Ungehorsam und Zölibat

"Manche Priester sind für ein eheloses Leben nicht gebaut"

Interview | Katrin Burgstaller, Rosa Winkler-Hermaden, 30. November 2011, 11:32
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    Brigitte Thalhammer bezeichnet sich als Ordensfrau: "Bei Schwester denkt man an die liebe kleine Schwester."

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    Jede Ordensfrau hat ihr eigenes Zimmer. Zusammen leben sie in einer WG und teilen sich Küche, Bad und Auto.

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    Die Kapelle.

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    Am Esstisch treffen sich die Ordensfrauen zum Abendessen.

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    Das Wohnzimmer.

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    Im Speisesaal des Krankenhauses essen die Frauen zu Mittag.

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    Ein Bild zeigt das letzte Abendmahl.

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    Brigitte Thalhammer in der Kapelle des St. Josef Spitals.

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    Die Kapelle von außen.

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    Thalhammers Büro. Sie ist Provinzoberin der Salvatorianerinnen.

Brigitte Thalhammer über Ordensfrauen, die keine Nonnen sind, Kommunismus und ihr Leben in der Schwestern-WG

Brigitte Thalhammer ist keine Ordensfrau, wie aus dem Bilderbuch. Statt der Ordenstracht mit dem berühmten Schleier trägt sie eine lässige Leinenhose und ein graues T-Shirt. Auf ihrem Schreibtisch liegt Jean Zieglers unveröffentlichte Rede, die er bei den Salzburger Festspielen halten wollte. Ihr freundliches Schlafzimmer zeigt die Salvatorianerin augenzwinkernd mit dem Worten: "Und das ist meine Zelle."

Der Ungehorsam-Initiative kann sie viel abgewinnen. Auch ihr widerstreben einige Entwicklungen in der katholischen Kirche. "Da werde ich ziemlich unrund", sagt Thalhammer. Dass Frauen in der katholischen Kirche die Priesterinnenweihe verwehrt bleibt, weil das angeblich "vom Herrn Jesus so gestiftet" ist, sieht sie nicht ein. Warum sie dem Pflichtzölibat für Priester wenig abgewinnen kann, sie aber für Ordensfrauen "sexuelle Beziehung zu einem Mann oder einer Frau" ablehnt, erklärt sie im derStandard.at-Interview.

***

derStandard.at: Es gibt einen Priestermangel - gibt es auch einen Nonnenmangel?

Thalhammer: Ja sicher. Wobei sich das Wort Nonne nur auf sogenannte monastische Gemeinschaften (Ordensgemeinschaften, deren Mitglieder ein Leben in der klösterlichen Abgeschiedenheit der Klausur führen, Anm.) bezieht. Wir haben auch einen Mangel an Ordensfrauen.

derStandard.at: Warum gibt es diesen Mangel?

Thalhammer: Das hat viele Gründe. Zum einen sind die Bilder vom Ordensleben oft sehr verschroben. Man kommt gar nicht auf die Idee, dass das eine Lebensform sein könnte. Viele fragen sich vielleicht auch, warum sie Teil dieser Kirche sein sollen, die immer fragwürdiger wird. Und letztlich ist auch die Gottesfrage nicht mehr selbstverständlich. Grundsätzlich sind Bindungen auf Lebenszeit in der Krise, auch in den Ehen. Viele wollen sich nicht in die Ungewissheit eines Lebens hinein für ein ganzes Leben entscheiden.

derStandard.at:  Wie viele junge Frauen kommen jährlich in ihren Orden?

Thalhammer: Es wäre schön, wenn jährlich eine käme. Aber das ist nicht so. Momentan sind zwei Schwestern im Juniorat. Das ist die Zeit vor der ewigen Profess.

derStandard.at: Warum will sich unsere Gesellschaft insgesamt weniger binden?

