Anlage soll in Gedenkstätte für Opfer des Bürgerkriegs umgewandelt werden
Madrid - Die Überreste des früheren spanischen Diktators
Francisco Franco sollen nach den Empfehlungen einer
Expertenkommission aus dem Mausoleum "Valle de los Caidos" entfernt
werden. Die Anlage nördlich von Madrid solle in eine Gedenkstätte für
die Opfer des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) umgewandelt werden,
heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.
Franco, dessen Regime von 1939 bis 1975 in Spanien geherrscht
hatte, sei nicht im Bürgerkrieg gestorben. Seine Überreste sollten
daher in eine Grabstätte umgebettet werden, die die Angehörigen für
geeignet hielten. Das Gutachten der Experten war von der Regierung
des scheidenden Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero in
Auftrag gegeben worden.
Die Regierung hatte in Aussicht gestellt, sich an die Empfehlungen
der Kommission von Juristen, Historikern, Philosophen und anderen
Wissenschaftlern zu halten. Die Entscheidung kommt nun der künftigen
konservativen Regierung von Mariano Rajoy zu, der bei den Wahlen am
20. November die absolute Mehrheit gewann.
Die Opfer des Franco-Regimes hatten seit Jahren eine Umbettung der
Überreste des Diktators verlangt. Nach ihrer Ansicht ehrt Spanien mit
dem Mausoleum einen Putschisten, der eine blutige Diktatur errichtet
habe. Franco ist in einer unterirdischen Basilika bestattet. Das
Bauwerk hatten gefangene Regime-Gegner in einen Berg hauen müssen.
Im "Valle de los Caidos" (Tal der Gefallenen) sind auch etwa
60.000 Soldaten begraben, die im Bürgerkrieg getötet worden waren.
Das Franco-Regime hatte dort auch gefallene Militärs der
republikanischen Truppen beisetzen lassen, die gegen Franco gekämpft
hatten. Die Toten waren ohne Einwilligung der Angehörigen aus
Massengräbern in das Mausoleum umgebettet worden. (APA)