Plech mit Erinnerungslücken bei Einvernahme

29. November 2011, 16:59
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Laut "Falter" kann sich der Buwog-Beschuldigte an vieles nicht mehr erinnern

Wien - Der Buwog-Beschuldigte Ernst Karl Plech, Immobilienmakler und ehemals Buwog-Aufsichtsratspräsident, sei bei seiner Einvernahme durch die Ermittler von Erinnerungslücken geplagt gewesen, berichtet das Magazin "Falter" in seiner morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe laut Vorausmeldung. Demnach habe der Geschäftspartner und Freund von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP) auf Fragen der Ermittler zu Projekten mit dubiosen Zahlungsflüssen mehrmals gesagt, er könne sich nicht daran erinnern.

Zur Frage der Kripobeamten an Plech, "gibt es irgendeine Aussage von der man sagen kann, dass etwas sicher so war, wie Sie es schildern?" sagte der Beschuldigte laut "Falter"-Bericht: "Ich kann mich nicht mehr daran erinnern". Für alle genannten Buwog-Beschuldigten - Grasser, Meischberger, Hochegger und Plech - gilt die Unschuldsvermutung.

Angesprochen auf eine Provision für den Linzer Tower soll Plech im Verhör gesagt haben, "Dazu kann ich überhaupt nichts angeben, weil ich darüber nichts weiß." Auch über jene 600.000 Euro, die Walter Meischberger für einen Immobiliendeal mit der Finanz in der Brehmstraße kassiert haben soll, könne er "keine Angaben machen". Laut abgehörten Telefongesprächen hatte Plech darüber sogar mit Meischberger am Telefon geredet.

Telekom-Immo

Zum Fall der Telekom-Immobilie Nordbergstraße, wo Meischberger 700.000 Euro kassiert haben soll um sie seinen Angaben nach mit Plech zu teilen, dementiert der Immobilienmakler die Angaben seines früheren Geschäftspartners. "Meischberger hat ausgesagt, dass ich das gemacht hätte. Diese Aussage stimmt nicht." Wieso Meischberger nicht einmal wusste, wo die Nordbergstraße liegt und Plech am Telefon danach fragte? Plech laut "Falter" in der Einvernahme: "Das begründe ich mit seiner Vergesslichkeit"

Zu Meischbergers Frage an Plech in einem abgehörten Gespräch: "Wo woar mei Leistung?" meint Plech laut Magazin in seiner Einvernahme: "Er, (Meischberger, Anm.) hat offensichtlich vergessen, dass seine Leistung der Kontakt zur Telekom war." Telekom-Vorstand Rudolf Fischer hätte, so Plech, "irgendwann einmal gesagt", dass die Telekom Häuser verkauft. "Darauf hat der Walter diese Dinge ins Rollen gebracht. (...) ."

Auch bei der Buwog weist Plech jede Verwicklung zurück. Von der Provision des siegreichen Bieters Immofinanz erhielt Peter Hochegger 20 Prozent, 80 Prozent erhielt Meischberger. Dieser verteilte das Geld auf drei Konten in Liechtenstein. Die Ermittler vermuten hinter den beiden andern Konten Grasser und Plech. Grasser dementiert dies. Laut Plech habe er ein Konto mit dem Namen "Karin" eingerichtet, aber nur treuhändisch verwaltet. Diesbezüglich wird wegen Treuhandverträgen, die möglicherweise rückdatiert wurden, ermittelt.

Plechs Erklärungen laut "Falter": Das "Karin"-Konto sei gar nicht nach seiner Frau, sondern nach Meischbergers Bekannter Karin Landauer benannt worden, einer ehemaligen FPÖ-Politikerin. Plech: "Nachdem dieses Konto für Immobilieninvestitionen vorgesehen war und sie Landauer heißt, nehme ich an, dass er (Meischberger, Anm.) den Namen Landauer mit dem Begriff "Land" und damit für Immobilien benannt hat." (APA)

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