Thalhammer: Es gibt viel mehr Wahlmöglichkeiten. Früher war alles starrer und genauer vorgegeben. Dieser Umbruch erstreckt sich auf alle Lebensbereiche: Die Arbeit, den Wohnort, die Partnerschaft. Die Frage ist: wie kann eine Lebensentscheidung in einer sich ständig verändernden, pluralen Gesellschaft stimmig bleiben?

derStandard.at: Wann ist die letzte Ordensfrau zu ihnen gestoßen?

Thalhammer: In den letzten fünf Jahren gab es zwei Anwärterinnen. Eine ist von sich aus wieder gegangen, bei der anderen haben wir gesagt, dass wir uns das nicht vorstellen können.

derStandard.at: Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um bei Ihnen dabei sein zu können?

Thalhammer: Als erstes - eine Sehnsucht nach Gott und nach dem Leben. Dann gibt es Vorgaben vom Kirchenrecht: man darf zum Beispiel nicht verheiratet sein. Uns ist wichtig, dass die, die bei uns eintreten wollen, zuvor eigenständig gelebt haben. Wer nicht alleine leben kann, kann nicht in Beziehungen leben. Das gilt für Partnerschaften aber auch für Ordensgemeinschaften. Man muss in einer Gemeinschaft leben können, mit Mitschwestern, die ich mir nicht ausgesucht habe und die ganz andere Prägungen mitbringen.

derStandard.at: Was müssen Sie im alltäglichen Leben teilen?

Thalhammer: Man kann es sich am ersten Blick wie eine Wohngemeinschaft vorstellen. Wir teilen die ganz praktischen Angelegenheiten wie Küche, Bad und Auto und leben gleichsam in Gütergemeinschaft. Tragend ist die gemeinsame Mitte, die für uns Jesus, der Salvator, der Heiland ist. Aus dieser Gottesbeziehung heraus gestalten wir unser persönliches und gemeinsames Leben.

derStandard.at: Sie haben gesagt, es gibt immer weniger neue Ordensschwestern...

Thalhammer: Mir ist der Ausdruck Ordensfrauen am liebsten. Bei Schwester denkt man an die liebe kleine Schwester. Es ist lange untergegangen, dass Ordensschwestern Frauen sind.

derStandard.at: Okay. Also sie haben gesagt, es gibt immer weniger neue Ordensfrauen, auch weil sich die Frage stellt, ob man mit dieser Kirche noch kann. Da sind wir nun bei der Ungehorsams-Initiative. Können Sie damit etwas anfangen?

Thalhammer: Für mich ist es spannend, wie dieses Wort "Ungehorsam" eingeschlagen hat. Die Anliegen, die zum Ausdruck gebracht werden, sind ja alt. Sie werden immer wieder vorgebracht und zwar aus gutem Grund. Es gibt bereits Lösungen für wiederverheiratete Geschiedene, für Priester, die eine Familie haben. Diese Lösungen werden von der Kirche inoffiziell getragen, aber sie stehen im Widerspruch zur Grundausrichtung. Ich verstehe, dass man keine Dämme brechen will. Aber ist es nicht eine Überforderung des Menschen wenn in der Unauflöslichkeit der Ehe, die Unauflöslichkeit und Unbedingtheit der Beziehung Gottes zu uns Menschen ausgedrückt werden soll? Dass die Kirche etwa im Falle einer Scheidung nicht ganz offiziell sagen kann, die Barmherzigkeit Gottes ist noch einmal größer, das verstehe ich nicht.

derStandard.at: Sie waren selbst auch einmal Pastoralassistentin. Ist es Ihnen ein Anliegen, dass sie selbst oder Frauen insgesamt die Priesterweihe empfangen können?

Thalhammer: Ja. Wenn man sagen würde, die Ablehnung der Frauen als Priesterinnen ist darin begründet, dass es schwierig ist mit einer ganz langen Tradition zu brechen, dann könnte ich damit leben. Wenn man das so begründet, würde ich sagen, gut - dann schauen wir, wie wir darauf hinarbeiten können, damit sich das ändert. Aber wenn man sagt, "das ist vom Herrn Jesus so gestiftet, weil er nur Männer berufen hat", da werde ich ziemlich unrund.

derStandard.at: Sie sehen auch Frauen zum Priesteramt berufen.

