Frauen stört ungerechte Kirche

29. November 2011, 17:20

Große Mehrheit will mehr Frauen in der Kirchenleitung

Wien - Eine neue Studie sollte in der katholischen Kirche Alarm auslösen: Denn mit 77 Prozent gibt es zwar unter den Frauen in Österreich mehr Mitglieder als unter den Männern (71 Prozent). Auch doppelt so viele Frauen wie Männer besuchen regelmäßig den Sonntagsgottesdienst, heißt es in der Studie. Nur: Zufrieden sind die Frauen mit ihrer Kirche nicht.

"Kirche wird den Frauen nicht gerecht", finden 39 Prozent der Frauen (Männer: 37). 67 Prozent der Frauen meinen, dass die Zulassung zu kirchlichen Ämtern die Glaubwürdigkeit der katholische Kirche erhöhen würde. Konsequenterweise fordern auch 64 Prozent mehr Frauen in der Kirchenleitung, wie aus einer am Dienstag präsentierten Studie des emeritierten Pastoraltheologen Paul Zulehner und Petra Steinmair-Pösel, Assistentin am Institut für Sozialethik an der Uni Wien, hervorgeht. Im Auftrag der Frauenzeitschrift Welt der Frau haben die Wissenschafter in Österreich und Deutschland erhobenes, frauenspezifisches Datenmaterial über einen Zeitraum von 1970 bis 2010 analysiert.

"Die Amtskirche ist kurzsichtig, wenn sie die Entwicklung nicht im Blick hat", warnte Margit Hauft, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs mit Blick auf die Ergebnisse. Für Hauft ist "Gefahr in Verzug": "Wenn die Kirche weiterhin über Frauen spricht, aber nicht mit ihnen, wird sie moderne Frauen zusehends verlieren."

Die Studie zeigt auch ein interessantes Detail zur Parteienpräferenz: Jüngere traditionell orientierte Frauen fühlen sich eher in der SPÖ als in der ÖVP aufgehoben. Und, sagte Zulehner: "Junge Männer tendieren nach rechts, junge Frauen werden grün." (pm, DER STANDARD; Printausgabe, 30.11.2011)

Studie "Typisch Frau?",

Welt der Frau-Verlag, Linz 2011

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Posting 1 bis 25 von 53
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oranje
01
6.12.2011, 15:50

Ich verstehe nicht, warum so viele kath. Frauen Mitglied einer Kirchengemeinde sind, obwohl sie damit so unzufrieden sind?
Wenn man mit etwas unzufrieden ist, sollte man es versuchen zu ändern, und wenn man es nicht ändern kann, dann sollte man sich auf die Suche begeben wo es diese Unzufriedenheit nicht gibt!
Die kath. Kirche ist nicht die einzige christliche Religionsgemeinschaft. Es gibt christliche Gemeinschaften, wo Frauen gleichberechtigt sind.

tignosa
00
ich verstehs auch nicht, hab mich selber in frauenfreundlichere Richtung vertschüsst

ich versteh aber auch nicht, warum Frauen in die "Kirche Jesu Christi der HLT" (Mormonen) konvertieren (oder dabei bleiben), das ist noch frauenfeindlicher.

denke
10
30.11.2011, 16:41

Die Erfahrung mit der "Gleichberechtigung" ist durchweg negativ.
Frauen wollen nicht normale Bürger oder Mitglieder sein.
Und Gleichheit wird immer einseitig auf Rechte, nie auf Pflichten angewandt.
Das die Kirche angesichts dieser Bilanz nicht begeistert ist, ist logisch.

Gobi Todic
21
30.11.2011, 14:32

hallo zensur ... würde gern mein posting von vormittag lesen.

denke
00
30.11.2011, 16:29

In der Leserbriefseite der Krone schreibt man zu diesem Zweck in der Einleitung das die Krone die größte Verbreitung hat.
Probier es mal mit einer ähnlichen Schleimerei

Walter J. Ferstl
22
30.11.2011, 10:37
Das römisch-katholische Bild vom Priester, der durch seine "Weihe" schon a priori über allen Laien steht, wäre dringendst reformbedürftig.

Bei den Protestanten, Altkatholiken etc. ist die Stellung eines Pfarrers/Seelsorgers (es heißt dort gar nicht mehr überall "Priester") eine völlig andere, nämlich mit den Laien auf derselben Stufe stehende Position - ein demokratischeres Menschenbild.

Genau diese Gemeinschaften haben bekanntlich auch kein Problem, Frauen ebenso wie Männer, Verheiratete ebenso wie Unverheiratete für diese Tätigkeit zuzulassen.

