Patienten erwarten in Privatspitälern mehr Zuwendung

  • "Wenn man von einer Krankheit betroffen ist, trifft's einen am sensibelsten Punkt. Am eigenen Leben." (Josef Macher)
    foto: apa/barbara gindl

    "Wenn man von einer Krankheit betroffen ist, trifft's einen am sensibelsten Punkt. Am eigenen Leben." (Josef Macher)

"Soft Faktoren" wie mehr Zeit für den einzelnen Patienten und eine angenehmere Atmosphäre sind für das Image entscheidend

Wien - Um ihr Image müssen sich die Privatspitäler in Österreich offenbar kaum sorgen: Die meisten Österreicher wollen eher in eine Privatklinik, wenn ein Klinikaufenthalt wirklich notwendig wird.

"Soft Faktoren" wie mehr Zeit für den einzelnen Patienten beim Pflegepersonal und bei den Ärzten und eine angenehmere Atmosphäre sind hier entscheidende Merkmale. Das hat eine Umfrage des österreichischen Gallup Instituts ergeben, die am Dienstag in Wien vom Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs präsentiert wurde.

Keine Fragen zur Sonderklasse

Das Manko der Umfrage in Sachen Privatmedizin in Krankenhäusern in einem repräsentativen Sample von 1.000 Personen im Alter über 18 Jahren: Es wurde das Image der Privatspitäler erhoben, ohne dass auch Fragen zur "Sonderklasse" in öffentlichen Krankenhäusern gestellt wurden. Damit wurde de facto alles was Privatmedizin angeht, unter die Privatspitäler subsumiert.

Hohes Image der Privatkliniken

Freilich, das Image der Privatkliniken ist offenbar hoch, so Roswitha Hasslinger von Gallup: "Es zählt die Menschlichkeit. Es zählt (im Krankheitsfall, Anm.) die einfühlsame und respektvolle Behandlung des Patienten durch Ärzte und Pflegepersonal. Dann kommt bei 53 Prozent die Zeit für Gespräche mit dem Arzt." Nur für elf Prozent der Österreicher ist die Infrastruktur, wie etwa ein schönes Zimmer etc., entscheidend.

Rund 95 Prozent der Befragten gaben jeweils an, dass ihrer Meinung nach ein angenehmes Umfeld, menschliche Zuwendung bzw. die Begleitung durch einen Arzt des Vertrauens eine Erkrankung leichter ertragbar mache bzw. den Gesundungsprozess beschleunige.

"Schutz" durch private Zusatz-Krankenversicherung

Nur elf Prozent der Österreicher glauben, dass sich der Zustand des öffentlichen Gesundheitswesen in den kommenden Jahren verbessern wird. 43 Prozent meinen, die Situation bleibe stabil, 44 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Gegen solche Risiken wollen sich die Österreich offenbar auch mit einer privaten Zusatz-Krankenversicherung schützen.

Josef Macher, Präsident des Verbandes der österreichischen Privatspitäler: "Wenn man von einer Krankheit betroffen ist, trifft's einen am sensibelsten Punkt. Am eigenen Leben." (APA)

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