Südossetien

Präsidentenwahl in Konfliktregion ungültig

29. November 2011, 16:48

Gericht gab Klage des kremltreuen Wahlverlierers statt - Oppositionskandidatin darf nicht mehr antreten

Moskau - Die Präsidentenwahl in der von Georgien abtrünnigen Konfliktregion Südossetien ist nach offiziellen Angaben ungültig. Das Oberste Gericht in der von Russland als Staat anerkannten Region annullierte am Dienstag das Ergebnis der Stichwahl vom Sonntag. Das meldete die Agentur Interfax aus der südossetischen Hauptstadt Zchinwali.

Das Gericht gab der Klage des kremltreuen Wahlverlierers Anatoli Bibilow statt. Er hatte Verstöße bei der Abstimmung beklagt. Gesiegt hatte nach Angaben der Wahlleitung mit großem Vorsprung die Oppositionskandidatin Alla Dschiojewa. Sie kündigte an, um den Präsidentenposten zu kämpfen.

Amtsinhaber Eduard Kokoity sagte, dass er die Entscheidung des Obersten Gerichts durchsetzen werde. Er muss nach zwei Amtszeiten infolge laut Verfassung abtreten. Die EU und die USA erkennen Wahlen in Südossetien nicht an. Der Westen sieht das Gebiet weiter als Teil Georgiens wie die ebenfalls abtrünnige Region Abchasien.

Das südossetische Parlament setzte einen neuen Wahltermin für den 25. März 2012 an, wie die Staatsagentur Osinform in der südossetischen Hauptstadt Zchinwali meldete.

Die Oppositionskandidatin Alla Dschiojewa, die aus der Präsidentenwahl am Sonntag als Siegerin hervorging, dürfe laut Medien wegen der Verstöße bei der Abstimmung an der Neuwahl nicht teilnehmen.

Kommentatoren hatten das Ergebnis als Sensation bezeichnet. Dschiojewas Sieg sei eine schwere Niederlage für den Kreml, schrieb die Zeitung "Kommersant". Regierungsgegner kritisieren kriminelle Strukturen bis in den Machtapparat sowie Korruption und Vetternwirtschaft. Südossetien ist nach dem Südkaukasuskrieg zwischen Georgien und Russland 2008 weiter schwer von den damaligen Kampfhandlungen gezeichnet. (APA)

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22 Postings
cremeflöte
 
10
1.12.2011, 08:22
farce

Was für eine Farce, was für ein Schmierentheater. Der Kreml ist schon lange nicht mehr fähig, seine Kaukasusprovinzen zu befrieden, und jetzt versagt er bei dem Versuch, eine "Wahl" mit ein paar tausend "Wählern" unauffällig zu manipulieren.
Putin wird sich zu Hause um seine Wiederwahl Sorgen machen müssen. Die Druckereien werden jetzt wohl angewiesen, noch ein paar Millionen vorpräparierte Wahlzettel mehr zu drucken, um sicherzugehen, dass auch das "richtige" Ergebnis rauskommt.
Das russische Volk murrt, wie man an den lauten Buhrufen für Putin bei diversen Sportveranstaltungen kürzlich bereits deutlich (!) vernehmen konnte.

Raptor Jesus
01
30.11.2011, 17:02
Böser Fehler, aber mangels Alternativen müssen die Südosseten damit leben, von ihrem einzigem "Verbündeten" (der Rest will ja nicht, das sie existieren) bestimmte Sachen aufgetischt zu bekommen.

Es könnte jedoch auch auf ein Kompromiss hinauslaufen wie in Abchasien damals. Aber der Kreml sollte sich bei seinen wenigen Verbündeten und Sympathisanten nicht unnötig unbeliebt machen.

pipi pipifax
40
30.11.2011, 14:55

was erlauben die sich, falsch zu waehlen!