Thalhammer: Ja. Das ist nicht vom Geschlecht abhängig. Wenn man so "geschichtlich" argumentiert, dann müssten zuerst alle katholischen Priester Juden werden und verheiratet sein.

derStandard.at: Viele Fragen sich, warum Frauen überhaupt in der katholischen Kirche aktiv sind, die von Männern dominiert wird?

Thalhammer: Es ärgert mich einiges, aber ich will mir meine Kirche nicht nehmen lassen. In dieser Kirche gibt es viele sehr engagierte Frauen und Männer - einigen von diesen verdanke ich vieles - und das will ich leben und weiterschenken. Da bin ich für eine sehr reiche und tiefgehende Tradition dankbar. Jesus will den Menschen zu einer Freiheit verhelfen, die gar nicht so leicht auszuhalten ist. Mir fällt da die Geschichte vom Großinquisitor von Dostojewski in "Die Brüder Karamasow" ein. Vor der Versuchung doch alles selber in die Hand zu nehmen und der Macht zu verfallen, ist niemand gefeit - und das ist natürlich auch in der Kirche ein Thema.

derStandard.at: Unterstützen Sie die Ungehorsam-Initiative?

Thalhammer: Ich kann sie gut verstehen und auch die Inhalte mittragen. Es ist schwierig, wie diese Debatte in der Öffentlichkeit geführt wird, aber intern finde ich sie ganz wichtig. Konflikte sollten am besten direkt ausgetragen werden.

derStandard.at:  Kann die Ungehorsam-Initiative etwas erreichen?

Thalhammer: Ich habe da so meine Zweifel. Die Mühlen mahlen langsam. Die Dringlichkeit ist noch mal bewusster geworden, auch den Verantwortlichen. Aber die sind anscheinend auch sehr in der Zwickmühle.

derStandard.at: Die Zahl der Kirchenaustritte steigt und die Kirche macht sich Gedanken, was man dagegen tun kann. Wie lautet Ihr Rezept?

Thalhammer: Ich denke, es geht darum, glaubwürdig aufzutreten und jene Sprache und Formen zu finden, die die bedingungslose Zuwendung Gottes auch erfahrbar machen. Es braucht die tiefe innere Verankerung im Geheimnis Gottes, um sich so glaubwürdig für die Würde jedes Menschen einsetzen zu können. Ein Ausdruck wäre, wenn Wiederverheiratete und Geschiedene zur Kommunion gehen dürften.

Glaubwürdig wäre auch, wenn man direkt sagen könnte, es gibt den Predigtdienst von Laien - und Gottseidank gibt es ihn. Aber offiziell darf es ihn nicht geben. Oder es wäre der Wahrheit und Ehrlichkeit sehr gedient, wenn die priesterliche Berufung nicht an die zölibatäre Lebensform geknüpft wäre. So leben manche Priester ihre Beziehungen im Verborgenem, was niemandem dient.- Es wird von der Bevölkerung oft auch akzeptiert. Ich komme aus einer Pfarre, wo es ganz offiziell war, dass der Pfarrer eine Freundin hat.

derStandard.at: Sollen auch Ordensfrauen Beziehungen haben dürfen? Nicht nur zu Gott, sondern zu Männern oder Frauen?

Thalhammer: Natürlich leben wir Beziehungen - der Mensch ist ein Beziehungswesen. Aber wenn ich mich einer Ordensgemeinschaft anschließe, verzichte ich ganz bewusst auf exklusive Beziehungen beziehungsweise auf die sexuelle Beziehung zu einem Mann oder einer Frau. Das ist eine Berufung zu einer Lebensform, die für viele unverständlich ist, die es aber augenscheinlich gibt - und in der man ganz gut leben kann. Anders ist es, wenn die priesterliche Berufung mit der Berufung zur Ehelosigkeit verquickt wird. Damit wird man beiden Berufungen nicht gerecht.

