Frauen bei NATO-Luftangriff getötet

29. November 2011, 12:00
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Internationale Schutztruppe ISAF äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall

Kabul - Bei einem NATO-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Kandahar sind nach afghanischen Angaben mindestens drei Dorfbewohnerinnen getötet worden. Zwei Männer, ebenfalls Zivilisten, wurden verletzt, als ein Kampfhubschrauber ein Dorf im Distrikt Zhari unter Beschuss nahm, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs am Dienstag mitteilte. Die Internationale Schutztruppe ISAF äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall, der sich bereits am Montag ereignete.

Erst am vergangenen Mittwoch waren bei einem NATO-Luftangriff in der Provinz Kandahar sechs Kinder getötet worden. Der Kommandant der ISAF, US-General John Allen, hatte danach von einem "bedauerlichen Vorfall" gesprochen und eine Untersuchung angekündigt.

Die afghanische Regierung teilte am Dienstag unterdessen mit, Präsident Hamid Karzai habe einen Brief von Allen erhalten, in dem dieser die zivilen Opfer bei NATO-Militäraktionen in den vergangenen Tagen bedauere. Zudem habe der General zugesichert, alles zu unternehmen, um derartige Zwischenfälle künftig zu vermeiden. Der aktuelle Angriff in Kandahar wird in der Erklärung nicht erwähnt.

Zivile Opfer sorgen immer wieder für Kritik der afghanischen Regierung an der NATO. Zwar hat die Zahl der bei Kämpfen getöteten Zivilisten in den vergangenen Jahren insgesamt zugenommen, für die meisten Opfer sind aber Aufständische wie die Taliban verantwortlich. (APA)

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