Strache stochert in Causa Kampusch

29. November 2011, 15:42
  •  Strache: "Der Fall stinkt an allen Ecken und Enden"
    foto: apa/roland schlager

    Strache: "Der Fall stinkt an allen Ecken und Enden"

FPÖ-Obmann breitet Details aus den Akten aus - SPÖ findet Vorgehen "rechtswidrig und absolut letztklassig"

Wien - FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache ortet im Fall Kampusch einen veritablen Justiz-Skandal und fordert eine Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens. In einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien ritt er nicht nur heftige Attacken gegen die Staatsanwaltschaft, sondern präsentierte auch eine ganze Reihe von angeblich "stümperhaften" Ermittlungsfehlern. Wichtige Zeugen sollen nicht befragt und DNA-Spuren nicht gesichert worden sein. Strache wittert dahinter eine "methodische" Vorgangsweise: "Der Fall stinkt an allen Ecken und Enden."

Strache: Kind von Entführer

In seinem Rundumschlag bezeichnete Strache die in den Entführungsfall eingebundenen Staatsanwälte als "unfähige Dilettanten", denen "Seilschaften" wichtiger seien als "Mut zur Aufklärung". Gemeinsam mit der FPÖ-Abgeordneten Dagmar Belakowitsch-Jenewein ging er bezüglich einzelner Ermittlungsschritte ins Detail. So hält der FPÖ-Chef die Einzeltäter-Theorie für grundfalsch. Diesbezüglichen Aussagen einer "glaubwürdigen Tatzeugin", einem zwölfjährigen Mädchen, das zwei Männer im Entführungsauto gesehen haben will, habe man zu wenig Beachtung geschenkt.

Für Strache ist es sogar wahrscheinlich, dass Kampusch im Verlies des Hauses ihres Entführers Wolfgang Priklopil in Strasshof an der Nordbahn (NÖ) ein Kind zur Welt gebracht haben könnte. Es gebe "starke Indizien", wie etwa eine Haarlocke oder auch ein Buch über Säuglingspflege, die gefunden worden waren. "Was ist mit diesem Kind? Wenn es lebt, dann stellt sich die Frage: bei wem?", so Belakowitsch-Jenewein. Allerdings hätten im Garten Priklopils auch Leichenhunde angeschlagen. "Angeblich aber wegen modrigem Holz. Doch das ist gar nicht möglich. Diese Hunde können sogar Tier- von Menschenleichen unterscheiden."

Amon gegen "Gerüchte"

"Das ist die Verantwortung von Herrn Strache", kommentiert der ÖVP-Abgeordnete Werner Amon im Gespräch mit derStandard.at die blaue Medienoffensive. Aber: So sehr er das Bedürfnis teile, für völlige Aufklärung zu sorgen, plädiere er doch für die weitere nicht-öffentliche Untersuchung im Parlament, statt "politisches Kleingeld zu wechseln". Der ständige Unterausschuss des Innenausschusses, dessen Obmann Amon ist, sei für die Untersuchung "das richtige Instrument".

Zu Straches detaillierten Aussagen rund um Natascha Kampusch sagt Amon: "Einige dieser Vorhaltungen sind nicht ganz unbekannt, ich kann aber weder bestätigen noch dementieren, ob sich das so in den Akten findet." Kampusch sei in jedem Fall das Opfer in dieser Causa, betonte Amon neuerlich. Es gehe dem Parlament "um eine umfassende Prüfung jenseits von Gerüchten und Halbwahrheiten". Zurückweisen könne er jedenfalls Straches Unterstellungen, die Justiz wolle etwas verheimlichen, habe Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) doch zugesichert, alle Akten der Causa dem ständigen Unterausschuss des Innenausschusses zur Verfügung zu stellen. Diese Abgeordneten würden auch noch einmal gesondert vereidigt werden, um die Geheimhaltung "der sehr sensiblen Daten" zu gewährleisten.

