Krankheitserreger in zwei Minuten identifiziert

29. November 2011, 13:27
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Ein spezielles Gerät liefert Befunde für mehrere Linzer Spitäler - "Diese Technik macht die mikrobiologische Diagnostik um Tage schneller"

Linz - Ein Analyseverfahren, das Krankheitserreger innerhalb von rund zwei Minuten exakt identifiziert, ist seit vier Monaten in Linz im Einsatz. Bisher dauerte die Prozedur häufig mehrere Tage.

Die analyse BioLab GmbH, ein mikrobiologisches Labor im Eigentum des Krankenhauses der Elisabethinen und der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), führt die Untersuchung für mehrere Linzer Spitäler durch. In einer Pressekonferenz am Dienstag wurde das Verfahren vorgestellt.

Für Viren funktioniert es noch nicht

"MALDI-TOF MS" (matrix-assisted laser-desorption/ionisation time-of-flight mass spectrometry) heißt die neue Technologie, die laut analyse BioLab bisher in weniger als fünf Einrichtungen österreichweit zum Einsatz kommt.

Eine zu untersuchende Probe wird durch Laserbeschuss in Moleküle aufgelöst. Die so entstandenen Ionen werden elektrisch beschleunigt und treffen auf einen Detektor, der das Massenspektrum aufzeichnet und als Kurve darstellt. Aus einer Datenbank mit den Graphen sämtlicher bekannter Erreger wird dann das Bakterium oder der Pilz identifiziert.

Für Viren funktioniert es noch nicht, das sei aber bereits Gegenstand der Forschung, wie die medizinische Leiterin Petra Apfalter erklärte. "Der Zug fährt sicherlich in diese Richtung."

Lebensrettend bei Sepsis

Für den Arzt und seinen Patienten ergibt sich aus dem schnellen Befund, der in vielen Fällen auch genauer ist als bei bisher verwendeten Verfahren, dass speziell abgestimmt behandelt werden kann. Beispielsweise bei einer Sepsis könne das sogar Leben retten, bestätigte Apfalter. Denn die Mortalität sinke hier ab dem Tag, an dem der Patient das richtige Medikament erhalte, deutlich. "Diese Technik macht die mikrobiologische Diagnostik um Tage schneller."

Anschaffung soll sich rentieren

Die Investitionskosten für das Gerät wurden mit einem sechsstelligen Betrag angegeben. Die Einsender der Proben - Spitäler, Ärzte, Labors oder Industriebetriebe - müssen deswegen nicht mehr bezahlen.

Die analyse BioLab rechnet damit, dass sich die Anschaffung allein durch die raschere und effizientere Arbeit rentiert. Derzeit würden "viele zigtausend Proben im Jahr" untersucht, die Kapazität reiche aber sicher über den Linzer Raum hinaus, ist Geschäftsführer Bernhard Kuchinka überzeugt. (APA)

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