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derhammerer
02.12.2011 21:03
ghostwriter - auftragsschreiber

dass sich der letzte bunte vogel der wvp für so was hergibt, find ich auch schon bezeichnend und ist wohl der anfang vom abgesang einer ehemaligen stadtpartei

Die Ente Lippens
02.12.2011 13:03
Wenigstens ein Politiker, der sich mal traut, sich mit Aerzten anzulegen. Hat ja sonst jeder Angst, was passieren koennte, sollte er nach Kritik einmal in die Haende der Kritisierten gelangen...vielleicht kein Promiservice, waere ja nicht auszudenken

...

andkos
02.12.2011 00:50
gehälter auf den tisch

legt doch die gehälter auf den tisch, was heißt den jungärzte verdienen schlecht????

ja, auch dies sind lehrjahre und keine herrenjahre! oder sollen mediziner direkt von der uni in die 3000€netto/monat kategorie einsteigen? (wie in der schweiz?)

ich verstehs nicht und kenn keinen einzigen mediziner mit 5-10 jahren berufserfahrung, der die 3k netto/monat ned locker überspringen würde.....

Marlon Brando2
02.12.2011 07:44

Frische Assistenzärztin für 40h --> 1200-1300€ netto.
Nach absolvierter Facharztprüfung bekommt sie einen Vertrag für 1800€ vorgelegt und kündigt (endlich).

Die >3k netto erreicht man als junger Facharzt im AKH mit durchschnittlich 70h/Woche und zusätzlichen lukrativen Nebenbeschäftigungen.
Das Grundgehalt im AKH ist ein Witz: für Fachärzte und für Assistenzärzte noch viel mehr.

Die Ente Lippens
02.12.2011 13:30
Sprechen sie vom AKH Tirana?

Zaphod Beeblebrox III
01.12.2011 09:58
Jetzt will ich es aber genau wissen !!

Wie soll sich der Betriebsrat einsetzen, dami machen AKH-Ärzte sich NICHT in der "goldenen Meile" betätigen ??

Berufsverbote ?

Oder besser Anhebung der Gehälter auf ein Niveau, das es erlaubt, davon zu leben ???

Aber genau darum geht es ja, dass die AKH-Ärzte eben NICHT gut genug bezahlt werden...

sociovation
30.11.2011 18:46
Tuns nicht gegen die Herren Professoren und die Herren Primare schreiben, Herr Busek

schließlich glaubt heutzutage jeder Turnusarzt (und sogar manche Turnusärztin), dass auch aus ihm (oder Ihr) einmal etwas wird, wenn er nur genug buckelt (was die Frauen machen, weiß ich nicht)...

derblaueelefant
03.12.2011 16:27

Im akh gibt es keine Turnusaerzte du Genie

Reich sein muss sich lohnen!
30.11.2011 15:30
Achso, na wenn das System liegt, dann kann man da natürlich nichts machen

ist dann wohl Pech für die jungen Ärzte. Hättens halt was anständiges lernen sollen, Politiker oder so...

Nörgler
30.11.2011 14:41
Si tacuisses philosophus mansisses

Lieber Herr Dr. Busek, leider ist Ihr Kommentar äußerst schwächlich bis ärgerlich ausgefallen und daher völlig unnötig. Ich dachte gerade Sie hätten mehr zu bieten als Ihre politischen Nachfolger a la Spindelecker oder der von der anderen Seite.

rapunzels frisör
30.11.2011 14:18
Werter Busek Erhard,

ich hielt sie für einen Fels in der verpröllten Brandung!
.
Sie haben mich sehr enttäuscht!

HLAB27
30.11.2011 12:03

"Schließlich gibt es eine Reihe herausragender Medizinuniversitäten in Europa mit weniger Betten und daher geringeren Belastungen für Ärzte". soso. also je kleiner das spital, desto geringer die belastung für den einzelnen arzt. interessante logik herr busek......

naja2010
30.11.2011 10:57
"Drei Klassen Medizin" muss es heissen! Die Plüschbehandlung der Politiker gehört endlich klassifiziert.