SPÖ-Justizsprecher empört über Straches "Profilierung"

Strache leitet seine Vermutungen jedenfalls nicht aus den Papieren ab, die das Justizministerium dem Ausschuss im Parlament zu übermitteln versprochen hat: Die Akten seien den Parlamentariern noch nicht weitergeleitet worden, heißt es aus dem Büro der Ministerin zu derStandard.at. Auch die Angriffe Straches lasse man so nicht gelten, würde die Arbeit der Staatsanwälte im Fall Kampusch doch auf Karls Betreiben einem Double-Check unterzogen werden. Amon sieht jedenfalls die - nicht-öffentlichen - Untersuchungen im ständigen Unterausschuss des Innenausschusses durch Straches mediale Offensive nicht gestört oder behindert.

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim reagiert im Gespräch mit derStandard.at hingegen hörbar wütend auf Straches öffentliche Ausführungen: "Er zitiert aus dem Akt, trägt aber nichts bei. Das ist nicht nur rechtswidrig, das ist ungefähr das Ärgste, was man in einem Strafverfahren auf dem Rücken des Opfers machen kann." Auf Kosten der Ärmsten der Armen, nämlich des Opfers Natascha Kampusch, "sich selbst zu profilieren und Details auszubreiten, zeigt, was von Strache zu halten ist". Jarolim erinnerte daran, dass zuletzt die Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck die Causa viele Monate lang aufgearbeitet hat: "Welche Rechtfertigung hat Strache? Es geht um Schlagzeilen, das ist letztklassig."

Strache will Wiederaufnahme der Ermittlungen

Strache sieht sich hingegen als Aufdecker von Missständen: "Unglaubliche Pannen", "Lügen" und "Vertuschungen" haben laut ihm dazu geführt, dass der Akt "viel zu früh" geschlossen worden ist. So hätte etwa Priklopils Freund Ernst H. zu einem Zeitpunkt seelenruhig Dinge aus dem Haus entfernen können, als bereits die Spurensicherung anwesend war. Als die Verhaftung von H. unmittelbar bevorstand, hätte dies eine Weisung im letzten Moment verhindert. Und schließlich erinnerte Strache an den Chefermittler im Fall Kampusch. Der im Juni 2010 freiwillig aus dem Leben geschiedene Kriminalist soll kurz vor der Klärung des Falles gestanden sein und diesen laut Strache "von den Dimensionen und Verstrickungen her mit dem Fall Lucona" verglichen haben.

Die FPÖ fordert deshalb die Wiederaufnahme der Ermittlungen, eine Sondersitzung im Parlament, einen runden Tisch, an dem alle Partei- und Klubchefs sitzen sollen, sowie eine parlamentarische Befragung der Staatsanwälte "unter Wahrheitspflicht" (Strache). Der Fall wäre, sagte der FPÖ-Chef, in einem Unterausschuss "schlecht aufgehoben", dies käme "einem Politbegräbnis erster Klasse" gleich, weil dort "ja alles top secret" sei.

Der Grazer Staatsanwalt Thomas Mühlbacher hatte Anfang 2010 nach umfangreichen Ermittlungen befunden, dass es zu wenig Substanz für eine Mehrtäter-Theorie gibt, der Fall war damit eingestellt worden. (APA, kap)

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Das AUSLAND zeigt schon wieder großes Interesse an unserem heimischen Brauchtum:

Deutsch Türkische Nachrichten

Natascha Kampusch: Baby von Priklopil im Garten begraben?
http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2011/12/1... -begraben/

Der Problemlösungskompetenz unseres Innenministeriums, dem die Erfindung der wildgewordenen Kasperlkommission zur Vertuschung der Polizeifehler gehört, kann man nur gratulieren.

ha ha ha
.

Das ist doch alles dumme Haarspalterei

von dem Strache. Wenn es Mittäter, ein Kind,Sex usw. gegeben hat dann würde Fr.Kampusch dies wohl offenbaren.
Mir pers. erscheint die ganze Geschichte nur aus dem Grund suspekt weil sie ja bei Ski oder anderen Ausflügen nicht früher geflüchtet ist. Das macht mich stutzig und wirkt unglaubwürdig.
Weil wie sie behauptet der Prokopil würde sie umbringen wenn sie es wagen würde zu flüchten, halte ich für nicht wahr. Über einen Waffenfund hab ich jedenfalls nichts gelesen.
Es ist doch egal- Sie ist im Knast gelandet und hat eine schwere Zeit erlebt- jetzt hat sie genügend Geld und kann sich ein bequemes Leben machen.
Die Justiz in Österreich kann man doch eh in der Pfeife rauchen, da wird vertuscht und ad acta gelegt- AustriaBanana eben

"dann würde Frau Kampusch dies wohl offenbaren"

Ha Ha Ha! Der war gut!