Superserbe reloaded
22
30.11.2011, 16:48
das wären ja dann scheinwahlen a la eu !

hier geht es darum, dass unstimmigkeiten (in kleinerem rahmen) nachgewiesen wurden, die ev. (nach dem selben schema) auch auf das ergebnis auswirkungen haben könnten, ergo neuwahlen.

niemandem wird - a la eu - mit erfundenen oder tatsächlichen konsequenzen gedroht, und genausowenig - a la eu - wird es ein drittes oder viertes referendum geben ...

mfg

jovanotti_for_president
01
1.12.2011, 14:31
Aha,

aber warum darf die Wahlgewinnerin nicht mehr antreten, wenn es sich nur um Umstimmigkeiten (im kleinen Rahmen) handelt?

jovanotti_for_president
51
30.11.2011, 05:46
Da werden sich einige noch wundern

Es könnte sein, dass auch die 2.Wahl nicht das vom Kreml gewünschte Ergebnis bringt.

Ob dann noch mal ein formeller Vorwand für eine weitere Wiederholung genützt wird?!

Südossetien und Abchasien sind aktuelle Beispiele der "friedlichen" Aussenpolitik Putins...

h 90
13
30.11.2011, 05:54

Wobei der Westen, allerdings auch immer seine Kandidaten sehr unterstuetzt.

jovanotti_for_president
20
30.11.2011, 10:47
Interessant

Wie unterstützt der Westen (Georgien?) "seine" Kandidaten?

Raptor Jesus
13
30.11.2011, 17:09
In dem sie Saakashvili an die Macht putschten und später einen Mustergleichen Putsch auflösen halfen.

Achja und die vielen amerikanischen Humvees, die jetzt in russischer Hand, bei den die Amerikaner fordern, die Russen mögen sie doch bitte zurück geben.
Und die Ausbildung der Offiziere durch die Amerikaner, usw.

jovanotti_for_president
31
30.11.2011, 21:40
Ok, interessante Info

Aber was hat das mit der Situation in Georgien zu tun bzw. sorgt für irgendeinen positiven Aspekt bei der Machtdemonstration Russlands in Georgien?

Dieses Aufrechnen ist keine Argumentation und lenkt maximal einwenig vom Thema ab...

Miroslave
12
30.11.2011, 15:28

Ich denke, h 90 spielte auf prowestliche Kandidaten in anderen Ländern an, die duch USA & Co. unterstützt werden (etwa in Serbien)

Adolf Ogi
00
29.11.2011, 23:03
na servas

die Wahl war dann wohl wirklich nur ein Witz

cremeflöte
 
52
30.11.2011, 08:00
witz

ein Witz wie alle Wahlen im Einzugsbereich des Kreml.
Schon die Anerkennung dieses Fleckchens Erde als selbständig war ein Witz. Auch der Begriff "Südossetien" ist ein Witz. Es handelt sich um die georgische Region Zchinwali, Teil der Provinz Shida Kartli.
Die Zwangsausgabe von russischen Pässen in den Jahren vor der russischen Invasion 2008 war ein (besonders schlechter) Witz.
Die Vertreibung Zehntausender vor und nach der Eskalation vom August 2008 ist nicht witzig, dass das so vom Kreml zurechtgestutzte "Wahlvolk" immer noch "falsch" wählt, ist hingegen zum Brüllen komisch!!!

: DDDDDDDDDDD

Raptor Jesus
23
30.11.2011, 17:15
Südossetien hat bewiesen, das es demokratischer ist als Georgien.

Vielleicht sollten sich die Georgier eine Scheibe davon abschneiden, bzw. sich eine Scheibe abschneiden lassen.
UND MIT SCHEIBE MEIN ICH LANDSTRICHE, DENEN DIE GEORGIER NICHT GEHÖRT.
Normalerweise klärt man die Witze nicht auf, aber damit ein kaputtest Abspielgerät wie du es auch versteht, mach ich hier mal eine Ausnahme.
Abspielgerät, weil du 95% Inhalt deiner Posting schon wo anders abgegeben hast.
Noch ein Witz, den du verfehlt haben könntest. Das sind jetzt zwei Ausnahmen.