Bei manchen Priestern merkt man, die sind wunderbar beziehungsfähig, die sind oft sehr geschätzt von den Leuten, die vermitteln mit ihrem ganzen Leben das "Da-Sein" Gottes für uns Menschen - aber sie sind nicht für ein eheloses Leben gebaut. Es wäre besser, sie dürften heiraten und als Priester erhalten bleiben und würden da ganz viel in Bewegung bringen.

derStandard.at: Ist die Kirche heute noch zeitgemäß?

Thalhammer: Es gibt Strukturen in ihr, Teile, die nicht zeitgemäß sind. Und genauso gibt es in der Kirche Menschen und Projekte, die der Zeit voraus sind.

derStandard.at: Was zum Beispiel?

Thalhammer: Es hat von kirchlicher Seite immer Vorreiter-Projekte gegeben. Zum Beispiel ist die Pfarre Schwechat sehr engagiert in der Arbeit mit Flüchtlingen. Sie zeigen: Man kann auch miteinander leben. Bei uns Salvatorianerinnen haben wir schon länger das Thema Menschenhandel aufgegriffen.

derStandard.at: Was sagen Sie dazu, wenn sich eine Partei wie die ÖVP das christlich-soziale an die Fahnen heftet?

Thalhammer: Ich habe noch nie verstanden, warum die ÖVP dem Christentum näher sein sollte, als eine andere Partei. Da setze ich mich jetzt sehr in die Nesseln, aber manches was von den Sozialisten kommt und manches, was von den Grünen kommt, ist dem durchaus näher. Ich habe einmal bei der Wahlkabine.at mitgemacht und bin zu meiner Überraschung bei den Kommunisten gelandet. Interessant wie man aus so grundverschiedenen Weltanschauungen und Glaubensüberzeugungen zu manchen gemeinsamen Anliegen kommen kann. Meine Wahlentscheidung habe ich aber nicht von diesem Ergebnis beeinflussen lassen.

derStandard.at: Was sind die Aufgaben der Salvatorianerinnen? Wie schaut ihr Arbeitsalltag aus?

Thalhammer: Von der Tradition her ist es so, dass sich Ordensfrauen vorwiegend um Krankenpflege und Erziehung kümmern. Das sind die klassischen Bereiche, die von den Ordensfrauen übernommen worden sind.
Von unserer Gründung her sind wir weiter. Da geht es darum, Jesus zu verkünden als Heiland der Welt mit allen Mitteln, die die Liebe eingibt. Von dem her haben wir einen ganz weiten Auftrag. Heute arbeiten Schwestern in verschiedensten Bereichen - z. B. in der Pastoral, in der Erwachsenenbildung - oder eine ist Künstlerin.

derStandard.at: Wovon leben die Ordensfrauen?

Thalhammer: Von der Hände Arbeit. Unsere Vorgängerinnen haben sehr, sehr viel aufgebaut. Manche Schwestern haben eine staatliche Pension, wenn sie Lehrerin waren. Für das andere sind wir selber zuständig. Wir müssen schauen, dass das, was wir erspart und aufgebaut haben auch fürs Alter und unsere Aufgaben hier in Österreich und weltweit reicht.

derStandard.at: Bekommt eine Ordensfrau bei Ihnen ein monatliches Gehalt?

Thalhammer: Wir haben Gütergemeinschaft. Das heißt, alle Gehälter gehen auf ein Konto. Manche nehmen eine Art Taschengeld und das andere wird bereitgestellt. Andere machen ein Budget. Ich muss am Anfang des Jahres schauen, was brauche ich ungefähr, welche größeren Ausgaben stehen an: Was brauche ich für Urlaub? Was brauche ich für Kurse? Was brauche ich für die neue Brille? Das Budget wird in der Gemeinschaft besprochen. Und dann kriegt man für ein Jahr dieses Geld, damit sollte man auskommen. Wenn es was Unvorhersehbares gibt, dann gibt es einen Nachtrag.

derStandard.at: Sie sind Provinzoberin bei den Salvatorianerinnen. Wie wird man das eigentlich?