Hat schon mal wer einen Politiker auf dem Gang liegen gesehen? Oder doch auch erlebt, dass der Herr Schofför Medikamente für dero Gnaden aus dem Spital holt (ohne zu zahlen etc., natürlich) ?
ad 1 : Nein
ad 2 : Ja

adaschauher
30.11.2011 10:03
seit dem tag der eröffnung ist klar: das akh gehört aufgelassen und auf kleine einheiten aufgeteilt

grimsvotn eyjafjallajökull
30.11.2011 12:49

In Schrebergartenhüttengröße über ganz Wien verteilt.
Der Herzinfarktler macht sich nach Hietzing auf den Weg, der Inkontinenzler nach Grinzing usw. und für jede Hüttn an Generaldirektor.

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
30.11.2011 09:43

So schrieb Erhard Busek, nachdem er sich wieder aus den Rektalbereichen des Korruptionsgrafen hinausbegeben hatte.

Ain't got no how watchamacallit
30.11.2011 01:26

natoll herr busek, und was machen die jungen Ärztinnen und Ärzte am AKH Wien jetzt, diese nämlich die Ärzte der Zukunft der Universitätsmedizin darstellen, mit dem Wissen dass der eine nicht zahlen will und der andere auch nicht? man sieht hier nämlich ganz deutlich wie Österreich seine Ärzte sieht, und wie es diese behandelt ist Verlaub ein Skandal und peinlich. peinlich sollte es dem Staat sein, und er sollte sofort diese beschämende situation lösen. wir sprechen ja hier nicht von einem bahnhofsumbau, sondern von den "gesundmachern" einer kranken nation. grad in einem land mit soviel Krankheit (Hypertonie, KHK, Diabetes, niereninsuffizienz, krebs) will man bei manifestem ärztemangel auch noch das? kein wunder wenn man in die Ordi geht.

Christoph Karl Steininger
30.11.2011 01:14
Mehr und mehr missfällt mir dieser Busek!

Die Uni ist einen Vertrag mit der Stadt Wien eingegangen. Als dies noch zu ihrem Vorteil war. Nunmehr verabschiedet man sich einseitig aus dem Vertrag, vor dessen Ablauf.
Das ist nicht ehrlich und schlecht für die Patienten. Aber was will man schon erwarten von einer Uni die nicht genug kriegen kann?
Verwunderlich ist nur daß das Wissenschaftsministerium da mitspielt.
Wissen die Beamten nicht daß sie im Interesse der Öffentlichkeit handeln müssen und auf Einzelinteressen, auch von Organisationen, nichts geben dürfen?
Aber den Beamten sind ja die Bürger gleichgültig! Für sie zählt nur das Eigeninteresse!

JosyH1
30.11.2011 08:39
Bist AKH Turnus Arzt, oder? :)

Dr. Fu Man Chu
29.11.2011 20:54
fertig

der letzte satz fasst den kommentar gut zusammen, vor allem ab beistrich 1 absatz 1

Dr. Fu Man Chu
29.11.2011 20:50
+++ kommentar folgt +++

uni(versalwissen)busek schreibt: das muss ich lesen

Medicus58
29.11.2011 20:12
besonders die jungen Ärzte schlecht bezahlt sind, ist mehr als bedauerlich, liegt aber am System

das sagt dieser Busek, der (damals noch Vizekanzler) darauf bestand, dass er von diesen im Nachdienst schlecht bezahlten Ärzten in aller Früh untersucht wurde, damit er nicht von all den "anderen Patienten" gesehen wird.
Mir wird absolut schlecht vor dieser Scheinheiligkeit ....
Als es um die Förderungen für "Buseks Institut" ging http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32025 ,da war natürlich grosses Klagen angezeigt, aber die schechten Gagen für junge Ärzte sind halt "systembedingt" ....

Jurist0815
30.11.2011 11:28

so schnell wird man aufblattelt! :-D

docflo
30.11.2011 08:10
Scheinheilig

Hab ich selbst auch erlebt.
Lieber Erhard busek!
Dieser Kommentar tut echt weh.
Jeder auch noch so kleine Politiker erwartet sich immer eine überdrüber VIP Behandlung. 2-klassenmedizin pur. 1000e Male erlebt. Und dann so ein Kommentar gerade von ihnen. Das ist einfach lächerlich.
Bis zum nächsten mal im AKH......

Julia Caesar
30.11.2011 09:37

Das Inhaltliche mal außen vor: offene Drohung finde ich letztklassig.

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