Pjotr Ratschkovskij
02
29.11.2011, 17:04

Das Grund, warum viele unzufrieden sind und der Wiederaufbau schleppend verläuft, ist, daß für RUS die andere Separatistenrepublik- Abchasien- viel wichtiger ist. Der Krieg 2008 wurde vor allem deshalb so entschlossen und weitläufig von RUS geführt, weil Abchasien von strategischer Bedeutung ist. Südossetien war nur ein Vorwand, Saakaschwilli ist in die Falle getappt.
Abchasien ist ein sehr schöner Landstrich, Mittelmeerklima, Nähe zu Sotchi, ein Puffer im Kaukasus, der Hafen von Suchumi könnte nach Ausbau die Schwarzmeerflotte beherbergen, falls Vertrag mit Ukraine ausläuft und sie Krim verlassen müßte.

cremeflöte
 
70
30.11.2011, 07:46
zchinwali

Die Region Zchinwali ist dem Kreml wichtig als Aufmarschgebiet, da wäre der abchasische Küstenstreifen doch zu wenig. Von Zchinwali aus kann man die Lufthoheit über Georgien gewährleisten
und Georgiens Ost-West-Lebensader kontrollieren. Und man kann relativ leicht die Hauptstadt Tbilisi erreichen.

Russland geht es um strategische Kontrolle des Kaukasus. Ein freies Georgien stört da erheblich. Der Westen muss sich weiter in der Region engagieren: aus humanitären, wertebezogenen und strategischen Gründen.
Europa geht es auch um echte Entwicklung im Kaukasus, Russland geht es nur um Macht. Deswegen sieht es in der Region Zchinwali immer noch nach Trümmerlandschaft aus.

Pjotr Ratschkovskij
13
30.11.2011, 18:32
Nein, ich muß Ihnen entschieden widersprechen

und zwar in dem Punkt, daß es RUS nur um Macht, dem Westen aber um "echte Entwicklung" geht.
Wenn man den Kaukasus und Zentralasien als ehemalige russische Kolonien betrachtet, so hat RUS ein Vielfaches mehr getan, um diese Regionen nachhaltig zu entwickeln, als es der Westen mit seinen ehemaligen Kolonien getan hat.
Überall hat man Transportwege und Infrastruktur gebaut, die Alphabetisierungsrate liegt immer bei 98% und darüber, es gibt Krankenhäuser, Strom und in vielen Regionen Gas zum Heizen und kochen. Das sind Fakten.
In welcher ehemaligen europäischen Kolonie, außer USA, Kanada und Australien, hat man dies erreicht? Afrika? Indien? Südostasien? Südamerika? Es wurde nur ausgebeutet.

jovanotti_for_president
11
1.12.2011, 14:52
http://de.wikipedia.org/wiki/Südo... rastruktur

Das klingt nicht so toll, es gibt nicht einmal ein funktionierendes Eisenbahnnetz.
Ausserdem ist eine offizielle Arbeitslosenquote von 40% auch nicht gerade rosig.

Insgesamt hat die Abspaltung von Georgien die Region Südossetien vor allem wirtschaftlich stark geschwächt...

papst benedikt
24
30.11.2011, 10:40

ihre georgischen freunde hätten südossetien ja nicht in trümmer schiessen und hunderte unschuldige zivilisten ermorden müssen.

Porqué no te callas?
52
30.11.2011, 14:38

Benedikt ist wie immer am Holzweg.

Raptor Jesus
12
1.12.2011, 03:41
Benedikt hat es auf dem Punkt gebracht.

Oder würdest du eine misshandelte Ehefrau ihrem gewalttätigem Mann zurück übergeben?

Das ist nämlich was die Weltgemeinschaft von Russland fordert. Russland ist kein Engel, aber Südossetien und Abchasien sind bei den Russen vergleichsweise besser aufgehoben als in Georgien, wo die schon 2-3 Kriege miteinander hatten (und Georgien hat alle verloren! Das sind aber Emanzen, du!)

papst benedikt
13
30.11.2011, 21:46

Sie haben wie immer nichts zu sagen.

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