Und mir dröhnen die Ohren von den lärmenden Dementis der Frau Kampusch. Warum verhält sie sich so verdächtig still?

Aber wenn sie mit dem W.P. nicht nur Urlauben und Schifahren war, sondern auch LOVE gemacht hat, wo bleibt dann noch die Opfergeschichte, die sie mit so viel Raffinesse zu Geld macht? Wer kauft dann noch ihr Buch und schaut sich ihren Film an? Wer sich am Markt als "Opfer" positioniert, der hat an einer abweichenden Version naturgemäß kein Interesse.

wo ist denn die offizielle widerlegung?

Widerlegung von was denn?

Jeder weiß, dass Frau Kampusch schon 2006 ein Kind im Keller geboren hat.
2008 folgte dann das zweite Kind mit der Hilfe des Schmierblattels "Heute" - und 2011 ist Strache sogar ihr persönlicher Geburtshelfer beim dritten Kind.
"Heute" 2008: "Haben aufgedeckt, was nicht ermittelt wurde"

Die muss ja einen ordentlichen Stress gehabt haben: drei Kinder hintereinander, gleichzeitig hauptberuflich Leiterin ihres Kinderpornorings, den ganzen Tag fremde Spuren von ihren Besuchern wegputzen und dazu noch jede Menge nackerte Aktfotos mit "hohen Beamten" produzieren, wie man soeben in den OÖ-Nachrichten lesen kann.

*sabber*

*sabber* wegwisch

Frau Heike (Gro...?)

Ich verstehe Ihren Zorn darüber, dass man Frau Kampusch alles mögliche andichtet.
Ich verstehe Ihren Zorn darüber, dass die beiden Höchstrichter i.P. manchmal recht geschmacklose Aussagen zu N.Kampusch und ihrer Mutter gemacht haben.

Ich verstehe aber nicht, dass Sie gleichzeitig so kategorisch ausschließen, dass ein 2.Täter an der Entführung beteiligt war und die Tatzeugin einfach als irrend hinzustellen versuchen.
Ich verstehe auch nicht, dass Sie sich gegen eine Wiederaufnahme der Ermittlungen sträuben, aber andererseits darauf hinweisen, dass die Ermittlungen schlampig geführt worden und trotzdem ein "Persilschein" ausgestellt worden ist, um Entschädigungsansprüche zu verhindern.

Wollen Sie, dass alles im Unklaren bleibt?

Wollen Sie, dass alles unklar und nebulos bleibt,

weil sich dann ein weiteres Buch rentieren könnte?

Die eben jetzt NEU "aufgedeckten" KABELBINDER,

in Handarbeit mit Häkelarbeit überzogen und 2006 im Haus gefunden, WIDERLEGEN ein bisserl die von den zwei wichtigen Gruselgreisen behaupteten Hirngeburten.

Finde ich große Klasse, dass der wichtige Polizei-Oberst KEPLINGER, CHEF des Landeskriminalamtes OÖ und Mitglied der wichtigen Kasperlkommission, das JETZT endlich "aufdeckt". Beim Abschlussbericht der Kasperlkommission (Jänner 2010) hatte der Polizei-Oberst nämlich keine offenen Fragen mehr und keine weiteren Ermittlungswünsche.

Aber vielleicht hat SIE, nach ihrer Machtergreifung über den armen Priklopil, diese traurige Gestalt mit den Kabelbindern an sich gefesselt, damit ER ihr nicht wegrennen kann. Wer weiß das schon?

*lach lach lach*

Warum - erklären Sie das doch einmal - warum posten Sie Lügen?

Keplinger hat nicht "jetzt" die umhäkelten Kabelbinder entdeckt. Er hat in einem Aktenvermerk vom August 2009 auf diese Kabelbinder hingewiesen und bemängelt, dass davon keine Abriebspuren genommen worden sind; und dass noch zu fragen sein wird, zu welchem Zweck diese umhäkelten Kabelbinder gedient haben.