Eine Demokratisierung der römisch-katholischen Kirche finge damit an, dass die angeblich notwendige "Vermittlerrolle" des Priesters zwischen Gott und den Laien samt seiner ideologisch über die Laien hinausgehobenen Position gekippt würde.

oranje
00
6.12.2011, 15:21

Eine vollständige demokratische Glaubensgemeinschaft gibt es nur bei den "Protestanten"! Nicht so bei den Altkatholiken oder Orthodoxen: Die wollen ebenfalls, wie die kath. Kirche, bis heute,dass eine Frauen ein Priesteramt begleiten.

tignosa
00
Sie meinen wohl "kein" ... "bekleiden"

was die Altkatholischen betrifft, liegen Sie falsch. Die haben 1998 das Frauenpriestertum eingeführt. Im Protestantismus gabs das schon immer, Stichwort "Priestertum aller Gläubigen". Was die Ämter betrifft, die meisten protestantischen Kirchen haben da tatsächlich Gleichberechtigung auf allen Ebenen.

Igypop83
11
30.11.2011, 18:53
in dem Moment, da die Kirche das machen würde, wäre sie nicht mehr katholisch!

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01
30.11.2011, 17:44

Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte vieles ausprobiert.
Einst wurden Päpste vom Volk gewählt.
Ergebnis: vollständige Politisierung des Amtes
Einst hatten Bischöfe Frau und Kind.
Ergebnis:Vetternwirtschaft, abstammungsbestimmte Aufstiegschancen und Geldgier(schließlich muss man zuerst an die Seinen denken)
Lustig, wenn Leute glauben, einer 2000 Jahre alten Institution Ratschläge geben zu müssen.

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30
30.11.2011, 17:37

Die Originalkirche soll also den Abgespaltungen nacheifern?
Wozu?
Einerseits ist das Original noch immer am erfolgreichsten, und zum anderen ist nicht klar welchen Mehrwert so ein Einheitsbrei bringt.
Nach katholischen Verständnis gibt es das Priesteramt, und das hat sich 2000 Jahre bewährt.

tignosa
00
wie erfolgreich die rkK ist, das sieht man eh

massenhaft Austritte! Und zum Thema "Original": vergleicht man Bibel und rkK, fällt schnell auf, was alles dazugekommen ist. PS: was ist mit der Orthodoxie?

O5
01
30.11.2011, 15:12

Davor haben die Katholiken natürlich extreme Angst - weil wenn man sagt dass jeder einzelne Gläubige genauso gut in Kontakt zu Gott treten kann wie der Priester dann eliminiert man die Notwendigkeit zu existieren und somit den Einnahmenstrom.

Peterk K
11
30.11.2011, 14:16
Die "Vermittlerrolle" ist nicht nur gegeben, sondern auch notwendig

Jeder Mensch steht zwar stets unvermittelt vor Gott, aber das bedeutet nicht, dass Glaube nicht auch einen "Vermittler" braucht, denn eine unmittelbare Beziehung baut auf einer christlichen Glaubensweitergabe auf, die sich ihrerseits aus einer Offenbarung Gottes ergibt, andernfalls sich ein Glaube als höchst individuelle Summe aus Privatoffenbarungen ergibt und nicht einer, der auf Vermittlung der Taten und Worte Jesu zurückzuführen ist. Worum es sicher nicht geht, ist die Frage, wer oben oder unten steht.

Daraus ergibt sich auch die Aufgabe der Kirche, ihr ist die Verkündigung der Offenbarung aufgetragen und wenn "Demokratisierung", dann in dem Sinn, dass die Verkündigung unter das Volk (=Demos) gebracht wird.

Walter J. Ferstl
00
2.12.2011, 19:52
"Worum es sicher nicht geht, ist die Frage, wer oben oder unten steht."

Sobald die Frage, warum die einen oben stehen (per Priesterweihe, vor allem aber Bischofsweihe, samt der daraus abgeleiteten angeblich gottgegebenen Mittlerrolle) und alle anderen pauschal unten (das sog. "Volk", die "Laien"), erst einmal auf wirklich breiter Basis diskutiert werden wird, ist der hierarchische Apparat erledigt.

Der Schärdinger
 
47
30.11.2011, 09:55
Der Schärdinger

Frauen und Manderl, überlegt doch mal, wenn es so einen Gott gibt, der das zuläßt, wie es auf der Welt zugeht, dann muss er ziemlich hin in der Birn sein, wenn es ihn aber nicht gibt, warum soll man dann Mitglied in einem Verein sein, der solche schwachsinne Einstellungen gegenüber seinen Mitbürgern vertritt, wie unsere gar nicht selige Kirche.
Es wurde seit Jahrhunderten nur gemordet, Menschen wurden verbrannt, eingekerkert oder sondstwie umgebracht. Alles im Namen der Kirchen.
Das Beste, was Menschen hervorbrachten, war die Musik, das Schlechteste waren die Religionen.
Wir leben in einer Zeit, wo jeder entscheiden kann, ob er in einer solchen Vereinigung sein möchte oder nicht, ohne verbrannt zu werden.........

ninette
01
30.11.2011, 14:57

Würde Ihnen raten, sich eine Einführung in die Religionsphilosophie zu besorgen und sich mit den Punkten "Theodizee" und "Schadens/Nutzens-Argumentationen" intensiv auseinanderzusetzen.

