Sky pumpt 48 Millionen Euro in Sportnachrichtenkanal

29. November 2011, 15:12
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Brian Sullivan will defizitären Bezahlsender in Deutschland auf Erfolg trimmen - Neuer 24-Stunden-Sportnachrichtenkanal soll mehr Abonnenten locken

München - Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan baut das Programm des defizitären Bezahlsenders kräftig aus. Dabei setzt der Amerikaner ganz auf neue Technik wie hochauflösendes Fernsehen (HD) 3D-Formate oder mobile Angebote für Smartphones oder Tabletcomputer. An diesem Donnerstag (1. Dezember) geht ein weiteres zentrales Projekt von Sullivans Wachstumsplan an den Start. Mit Superlativen geizt der Sender bei der Ankündigung denn auch nicht.

Mit einem 24-Stunden-Sportnachrichtenkanal will Sky seine Abonnenten fester an den Sender binden und für neue Kunden attraktiver machen. Erst im Jänner wird Sky Sports News HD verschlüsselt - so können auch Nichtkunden den Sender in ihrem digitalen HD-Angebot im Kabel oder via Satellit sehen - danach bleibt das Angebot Sky-Kunden vorbehalten. Die Münchner erhoffen sich viel und wollen "die neue Adresse in der Welt der Sportgeschichten" werden, wie die neue Chef-Moderatorin Kate Abdo im Internet wirbt.

Dabei ist das Risiko nicht zu unterschätzen. 48 Mio. Euro steckt der Konzern mittelfristig in den neuen Sender, 200 neue Mitarbeiter hat Sky Deutschland eingestellt, Techniker, Moderatoren und Journalisten. In der Konzernzentrale wurde ein Newsroom gebaut und ein aufwendiges Studio. Halbe Sachen mag Brian Sullivan nicht. Einzigartig sei das Angebot, die Technik vom Feinsten.

Nicht nur auf Werbekunden angewiesen

Dabei haben Nachrichtensender in Deutschland nicht eben einen leichten Stand. Die Privatsender verdienen an den Angeboten kaum, die Zukunft von N24 stand lange auf der Kippe - und von einer 24-Stunden-Versorgung mit aktueller Berichterstattung trennen N24 und n-tv Welten. Allerdings sind beide Modelle nur schwer vergleichbar, denn Sullivan konzentriert sich auf eine Kernkompetenz des Senders, den Sport - und vor allem ist er nicht auf Werbekunden angewiesen.

Das ist ein großer Vorteil. Der Privatsender Sport1 etwa kommt mit seinem Programm kaum auf einen grünen Zweig. Die Erholung der TV-Werbemärkte im vergangenen Aufschwung ging an den Münchnern fast spurlos vorbei - nach einem großen Umbau des ehemaligen Deutschen Sportfernsehens (DSF) verpassten die Manager dem Programm ebenfalls ein mehr an Nachrichten und Analysen orientiertes Programm - das Image gewann, finanziell macht Sport1 bisher nur wenig Freude.

Bei Sky will man mit Qualität und neuer Technik punkten. 24 Stunden Live-Berichterstattung und das an sieben Tagen in der Woche, zu allen sportlichen Topthemen. Gelingt der Plan, könnte Sky auch die Sportberichterstattung anderer Medien künftig stärker prägen als bisher. Vor allem soll der Sender Kunden halten und neue locken, die neben der Spielfilmen und der Bundesliga auch unterwegs nicht auf Sportnachrichten verzichten wollen. Gelingt der Plan nicht, muss der Sender ein weiteres Millionengrab verkraften. (APA)

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