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Zwar spricht es niemand laut aus, aber der Gedanke daran wird bewusst ins Spiel gebracht: Wenn die Regierung sich nicht entschließt, die Med-Uni und damit das Wiener AKH besser zu dotieren, könnten mehr Patienten dort sterben, suggerieren die protestierenden Ärzte. Sie schwingen sich gerne zu Patientenvertretern auf und übertreiben dabei meistens.
Natürlich ist es nicht gut, wenn die Regierung an allen Ecken und Enden der Hochschulen spart. Aber der einzige Gegner der AKH-Ärzte scheint der Wissenschaftsminister zu sein. Wer mahnt die Verantwortung des Uni-Rektors ein? Warum gibt es keinen öffentlichen Diskurs zwischen Wolfgang Schütz und seinen Ärzten darüber, wie das Budget sinnvoll eingesetzt werden könnte? Und warum verzichten hoch bezahlte Ärzte nicht auf einen Teil ihres Gehalts, anstatt Patienten zum Spenden aufzurufen? Wer wagt, Letzteres zu fragen, erntet statt einer Antwort schiere Fassungslosigkeit.
Dass es für Patienten im AKH nicht angenehmer wird, wenn beim Personal gespart wird, ist die eine Sache. Dass Ärzte aber nicht nur aus altruistischen Gründen für mehr Geld kämpfen, darf aber auch nicht verschwiegen werden. Im März wird in der Ärztekammer gewählt, da müssen die Funktionäre der beitragszahlenden Klientel signalisieren, dass sie etwas für sie tun. Das wäre ja legitim - wenn nicht Patienten dafür instrumentalisiert würden. (DER STANDARD; Printausgabe, 30.11.2011)
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!Sorry, aber die gibt es nicht...
Die Gehälter liegen weit unter dem internationalen Durchschnitt westlicher Industriestaaten.
Beweis: wozu würden Ärzte in der Freizeit noch arbeiten gehen, und zwar nach einer 60 - 75 Stunden Woche, wenn das Gehalt so "hoch" ist ??
gefällt: Die Ärztekammer hat ein gefährliches Spiel empfohlen. Viel arbeiten dann kommt später automatisch mehr Geld.
Weil sie aber von einer Bilanz - Mittelherkunft und Mittelverwendung - keine Ahnung haben, sind sie jetzt ganz verwundert, dass das nicht geht.
(So wie andere Sektoren im öffentlichen Bereich auch). Das automatisch Get-me-more-money ist OUT.
Dh es wird wohl notwendig sein, auch über eine innere Sanierung nachzudenken. Dazu gehört das Schöpfen von Rationalisierungs-Potentailen und eine faire Verteilung der Salärs.
(es würde mich zb eine Statistik UKHs versus andere Krankenhäuser interessieren).
Ärzte könnten zB nicht gegen sonder für die Reduktion der Pharmakosten arbeiten. Das brächte Freiräume für Salärs ....
da wird genüsslich breitgetreten, wie priester an dem anspruch, auf ihre eigenen bedürfnisse zugunsten ihres amtes zu verzichten, scheitern (müssen), und dann kommt die frau heigl, wie immer sattelfest im seichten ärztebashing und erklärt, dass es eh toll wäre, wenn weniger ärzte für weniger geld mehr arbeiten und dann noch einen solidarbeitrag für die unfähigkeit ihrer politiker leisten sollen, weil wir ja so hoch bezahlt seien. wir sind keine priester, aber genau jene, die am lautesten schreien, wir seien ja eh nur gesundheitsdienstleister, erwarten hingegen nicht eine professionelle, sondern mönchshafte berufserfüllung. wie wärs mit einem beitrag der banker und finanzinvestoren zur schuldenkrise, frau heigl, da können sie sich auslassen.
Mich irritiert das auch immer, dass von Ärzten erwartet wird, quasi umsonst zu arbeiten - ich mein, ihr habt eine lange Ausbildung hinter euch und einen Job, der irre viel Verantwortung mit sich bringt. Das gehört auch entsprechend entlohnt. Von einem Piloten verlangt ja auch keiner, dass er auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, bloß weil die Airline knapp bei Kasse ist. Das ist doch lächerlich.
arztsein wird halt zunehmend als sozialberuf wahrgenommen, was in meinem selbstverständnis auch richtig ist. nur sind die menschen so einfältig, zu glauben, weil sozialberufe oft aus berufung ergriffen werden, dass uns deshhalb nur ein sozialeinkommen zusteht. dabei weiss jeder motivationsexperte, dass anerkennung auch über einkommen geht (nicht grenzenlos, sonst macht das unverschämt - siehe managergehälter).
und deshalb will man uns ausnützen, und budgetknappheit auf unserem rücken austragen - auch durch unzumutbare arbeitsbedingungen und personalknappheit.
