Gesetzesinitiativen von Europa-Bürgern

29. November 2011, 18:35

Österreich ebnet den Weg für Einleitung von übernationalen Volksbegehren

Wien - Europapolitik, das ist das, was sich ein kleiner Kreis von Regierungspolitikern und ein etwas größerer Kreis von EU-Parlamentariern im fernen Brüssel, Straßburg oder auf irgendeinem Gipfel ausmachen - nach Einschätzung vieler Bürger jedenfalls ziemlich abgehoben. Diesem Eindruck soll die Schaffung von Europa-Volksbegehren entgegenwirken. Für deren Einführung in Österreich hat die Bundesregierung am Dienstag grünes Licht gegeben.

Das Prinzip solcher Begehren ist: In Angelegenheiten, die mehrere Länder (oder überhaupt alle Europäer) betreffen, sollen übernationale Volksbegehren direkt zu europaweit geltender Gesetzgebung führen können. Solch ein Volksbegehren muss in mindestens sieben EU-Ländern gleichzeitig aufgelegt werden, in jedem der Staaten eine Mindestzahl an Unterschriften erreichen (für Österreich reichen entsprechend seiner Einwohnerzahl 14.250 Unterstützer) und insgesamt eine Million Unterschriften aufweisen.

Die Frist für die Erreichung der erforderlichen Unterschriften beträgt ein Jahr - dann können sie der Europäischen Kommission vorgelegt werden. Diese muss dann innerhalb von drei Monaten das weitere Vorgehen festlegen und eine öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament organisieren.

Ein erstes Projekt einer solchen europäischen Bürgerinitiative haben SPÖ und SPD im Hinblick auf den Atomausstieg geplant.

Grüne Kritik

Die Grünen, die sich für direkte Demokratie starkmachen, üben Kritik an einzelnen Durchführungsbestimmungen: In Österreich werde die Eintragung besonders schwer gemacht, weil man sich mit Pass oder Personalausweis und Adresse bei den Initiatoren registrieren lassen muss - dies sei eine zu große Hürde, weil Bürger Angst um ihre Daten hätten. Auch sollte es eine großzügige Refundierung von Kosten geben. (Conrad Seidl, DER STANDARD; Printausgabe, 30.11.2011)

Markus Vorzellner
01
1.12.2011, 22:16
Das Ziel kann nur sein

der defintive Austritt aus dem Pleitesystem EU, das sich immer mehr ad absurdum führt und zu einem Finanzterrorregime zu werden droht, dessen Ausmaße heute noch nicht abschätzbar sind. Daher Austreten, solange es noch Zeit ist! Unterstützt die diesbezügliche Unterschriftenaktion!!!

aiuto
10
30.11.2011, 09:22
was wir viel dringender brauchen, ist eine Europäische Regierung,

und auf derein Europäisches legislativen Seite ein Europäische Prlament, das direkt gewählt wird und effektive Gesetzgebungsbefugnis hat.
.... wenn das nicht passiert, dann wird über kurz oder lang die EU zwischen den USA, China und anderen Mächtgen in die Unbedeutung versinken.

Bertel Mann
11
30.11.2011, 06:02
Reine Augenauswischerei ohne jede Verpflichtung für den EU-Gesetzgeber (wer ist das eigentlich?)

Und das "weitere Vorgehen" kann auch die Ablage im Rundordner sein.

Aostin
11
29.11.2011, 19:46
europaweite volksbegehren?

gut, ich will die glühbirne zurück.
meine reisepassnummer schreib ich dafür aber sicher nicht in ein onlineformular, von dem ich nicht weiß ob es sicher ist und wo meine daten gespeichert werden.

Stradivari
23
29.11.2011, 19:34
Regierungsentwurf ist Bürger-feindlich und un-europäisch und behindert Europäische Bürgerinitiativen

Der Regierungsentwurf sieht vor, dass alle, die eine Europäische Bürgerinitiative ("europ. Volksbegehren") unterstützen wollen, auch ihre Reisepass-Nr. anführen müssen.

Wer schon jemals selber Unterschriften gesammelt hat, weiß, wie schwer es ist, selbst von Sympathisanten und Überzeugten die Pass-Nr. zu erhalten. Es ist ein verschwindender Anteil, der bereit wäre, die Pass-Nr. anzuführen.

Die Regierung ermöglicht daher europäische Volksbegehren nicht, sondern behindert sie massiv!

Der Regierungsvorschlag ist daher un-europäisch und Bürger-feindlich!

Mehr Infos auf: http://mehr-demokratie.at/index.php... &Itemid=11

Kursus
10
1.12.2011, 11:26
was is den eigentlich so geheim an der Reisepassnummer?

ich weiss es echt nicht!

nur soviel: wenn eine unverbindliche Unterschrift reicht, kommt dann jeder Hirsel mit seinen uninformierten Pimperlanliegen (siehe oben: ich will die Glühbirne zurück) daher und will von jedem auf der strasse "nur ganz schell a klane Unterschrift".

Stradivari
02
1.12.2011, 14:10

Die Pass-Nr. ist besonders sensibel. Niemand gibt die Pass-Nr. gerne an Fremde weiter. Viele werden ihre Pass-Nr. bei einer Unterschriftensammlung in einer Fussgängerzone gar nicht dabei haben. Es geht aber nur um unverbindliche Anregungen an die EU-Kommission. Eine Volksabstimmung wird damit nicht ausgelöst.

Die Rolle von Kontrollierenden (Bevölkerung) und Kontrollierten (Verwaltung) wird mit der ID-Nr. umgedreht und verkehrt. Das Erfordernis der ID-Nr. ist bequem für Bürokraten. Für Initiativen erhöht es den Kosten- und Arbeitseinsatz um ein Vielfaches.

http://mehr-demokratie.at/component... stimmung#2

Kursus
00
2.12.2011, 11:57

aber wenn jder in der Fussgängerzone UNterschriften von Leuten sammeln geht, die sich weder mit der Materie beschäftigt haben, noch genau wissen was sie da unterschreiben dann ... "erhöht das den Kosten- und Arbeitsaufwand um ein Vielfaches" ... den der Kommission nämlich.

Ich bleib dabei, wenn es den Aufwand nicht wert ist, dann is das Anliegen vielleicht doch nicht sooo dringend/wichtig. Nur wegen einer gesunden EU Skepsis im Vorbeigehen vier Bürgeranfragen zu unterschreiben und sich dann als aktiver Bürger fühlen ... najaiwoasned.

Kursus
00
2.12.2011, 11:49
danke

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