Will Ihnen aber zumindest ein paar Denkanstöße geben: Wenn der Mensch frei sein soll, dann muss es ihm möglich sein, sich auch für moral. falsche Handlungsweisen zu entscheiden und somit Leid zu erzeugen; ansonsten wäre er ja bloß eine Marionette Gottes. Schadens-/Nutzenskalkulationen sind a.) schwer zu erstellen und sagen b.) nichts über die Wahrheit/Falschheit der inhaltlichen Lehren einer Religion aus. Des Weiteren sind viele "religiöse" Konflikte eigtl. ethnische bzw. werden sie von Fundamentalisten ausgetragen und nicht von der Mehrheit der Gläubigen.

Wastl Steinbeisser
00
30.11.2011, 22:36
die Menschen sollten sich wirklich mit der Theodizee auseinandersetzen, denn:

"die Theodizee ist der Fels, auf dem der Atheismus baut!"

tignosa
00
auch Theismus und Deismus bauen auf diesen Felsen

es kann ja so oder so oder so ausgehen oder man findet keine Lösung und wird Agnostiker/in

ninette
00
30.11.2011, 22:55

Nun, das sehe ich nicht so. Nur weil es Leid/Übel in der Welt gibt, heißt das ja nicht, dass damit die Existenz Gottes ausgeschlossen wäre. Gott könnte vielmehr gute Gründe haben, Leid zuzulassen (z.B. als Bewährungsprobe für den Menschen oder um die Freiheit des Menschen, sich auch für das Böse entscheiden zu können, gewährleisten zu können). Logisch gesehen sind die beiden Sätze "Gott existiert." und "Es gibt Leid in der Welt." jedenfalls ohne Weiteres vereinbar. Menschen, die glauben, hier herrsche eine Unvereinbarkeit, gehen fälschlicherweise davon aus, dass ein guter Gott kein Leid zulassen würde.

Peterk K
12
30.11.2011, 14:28
Denk mal? Warum Anderen etwas zu überlegen geben,

wenn man selbst offensichtlich noch nicht nachgedacht hat? Ihr Gottesbild scheint nach der Methode Puppentheater konstruiert zu sein. Menschen besitzen aber offensichtlich die Freiheit zu handeln, und zwar so, dass sich dies als gut oder schlecht für sich selbst und/oder für andere ergibt.

Wenn gemordet wird, dann entspricht dies selbst dann nicht der christlichen Religion, wenn es ein Kirchenfürst angeordnet haben sollte, der damit oft seine höchst eigenen politischen und materiellen Interessen verfolgt hat. Wenn sie etwas genauer hinsehen, dann werden sie erkennen, dass in unseren Breiten Bildung, Erziehung, Medizin, Pflege, Musik, Literatur zuerst immer von der Religion ausging, sich differenziert und dann selbständig wurde.

Kühnemund
27
30.11.2011, 13:32
wenn es so einen Gott gibt, der das zuläßt, wie es auf der Welt zugeht, dann muss er ziemlich hin in der Birn sein

Wenn schon sind Atheisten wie sie ziemlich hin in der Birn.
1. Für das "wie es auf der Welt so zugeht" sind Menschen verantwortlich und sonst keiner. Wenn sie schon versuchen logisch zu argumentieren, warum es keinen (oder keinen "solchen") Gott gibt, dann bitte wissenschaftlich, sachlich und nicht emotional.
2. Sie vermischen Kirche und Religion. Kirche = Politik. Die Politik der Kirche hat Kriege, Verfolgung & Co angeordnet, aber nicht "eine" Religion. Nicht auf Grund von Religion werden Menschen ermordet sondern auf Grund von Politik. Wenn sie also über die Kath. Kirche herziehen, dann bitte nicht Kirche = Christentum = Religion = alles das selbe. Das ist es nicht.

Wastl Steinbeisser
20
30.11.2011, 22:41
für das "wie es auf der Welt so zugeht"

ist der Mensch nur zu einem kleinen Teil verantwortlich, denken sie nur an Naturkatastrophen und Krankheiten. Außerdem zum Thema Verantwortung und freier Wille: "ich weiß genau, was jemand denkt, wenn er vom freien Willen spricht: nämlich nichts!" (A. Schopenhauer)

tignosa
00
Gaja schlägt zurück?

denke
00
30.11.2011, 16:35

Menschen schaffen nicht die Rahmenbedingungen, der Einzelne schon gar nicht.
Und wenn der Mensch Gottes Werk ist, warum hat er dann so viele Fehler.
Und wie erklärt sich die menschenunabhängige Grausamkeit in der Natur?
Warum werden Insekten von Parasiten von innen aufgefressen? Warum gibt es fleischfressende Pflanzen?

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