Beamte drohen mit Streik

29. November 2011, 15:43
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Beamte wütend, am Montag erste Demonstrationen

Wien - Wenn Fritz Neugebauer droht, dann reichen ein paar leise gesprochene Worte - und das Wort Streik muss nicht einmal dabei sein. "Wir haben weder ein Keuschheits- noch ein Armutsgelübde abgelegt" , sagt der Christgewerkschafter an der Spitze der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (Göd) - und das Dutzend Gewerkschaftsmitglieder, das in den jeweiligen Uniformen von Polizei, Rettung, Feuerwehr, Krankenpflege und Bundesheer hinter ihm angetreten ist, schaut so finster, wie man nur schauen kann, wenn man mit Streik droht.

2,5 Prozent Tariferhöhung, die Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek geboten hat, sind allen zu wenig, auch den Gemeindebediensteten. Von der wohlbegründeten Forderung nach 4,65 Prozent sei man ohnehin schon abgerückt. Aber unter 3,9 will man auch nicht gehen.

Neugebauer wird kurz noch sanfter, kündigt Verhandlungen an, solange Licht am Horizont ist. Aber wenn die Dienstgeberseite glaube, dass Beamte im Winter nicht auf die Straße gingen, dann irre sie sich: "Wir werden uns warm anziehen - und das empfehle ich auch der Gegenseite."

Die in der Göd vertretenen Beschäftigten lassen sich damit aber noch Zeit - den Anfang machen die Gemeindebediensteten; und zwar mit einer Großdemo am Montag um halb acht Uhr früh in Linz. Ihr Vorsitzender Christian Meidlinger weist darauf hin, dass es auch spürbar würde, wenn gewisse öffentlich Bedienstete (etwa beim Straßendienst) im Winter eben nicht auf die Straße gingen - um gleich zu relativieren: Noch liege ja keinSchnee und bis zum 5. Dezember wären auch noch ein paar Tage Zeit, um Verhandlungen zu einem Ende zu bringen. (cs, DER STANDARD; Printausgabe, 30.11.2011)

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    Beamte drohen wegen der stockenden Gehaltsverhandlungen mit Streikmaßnahmen.

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