Thalhammer: Man wird gewählt. Das ist ein höchst demokratischer Prozess. So etwas gibt es auch in der Kirche. Bevor eine Provinzoberin gewählt werden kann, müssen die Delegierten zum Provinzkapitel gewählt werden. Alle 91 Schwestern der Salvatorianerinnen in der Provinz Österreich sind an der Wahl beteiligt. Alle sind auch an der Erstellung eines Dreiervorschlags beteiligt, der von der weltweiten Leitung unserer Gemeinschaft in Rom bestätigt wird. Die Delegierten des Provinzkapitels wählen dann aus dem Dreiervorschlag.

derStandard.at: Wie alt waren Sie, als Sie Ordensschwester wurden?

Thalhammer: Beim Eintritt in den Orden war ich 31. Die Entscheidung, eine Ordensfrau zu werden ist langsam gereift. Ich bin in keiner religiösen Familie aufgewachsen. Der Gottesbezug ist gewachsen. Das was mich angerührt hat, ist schließlich immer mehr in die Mitte meines Lebens gekommen. Bei einem Kurs zum Thema "Geistliche Begleitung" habe ich Priester und Ordensleute kennengelernt und festgestellt, dass das sehr lebendige Leute waren. Und so ist die Frage in mir aufgestiegen, ob das Leben im Orden auch eine Lebensform für mich sein könnte. Die Entscheidung ist gefallen, dass ich meine Menschen- und Gottesbeziehung in dieser Lebensform leben und gestalten möchte. (Katrin Burgstaller, Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 30. November 2011)

BRIGITTE THALHAMMER, geboren 1965 in Bad Ischl, ist 1996 in den Orden der Salvatorianerinnen eingetreten, sie ist Aufsichtsrätin im St. Josefsspital in Wien Hietzing. Ursprünglich hat sie Betriebswirtschaft studiert, später hat sie in einem Reisebüro gearbeitet. Sie begann sich in einer Pfarre zu engagieren. Als Provinzoberin der Salvatorianerinnen trägt sie die "Gesamtverantwortung für alles". Das reicht von der Aufmerksamkeit für jede einzelne Schwester bis hin zur Letztverantwortung für alle Leitungs- und Finanzfragen.

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Posting 1 bis 25 von 216
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Pierre d´Aubusson
01
Wenn sich manche veröffentlichte Meinungen

nicht künstlich über Dinge aufregen würden, die allen anderen Personen erlaubt sind, dann sähe sich die Kirchenobrigkeit kaum mehr veranlaßt, darauf zu dringen, daß wenigstens der Schein gewahrt werden müsse.
Sähe sich die Kirchenobrigkeit nicht ständig gezwungen, auf das Wahren des Scheins dringen zu müssen, das Problem hätte sich längst von selbst gelöst.

Petr Novotny
01
2.12.2011, 11:37
Auch Stewardessen ...

... wurden vor nicht allzu langer Zeit noch fristlos gekündigt, sobald sie heirateten.
Hat aber niemanden interessiert ...
Nichtmal die Stewardessen selber.

Kantig
10
2.12.2011, 01:03
Sex gehört zum Leben!

Den Damen ginge der Sex besonders ab, keine liebesblöden Kerle mehr, die Sorgen teilen die ohne es ohze Ehe nicht gäbe.;-)

Beides versucht kein vergleich.

Irma la Douce
11
1.12.2011, 16:09
Der Zölibat galt früher zB auch für VS-Lehrerinnen ("Fräulein Lehrer").

Ich denke, das genügt als Argument für denkende Menschen jederlei Geschlechts.

