Höheres Risiko für schwere Wetterextreme

29. November 2011, 13:49
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Im Vorjahr vor allem Pakistan, Guatemala, Kolumbien und Russland von extremen Wetterereignissen betroffen

Durban - Nach Einschätzung der Organisation Germanwatch erhöht der Klimawandel das Risiko schwerer Wetterextreme. Im vergangenen Jahr waren nach dem am Dienstag am Rande der UN-Klimakonferenz in Durban veröffentlichten Klima-Risiko-Index besonders Pakistan, Guatemala, Kolumbien und Russland von extremen Wetterereignissen betroffen. Davon hätte es besonders die Hitzewelle in Russland im Sommer 2010 nach Einschätzung von Wissenschaftern ohne den Klimawandel wahrscheinlich nicht gegeben, heißt es in der Studie.

Die Rekord-Hitzewelle in Russland hatte dort im vergangenen Jahr zahlreiche Wald- und Torfbrände ausgelöst. Rund 60 Menschen kamen durch die Brände ums Leben, insgesamt verzeichnete Moskau innerhalb von zwei Monaten 11.000 Todesfälle mehr als im Vorjahreszeitraum. Generell sind aber laut Germanwatch Entwicklungsländer stärker von zunehmenden Stürmen, Überschwemmungen und Hitzewellen betroffen als Industriestaaten. Insgesamt seien seit 1991 mehr als 710.000 Menschen direkt durch mehr als 14.000 Extremwetterereignisse ums Leben gekommen. Zugleich seien Schäden von etwa 2,3 Billionen US-Dollar entstanden.

Bangladesch am stärksten betroffen

Im Langzeitvergleich für die Jahre 1991 bis 2010 war laut Germanwatch das asiatische Land Bangladesch das am stärksten von Wetterextremen betroffen, gefolgt vom südostasiatischen Birma und dem zentralamerikanischen Land Honduras. Germanwatch warnte, die Verluste und Schäden durch den Klimawandel würden voraussichtlich weiter zunehmen. Die Entwicklungsländer bräuchten daher weitere finanzielle und institutionelle Unterstützung. Auf der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban könne ein wichtiger Schritt zum Aufbau einer langfristigen Unterstützung der ärmeren Länder getan werden, erklärte die Organisation.

Vertreter von mehr als 190 Ländern wollen bis zum 9. Dezember in Durban über Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ebenso wie zur Milderung seiner Folgen beraten. Insbesondere soll es bei den Verhandlungen um ein weltweites verpflichtendes Klimaschutzabkommen gehen. Doch große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien sind nur zur Teilnahme bereit, wenn sich auch Industrieländer wie die USA zur Reduzierung ihrer Emissionen verpflichten. Washington sieht ein Abkommen aber skeptisch. (APA)

  • Grafik: Globaler Klima-Risiko-Index 2012
    grafik: germanwatch

    Grafik: Globaler Klima-Risiko-Index 2012

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