es ist ihre Sache, wenn sie den Humbug, dass die Ärzteproteste gegen ELGA und die Proteste im AKH nur Ausfluss der ÄK-Wahlen sind, nachbeten, können Sie mir aber auch so eloquent erklären, wieso die Gewerkschaft zu einer "Zeit für Menschlichkeit" Kampagne aufgerufen hat (arbeiten die dem Dorner in die Hände?) http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=45070 und es auch außerhalb Österreichs flächendeckende Proteste der im Gesundheitssystem tätigen (Deutschland, Tschechien, Slowakei, Israel, ...) gibt. http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47984 . Zu glauben, dass Gesundheitsökonomen, -journalisten, -politiker, ... altruistisch um eine bessere Medizin kämpfen und nur wir Ärzte dem entgegenstehen ist reichlich naiv ...
die meisten, v.a. jungen Ärzte verdienen nicht außergewöhnlich gut. Diejenigen (meist dienstälteren) Ärzte die schon gut verdienen, haben genauso das Recht wie jede andere Berufsgruppe (Stichwort: BEAMTE) um ihr Gehalt zu kämpfen. Daran ist nichts Verwerfliches. Und das Ärzte (jedenfalls diejenigen, die lange genug dabei bleiben) zu den besser verdienenden Berufsgruppen zählen ist weder ein österr. Kuriosum noch unberechtigt. Die Ausbildung ist lang, das Studium wie auch die spätere Arbeit nicht das Einfachste, die Verantwortung und Belastung auch nicht gerade gering. Einen Anreiz dafür zu schaffen, dass Leute sich das dennoch antun, ist nicht falsch und bei der medizinischen Versorgung zu sparen IMHO der falsche Ansatz (Stichwort: BEAMTE!)
Es gibt keine "gutverdienenden" Ärzte im AKH:
Alle, die gut verdienen, bekommen das Geld von Privatpatienten, die meist eben NICHT im AKH behandelt/operiert werden.
Die Gehälter plus Zulagen/Nachtdienste sind auch für die älteren, arrivierten Professoren viel niedriger als in Frankreich, Schweiz, Deutschland, Holland etc...
Die meisten Kassenärzte verdienen mehr als die AKH-Ärzte !!
Dass zwischen "hoch bezahlten Ärzten" und "jenen Ärzten, welche hoch bezahlt sind" nicht differenziert wird, ist entweder mangelnde sprachliche Befähigung oder bewusste Inkaufnahme einer Mehrdeutigkeit. Beides hat in einer Qualitätszeitung nichts zu suchen. Im Standard auch nicht.
Und auch dann muß man sagen, dass es insofern keine "hochbezahlten" ÄrztInnen im AKH gibt, da das MUW Gehalt schlicht und ergreifend nicht als "hoch" bezeichnet werden kann (Details habe ich bereits vor ein paar Tagen gepostet). Wenn man zusätzlich zur normalen Arbeitszeit noch 1-2 Nachtdienste /Woche macht, somit auf etwa 80h/Woche kommt und vielleicht noch abends 1-2x/Woche Ordination betreibt, verdient man sicher gut, aber rechnen sie sich aus, wieviele Arbeitsstunden/Woche das sind..
die mehrheit der geknechteten ärzte im AKH sind jungärzte ohne privatordi, die nebenbei auch noch forschungsarbeiten für den professor erledigen müssen während dieser und seine oberarztkollegen in der privatordi sitzen.
alle in einen topf zu werfen ist plakativ und polemisch.
Frau Goeschl, ja, die Kammer setzt sich viel zu wenig für uns Jungärzte ein und natürlich ists eine Frechheit, was manch ein Primar - wie unten erwähnt in der Regel aber erst nach langen Jahren der Ausbeutung - verdient. Tatsache ist allerdings, dass diese eine Minderheit ausmachen, d.h. eine Umverteilung innerhalb des Systems wären Peanuts für die Assistenz- und Turnussklaven!
Es würde das System wohl nicht retten, aber es würde eine manchmal schiefe Optik korrigieren.
Und ja, ich weiß wie schwierig die ärztliche Ausbildung ist und dass das Entgelt dazu oft in keinem Verhältnis steht. Aber teils tut da auch die Ärztekammer das Ihre dazu.
Im Gegenteil durch eine solche Debatte würde man wieder mal wegen 5-10 % die gesamte Ärzteschaft als Bonzen brandmarken anstatt über die wirklichen Probleme des Systems zu sprechen. Die passende Krone-Schlagzeile wäre z.B. "Ärzte sind Topverdiener" mit Bildern von Worseg, Zimpfer & Co. daneben und Max Mustermann denkt sich "Was jammern die schon wieder, san ja eh gstopft."
Patienten für die eigene Geldbörse zu instrumentalisieren, ist einfach widerlich.
Und mit falschen Zahlen zu hantieren (EUR 1.100 netto) kommt gleich danach.
Ja, Jungärzte in Spitälern arbeiten viel und verdienen nicht gut. Aber wollen wir darüber reden, was der Herr Primarius mit Privatordi nebenbei kassiert?
Privatordis haben ... quantitativ haben viel mehr Oberärzte Privatordis (außerhalb des KAV auch noch mit Gebietskrankenkassen (also großen) Verträgen) als es Primarii gibt.
Und dann gibt es auch Primarii OHNE Privatordi, ... aber hallo
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