Kubaner
00
4.12.2011, 18:34
ebenso

War ebenso für Postbedienstete = Postfräulein

Benedikt der Siebzehnte
01
1.12.2011, 16:54
danke für den hinweis

im unnötig überhohten Ideatypus von Lehrberuf wie von Seelsorge steckt eine Portion Selbstlosigkeit drin, wenn man den job 100% gut machen will.
als Kind ihrer Zeit lag die Kirche zu Maria theresias Zeiten also mit dem Zölibat nicht gar so arg daneben, wie sie es heute tut.

vielleicht auch deshalb nicht so überraschend, dass man bei wenigen anderen berufen menschliche unzulänglichkeiten so wenig verzeihen kann (will) wie bei diesen.

Irma la Douce
03
1.12.2011, 17:55
de facto kommen einem, wenn man selber Kinder hat, die fremden weniger deppert vor ;-)

ich bin rapid-fan
00
1.12.2011, 20:47
you made my day

das post des tages
(ich hab 3 eigene)

Benedikt der Siebzehnte
00
2.12.2011, 11:58

die kenn ich und die sind doch eh alle schwer OK

cadd
11
1.12.2011, 14:49
Die - anscheinend nach wie vor - bedingungslose

Verschränkung von Kirche und ÖVP gehört sofort beendet - zum Vorteil beider Seiten. Und wenn das einzige Ergebnis nur eine Verminderung der Zahl der Heuchler in der ÖVP wäre, wäre schon viel gewonnen ...

nihil obstat
00
2.12.2011, 22:39

Nach Mitarbeiterinnenzahlen ist in den meisten Diözesen die Caritas das größte "Amt" - und dort wählt logischerweise kaum jemand eine der rechten Parteien. ^^

Nr.3645
22
1.12.2011, 13:38
kein priester sollte auf sex verzichten müssen...

verstehe ohnenhin nicht wie man katholischer priester werden kann. die evangelischen zeigen's erfolgreich vor wie man so etwas mit einem normalen leben vereinbaren kann.

von denen lese ich auch nicht ständig etwas über mißbrauchsskandale.

mstislav raskachlovitsch
20
1.12.2011, 13:25
und manche Priester sind sogar "ganz gut gebaut".....

der Ringe
22
1.12.2011, 14:37

tut es leicht noch weh ?

yoghurtinator
 
00
1.12.2011, 13:13
Ich orte einen gewissen Widerspruch

wenn einerseits gesagt wird, es wäre besser, wenn "manche" Priester heiraten dürften und gleichzeitig, dass derAnschluss zu einer Ordensgemeinschaft sexuelle Beziehungen ausschließt.

Schmunzeln musste ich bei dem Satz "Meine Wahlentscheidung habe ich aber nicht von diesem Ergebnis beeinflussen lassen."

Floaschkas
03
1.12.2011, 14:34
haben's es ned ganz gelesen.

Die Dame tritt für eine Entkoppelung von Zölibatsgelöbnis und Priesterberufung ein. Das Zölibatsgelöbnis kann Sinn machen für Menschen, welche ein spirituelles Leben in einer Ordensgemeinschaft leben wollen - es sollte aber nicht Menschen, die sich zum Priester berufen fühlen, aufgezwungen sein. Priestern soll es frei stehen, ob sie zusätzlich ein Zölibatsgelöbnis ablegen wollen oder nicht. D.h. auch, die Seelsorge sollte vollkommen abgekoppelt werden vom Zölibat als besondere Berufung, zu der sich die Menschen einfach nur frei entscheiden können sollen, unabhängig vom Priesteramt.

yoghurtinator
 
30
1.12.2011, 14:57
Aber warum kann man dann nicht gleichzeitig auch das Leben in der Ordensgemeinschaft

vom Zölibat entkoppeln ?
Warum soll einem Pfarrer mehr individuelle Freiheit zugestanden werden als einer Ordensfrau ?

Floaschkas
14
1.12.2011, 15:37
Was soll hier "Freiheit zugestanden" heißen?

- Zwischenbemerkung: Es gibt m.W. auch "Laienorden", d.h. Zusammenschlüsse von Menschen mit einer spirituellen Zielsetzung, welche ganz normales Lebens sind, d.h. evtl. verheiratet sind und Familie haben.

