Abgelaufen: Halbe Million Schweinegrippe-Impfdosen verbrannt

29. November 2011, 14:02
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Impfstoff hat das Haltbarkeitsdatum überschritten, in Deutschland werden 16 Millionen Dosen vernichtet

In Österreich wurden laut Gesundheitsministerium bereits im Juli 510.400 abgelaufenen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffes verbrannt. Die Entsorgung in der Fernwärme Wien führte das Unternehmen AVE durch. Die vernichtete Menge habe dem Ministerium aber keine Kosten verursacht, denn diese wären vom Impfstoffhersteller getragen worden.

Deutschland verbrennt 130 Millionen Euro

Im Magdeburger Müllheizkraftwerk in Deutschland werden hingegen seit heutigem Dienstag 130 Millionen Euro verbrannt - in Form der Schweinegrippe-Impfdosen. Das entspricht einer Menge von 16 Millionen ungenutzten Dosen, wie deutsche Medien berichten. Insgesamt waren im Jahr 2009 während der Schweinegrippe-Pandemie 34 Millionen Stück des Impfstoffes von den deutschen Ländern angekauft worden. Der Bund hatte sie dazu gedrängt. Genutzt wurden rund 15 Prozent und nur für diese Menge kam die Krankenkassen auf.

Die Kauf- und Entsorgungskosten von 239 Millionen Euro müssen die deutschen Länder alleine bestreiten. Unterstützung von der Bundesregierung gibt es nicht. Viele der abgelaufenen Impfdosen wurden bereits in den vergangenen Monaten von den Ärzten oder Gesundheitszentren entsorgt. Die Kosten für die Verbrennung in Magdeburg belaufen sich auf knapp unter 10.000 Euro - damit war das Müllheizkraftwerk der günstigste Anbieter.

Die Schweinegrippe-Pandemie wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem Jahr für offiziell beendet erklärt. An dem H1N1-Virus starben weltweit etwa 18.400 Menschen - in Deutschland waren es 252 Personen. (Aktualisierung am 29.11. um 14:00 Uhr, bbl, derStandard.at, 29.11.2011)

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    Nur 15 Prozent der bestellten Impfdosen wurden in Deutschland auch verabreicht.

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