Mark Knopfler in der Sahara

29. November 2011, 17:32
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Die Band "Tamikrest" verbindet Rock und Reggae mit afrikanischen Traditionen

Manchmal entsteht das Wahrhaftige aus einem Missverständnis. Der 28-jährige Gitarrist und Sänger Ousmane Ag Moussa wuchs in Mali nicht nur mit der traditionellen Musik der im Westen unter dem arabischen Schimpfwort "Tuareg" (für "von Gott Verdammte") verunglimpften Volksgruppe der "Tamashek" ("Wüstenbewohner") auf. Vor allem verehrte er in seiner Jugend ausgerechnet den britischen Edelpopper Mark Knopfler und dessen Band Dire Straits. Diesen lernte er neben Bob Marley oder Jimi Hendrix über Kassettenraubkopien kennen, die im Land kursierten.

Mit seiner wunderbaren Band Tamikrest ("Bündnis" oder "Knotenpunkt") ließ er sich des Weiteren auch von den altvorderen Wüstenrockern und Desert-Blues-Vätern Tinariwen beeinflussen, einer Band, die in den 1990er-Jahren im Rahmen der Tuareg-Aufstände irgendwann die Waffen niederlegte und die Gitarren umschnallte.

Wie Tinariwen verbinden Tamikrest auf ihren Alben Adagh und Toumastin oder in der Kollaboration Dirt Music mit US-Musiker Chris Eckman von The Walkabouts Rock und Reggae mit afrikanischen Traditionen. Beseelte Frage-und-Antwort-Gesänge treffen auf hypnotisch rollende Blues-Motive. Ein Hybrid, das gleichzeitig archaisch wie modern klingt. Die Lieder erzählen von Unterdrückung, dem Kampf um die Freiheit einer unterdrückten Ethnie, von der Schönheit der Wüste, der Brüderlichkeit und Liebe. Speziell auch live ein Ereignis. (schach, DER STANDARD/Printausgabe 11. November 2011)

Wuk,1090 Wien, 20.00

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