Es geht ja eben darum: Gelübde sollen grundsätzlich frei sein - und darüber sollte man auch von aussen her wachen - weil sie eine lebenslängliche Bindung bedeuten, d.h. die Person eine Entscheidung fällt, welche ein sehr hohes Maß an seelischer Autonomie und innerer Freiheit voraussetzt,damit jemand diese Entscheidung auch vor sich selbst verantworten kann.

Eben deshalb ist es absurd,ein solches Gelöbnis noch an eine andere Sache zu koppeln, die nichts damit zu tun hat.

Ehelosigkeit und Priestertum haben nichts miteinander zu tun - aus.

yoghurtinator
 
00
1.12.2011, 22:22
Sie schrieben immer 'hams ned glesn'

aber haben sie meins sicher ganz gelesen ? Ich widerspreche doch gar nicht in dem Punkt, dass Priester auch ohne Zölibat leben dürfen sollen, ich widerspreche in dem Punkt, warum dieses Recht nicht auch den Ordensfrauen zugestanden werden soll ! Warum sollens nicht auch die Ordensfrauen dürfen, wenns die Pfarrer (irgendwann) auch dürfen ?

4simo
01
1.12.2011, 16:37

warum soll das leben in einem orden als zöllibatär bestimmt werden?

Floaschkas
12
1.12.2011, 17:03
hast net glesen?

oben steht: es gibt auch Orden für nicht zölibatär lebende Menschen.

4simo
01
1.12.2011, 17:57
Aber wenn ich mich einer Ordensgemeinschaft anschließe, verzichte ich ganz bewusst auf exklusive Beziehungen beziehungsweise auf die sexuelle Beziehung zu einem Mann oder einer Frau.

das hab ich gelesen.
und ich bin mit Ihnen nicht perDu, weil ich mit Menschen, die eine einfache Frage so abschätzig *beantworten* nicht per Du sein will, unabhängig wie selbiger mich tituliert.

relatio subsistens
04
1.12.2011, 10:40

"Manche Priester sind für ein eheloses Leben nicht gebaut."

Stimmt (wobei "gebaut" ziemlich komisch klingt). Und sehr viele Ehemänner und -frauen sind für die Ehe nicht "gebaut" (was man an den Scheidungszahlen gut sehen kann).

Und überhaupt sind sehr viele Leute, die in "Beziehungen" leben, massiv beziehungsgestört.

Ansonsten gutes Interview. Die Verknüpfung von Priesteramt und Ehelosigkeit ist in der Tat problematisch.

Benedikt der Siebzehnte
02
1.12.2011, 16:00
das mit der ehe und der beziehungsunfähigkeit stimmt

und auch dazu sagt die ordensfrau [obwohl das ja nun wirklich nicht ihr spezialgebiet ist ;-) ] auch gscheite Sätze:
* finde ich es toll, wenn orden, die massiven nachwuchsmangel haben, trotzdem kandidaten ablehnen, weil sie nicht passen, zB nicht beziehungsfähig sind (vermutlich ist das ordensleben in einer WG mit 10bis20 nicht nur einfachen Mitschwestern anspruchsvoller als eine Ehefrau und 1-2 Kinder)
* hat sie zwar ein bißl fromm formuliert, aber gefällt mir: wenn gottes barmherzigkeit (auch im Fall des Scheiterns einer unauflöslichen Ehe) nicht größer wäre als diese kirchengesetze, dann sollen die prälaten das predigen von der bedingungslosen Liebe Gottes gleich bleiben lassen.

je öfter ich das les, umso mehr: Hut (+Schleier) ab

Floaschkas
02
1.12.2011, 14:37
nicht "problematisch", sondern unsinnig.

die historischen Gründe sind bekannt: In Zeiten, wo Gefahr war, dass das Amt erblich werden könnte, oder auch, dass Priester durch Ehe und Familie, d.h. durch mangelnde Unterscheidung von ihrer Umwelt hinsichtlich ihrer Lebensweise, ihr Amt vernachlässigen könnten, schützte sich die Kirche davor durch das Pflichtzölibat.

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