Keime sondern Substanz ab, die Wachstum von schädlichen Pilzen unterdrückt
London - Damit Blattschneiderameisen sich nicht mit einem schädlichen Pilz infizieren, hüllen sie sich in einen Mantel aus Bakterien. Die Bakterien bilden Substanzen, die das Wachstum der Pilze unterdrücken und so die Ameisen schützen, berichten Wissenschaftler aus
Brasilien in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Entfernten die
Forscher den Bakterienfilm mit Hilfe eines Antibiotikums, waren die Ameisen viel
anfälliger für Infektionen mit dem Pilz (Metarhizium anisopliae).
Blattschneiderameisen wie Acromyrmex subterraneus sind dafür bekannt, in
ihren Nestern ausgedehnte Pilzgärten anzulegen. Von diesen ernähren sie sich.
Zum Züchten der Leucoagaricus-Pilze zerschneiden die Ameisen Blätter mit ihren
großen Mundwerkzeugen, zerkauen die Stücke und formen daraus Kügelchen. Haufen
dieser kleinen Kugeln dienen den Pilzen als Nährboden. Von dieser Verbindung
profitieren nicht nur die Ameisen, sondern auch die Pilze: Die Ameisen halten
die Pilzgärten penibel sauber und schützen den Pilz davor, von einer anderen
Pilzart verdrängt oder infiziert zu werden.
Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Ameisen in bestimmten Drüsen
Substanzen bilden, die Bakterien und andere Schädlinge bekämpfen. Von den
Bakterien am Körper war angenommen worden, diese wirkten gegen Pilze, die den
Leucoagaricus-Gärten schaden könnten. Die Wissenschaftler um Thalles Mattoso von
der State University of North Fluminense (Rio de Janeiro/Brasilien) zeigten nun,
dass es auch die Ameisen selbst sind, die geschützt werden. (APA, red)