Frühere Angleichung mit Maßnahmen gegen Lohnschere koppeln

29. November 2011, 14:02
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Blecha und Khol fordern Paket samt Anrechnung der Erziehungszeiten von vier Jahren pro Kind

Wien - Der Seniorenrat erinnert angesichts des anstehenden Sparpakets an seine Vorschläge für die Anhebung des faktischen Pensionsalters. Eine vorzeitige Angleichung des Frauenpensionsalters könne man diskutieren, sagten die Präsidenten Karl Blecha (S) und Andreas Khol (V) am Dienstag. Aber die - von Blecha deutlicher unterstrichene - Voraussetzung sei, dass schärfer gegen die Einkommensschere vorgegangen wird. 

"Kommunizierende Gefäße"

Zum Frauenpensionsalter hat der Seniorenrat noch keine gemeinsame Position festgelegt. Der ÖVP-Seniorenbund unterstützt die VP-Linie einer früheren Angleichung, betonte Khol, fordert aber "ein Paket" ein: Gleichzeitig müsse Frauen für jedes Kind die volle Anrechnung von vier Jahren zugestanden werden - und die Angleichung der Fraueneinkommen an die der Männer "schärfer verfolgt" werden. "Die Diskussion muss geführt werden", meinte SPÖ-Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha - und pochte darauf, dass die Einkommensschere geschlossen werden müsste: "Eines ist vom anderen nicht zu trennen", sprach er von "kommunizierenden Gefäßen".

Zur Anhebung des Pensionsantrittsalters insgesamt habe der Seniorenrat schon bei der Regierungsklausur in Loipersdorf vor einem Jahr ein umfangreiches Paket vorgelegt. Gefordert wird darin u.a. ein Anreizsystem für längeres Arbeiten, die Beendigung der "Zwangspensionierungen" durch staatsnahe Unternehmen, ein Frühpensionsmonitoring oder eine flachere Lebensverdienstkurve mit höheren Einstiegsgehältern. Dies würde man gerne in die Verhandlungen über das Sparpaket einbringen, betonte Khol.

Initiative "zur Herstellung des gemeinsamen Marktes"

Entschiedene Maßnahmen verlangen die SeniorInnenvertreter gegen die "Teuerungswelle" - und vor allem gegen die Tatsache, dass in Österreich viele Produkte teurer sind als etwa in Deutschland. Der Seniorenrat fordert die Regierung und die EU-Kommission auf, diese Praktiken großer Konzerne abzustellen - und will Österreichs EU-ParlamentarierInnen für eine Initiative "zur Herstellung des gemeinsamen Marktes" gewinnen.

Lob für 2,7 Prozent Plus für Pensionen bis 3.300 Euro

Bisher noch nie erreichte Zustimmung "quer durch" den ganzen Seniorenrat gab es laut Blecha für die Mitte November ausverhandelte Anpassung für 2012. Mit 2,7 Prozent Plus für Pensionen bis 3.300 Euro bekämen 99 Prozent der PensionistInnen einen rückwirkenden Teuerungsausgleich. Und die erreichte Wieder-Einführung des Alleinverdienerabsetzbetrages (bis 1.750 Euro Pension) bringe 74 Prozent der PensionistInnen 30 Euro mehr pro Monat. (APA)

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