Erklären Sie doch einmal,

warum Sie einerseits so über die "Kasperlkommission" spotten, die eh nichts aufdecken könne, sondern nur die polizeilichen Ermittlungsfehler reinwaschen solle, damit N.Kampusch keine Entschädigung bekommt;

warum Sie andererseits so sehr gegen alle wettern, die den Fall nicht abschließen wollen, sondern weitere Ermittlungen fordern;

warum Sie jeden lächerlich zu machen versuchen, der auf Ungereimtheiten und Widersprüche hinweist.

Fürchten Sie, dass sich das Buch nicht mehr verkaufen ließe, wenn alles aufgeklärt wäre?

Auf welchem Platz rangiert das Buch denn heute in der Schweiz, und auf welchem in Deutschland?

Das können sie doch sicher aus dem Stegreif beantworten, Frau Heike (Gro..).

Das hat STRACHE behauptet – erst GESTERN, am 30.11. 2011

Diese sollen sich vielmehr die Frage gefallen lassen, warum hier dermaßen schlampig gearbeitet wurde, dass bereits 50 (!)Prozent der ehemaligen Mitglieder der Evaluierungskommission "verhaltensauffällig" geworden sind – sprich den Märchen der Staatsanwaltschaft und den Repräsentanten angeblicher Opferschutzeinrichtungen keinen Glauben mehr schenken wollen. Weder Ludwig Adamovich noch Johann Rzezut oder Rudolf KEPLINGER riskieren ihren guten Namen, wenn hier nicht die ganze Sache gewaltig stinken würde.
Quelle: Strache
http://forwardme.de/641196.go

Der hohe Polizeikoffer soll uns SELBER sagen, welche seiner Varianten gerade aktuell ist,
* die vom August 2009
* oder die vom Jänner 2010
* oder die Strache-Version jetzt?
*rofl*

Der HC Strache

sollte sich lieber einmal um die Verbrecher und Kriminalfälle in seiner eigenen Partei kümmern. Aber bei den FPÖ-Gaunern wäre es ihm wohl lieber die Staatsanwaltschaft ermittelt dilletantisch und nicht sehr genau und stellt alles gleich ein!

man schiebt das doch in seine ecke, damits unerledigt bleibt...

WORDING

"Strache stochert in Causa Kampusch"...

"Pilz-Vorwürfe ..."

Interessant, wie sich zum selben Thema die Ausdrucksweise ändert! ;)

WORDING! :))

wo steht ein strache mit seiner fpoe ethisch da mit seiner demagogie und ein pilz mit den gruenen.

was macht die fpoe ausser hetzen?

Bin auch keine Anhängerin!

Aber hier ist einiges faul - und der Standard schreibt mal so, mal so!

Wenn Pilz sich äußert, hört ja keiner mehr hin. Das ist das Problem!

Wie heißt es so schön:

"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht."

Und der schäbige Strache ist gar ein Berufslügner:
http://derstandard.at/plink/131... 0/23802876

Strache ist Politbodensatz.

Selbst "stochern" ist in noch ein zu edles Wort für den Bürgerverleumder StRache:

http://derstandard.at/plink/131... 0/23792373

In diesem Fall ist Ihnen leider die Fähigkeit völlig abhanden gekommen, zwischen Sache und Person zu unterscheiden.

Es gebe "starke Indizien", wie etwa eine Haarlocke oder auch ein Buch über Säuglingspflege, die gefunden worden waren. "Was ist mit diesem Kind? Wenn es lebt, dann stellt sich die Frage: bei wem?"

Man könnte doch anhand der Locke/DNS leicht feststellen, ob es Kinderlocken sind und mit NK verwandtschaft besteht.
Was aber, wenn Prikovil, dessen DSN man ja hoffentlich gesichert hat, nicht der Vater ist? Sondern vielleicht jemand "wichtigeres", dessen Identität noch!! unbekannt ist. Vielleicht hat NK ja Angst, mehr zu sagen...

Ich wusste es unser bundespräsident wurde vater :0)

Man kann (wenn man will).

Das wäre natürlich eine machbare Sache. Dem steht allerdings sicherlich der "Opferschutz" entgegen. Die Frau Kampusch ist der Inbegriff einer tabuisierten Person. Das leibhaftige Hinderniss für eine Wahrheitsfindung.

Schon jemals so ein Opfer erlebt?

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